
Doppelsternsystem mit kürzester Umlaufzeit
Das System selbst ist nicht größer als der achtfache Durchmesser der Erde, das entspricht etwa einem Viertel der Distanz zum Mond.
Spektralanalyse belegt Umlaufzeit
Die Studie in den "Astrophysical Journal Letters": "Spectroscopic Evidence For a 5.4 Minute Orbital Period in HM Cancri" von Gijs Roelofs et al.
HM Cancri besteht aus zwei Weißen Zwergen, relativ massearme Sterne in der Endphase ihrer Entwicklung. Sie enthalten Helium, Kohlenstoff und Sauerstoff in hochkonzentrierter Form. Die zwei Himmelskörper sind einander so nahe, dass Masse von einem zum anderen fließt. Entdeckt wurde das Paar als Röntgenstrahlenquelle bereits 1999, aber für seine vermutete kurze Umlaufzeit gab es bis jetzt keine handfesten Beweise.
Mit Hilfe des weltgrößten Teleskops, dem Keck Observatory in Hawai, ist dem Team rund um Gijs Roelofs vom Harvard-Smithsonian Center of Astrophysics nun der Nachweis gelungen. Dafür haben sie die Veränderungen in den Spektrallinien des Lichts von HM Cancri analysiert. Diese entstehen durch den Doppler-Effekt, den die Orbitalbewegungen des Systems verursachen. Er führt dazu, dass sich die Spektrallinien regelmäßig in kürzere und längere Wellenbereiche verschieben. Das Ergebnis: Die Umlaufzeit beträgt tatsächlich nur unglaublich kurze 5,4 Minuten.
Diese Messung war laut den Astronomen nicht ganz einfach, aufgrund der extrem kurzen Zeitperiode und der Mattheit des Systems. Da es immerhin 16.000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, entspricht seine Helligkeit nur einem Millionstel der schwächsten für das freie Auge sichtbaren Sterne. "Diese Art der Beobachtung ist an der Grenze dessen, was derzeit möglich ist", so Paul Groot von der holländischen Radboud University Nijmegen, einer der Ko-Autoren.
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