
Beben hat seismische Lücke fast geschlossen
Bei einer genaueren Untersuchung der von diesem Erdbeben abgestrahlten seismischen Wellen während der ersten 134 Sekunden nach Bruchbeginn kamen die Forscher zu dem Schluss, dass in der ersten Minute nur die Region um das eigentliche Epizentrum aktiv war.

Erdbebenhistorie in Chile
In der zweiten Minute bewegte sich die aktive Zone Richtung Norden bis Santiago. Danach wurde die Region südlich Concepción für kurze Zeit aktiv. Dieser Bruchverlauf stimmt gut mit der Verteilung der Nachbeben in den folgenden drei Tagen überein, berichten Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) in einer Aussendung.
Passt in Bruchlinie
Das mit einer Magnitude von M = 9,5 stärkste bisher gemessene Erdbeben überhaupt nahm 1960 bei Valdivia, südlich der jetzt betroffenen Region seinen Ausgangspunkt. "Das Beben vom 27. Februar schließt direkt an den Bruchprozess von Valdivia an," erklärt Jochen Zschau, Leiter der Sektion "Erdbebenrisiko und Frühwarnung" am GFZ.
"Damit könnte eine der letzten beiden seismischen Lücken an der Westküste Südamerikas jetzt geschlossen sein. Mit Ausnahme eines letzten Abschnitts, der sich im Norden Chiles befindet, ist innerhalb der letzten 150 Jahre die gesamte Erdkruste vor der Westküste Südamerikas durchgebrochen."
Schon Darwin hat davon berichtet
Der zugrunde liegende plattentektonische Vorgang ist, dass sich die Nazca-Platte als Teil des pazifischen Ozeanbodens mit etwa siebzig Millimetern pro Jahr nach Osten bewegt, mit Südamerika kollidiert und sich dabei unter den Kontinent schiebt. Die dadurch entstehenden Erdbeben gehören zu den weltweit stärksten.
Im Laufe etwa eines Jahrhunderts bricht dabei von Patagonien im Süden bis nach Panama im Norden die Erdkruste in einer Reihe von Starkbeben vollständig durch.
Schon Darwin berichtete in seinem Tagebuch von dem starken Beben in Concepción vom 20. Februar 1835 und dem Tsunami, der dabei entstand.
science.ORF.at
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