
Neue österreichische Ernährungstabelle
Bisherige Empfehlungen von Organisationen und Firmen hätten durch unterschiedliche Angaben Unsicherheit und Verwirrung gestiftet, erklärte Stöger. Die Tipps seien letztlich von vielen Menschen nicht mehr ernst genommen worden.
Leicht verständlich auch für die Kleinsten
Die neue Ernährungspyramide des Gesundheitsministeriums besteht aus 25 Bausteinen. Die Basis bilden alkoholfreie, kalorienarme Getränke, von denen man pro Tag 1,5 Liter trinken sollte. Ebenfalls täglich zu sich nehmen darf man: Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte sowie Reis, Kartoffeln und Getreideprodukte. Drei Milchprodukte wie etwa Joghurt oder Käse sowie ein bis zwei Esslöffel hochwertige Pflanzenöle ergänzen den täglichen Speiseplan. Fisch sollte zweimal, Fleisch oder Wurst nicht mehr als dreimal pro Woche auf den Tisch kommen - innerhalb von sieben Tagen darf man bis zu drei Eier verzehren. Mit fetten Milchprodukten wie Butter und Schlagobers sollte man sparsam umgehen. An der Spitze der Pyramide sind Speiseeis, Pommes frites sowie ein Tortenstück abgebildet: Diese sollte man sich nur selten gönnen.
Geschaffen habe man daher nun eine einheitliche und leicht verständliche Grafik mit selbst erklärenden Symbolbildern, so Stöger. Zusätzlich gebe es zum Nachlesen genaue Mengenangaben für alle Nahrungsmittelgruppen. Erarbeitet wurde die Ernährungspyramide vom Obersten Sanitätsrat, der alle maßgeblichen Organisation mit einbezog.
"Die Nahrungsmittel, die hier beschrieben sind, sind nicht teuer", betonte Stöger. "Das Ziel meiner Politik ist, dass die gesündere Wahl die leichtere sein muss." Durch die leichte Verständlichkeit der Bilder wolle man schon die Kleinsten - Kindergartenkinder - erreichen. Verbesserungspotenzial ortete der Minister jedoch vor allem in Schulen: Zumindest ab 300 Schülern müsse eine gemeinschaftliche Verpflegung mit Mahlzeiten zur Verfügung stehen, forderte er.
Getreu dem Motto "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!" müsse man bereits ab dem Kindergartenalter einen gesunden Lebensstil fördern, bekräftigte Siegfried Meryn von der Medizinischen Universität Wien Stögers Argumente. "Was ich trinke, was ich esse, wie ich mich bewege, entscheidet über mein Ich." Insofern sei es wichtig, dass jeder seine Verantwortung wahrnehme, diese nicht abschiebe und zum Beispiel Übergewichtsprobleme mit Tabletten zu lösen versuche.
Volkswirtschaftliche Kosten sparen
Welche enorme Auswirkung kleine Dinge hätten, zeige sich alleine beim Salzkonsum, betonte Meryn. Empfohlen sind laut der neuen Ernährungspyramide fünf bis sechs Gramm täglich. In den USA nehme jeder durchschnittlich zehn Gramm davon zu sich. Würde man diese Menge um drei Gramm reduzieren, gebe es pro Jahr laut einer Studie je 100.000 Tote und Herzinfarkte weniger. Gleichzeitig würde man volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von 15 bis 23 Milliarden Euro einsparen, erklärte der Mediziner. Die Österreicher konsumieren mit einem Schnitt von acht Gramm pro Tag ebenfalls zu viel Salz.
Der Nationale Aktionsplan Ernährung (NAP.e), zu dem die neue Ernährungspyramide gehört, befindet sich noch bis 30. April in Begutachtung. Als wichtige Zukunftsmaßnahme betonte Stöger die Schaffung eines Gütezeichen-Gesetzes zum Beispiel für Kantinen.
science.ORF.at/APA


