Warnung vor Handel mit Elfenbein
Die Naturschützer um Samuel Wasser von der Universität Washington sind überzeugt, dass die Handelsgenehmigung die Elefantenwilderei in allen afrikanischen Ländern verstärken würde. Im Wissenschaftsjournal "Science" forderten sie daher jetzt, das Gesuch abzulehnen.
Illegale Exporte nach Asien
Vom 13.-25 März findet in Doha/Katar die 15. CITES-Artenschutzkonferenz statt.
Sambia und Tansania exportieren nach Erkenntnissen der US-Forscher am meisten illegales Elfenbein nach Asien. 2002, 2006 und 2009 seien in asiatischen Ländern Tonnen an Schmuggelware sichergestellt worden, schreiben die Forscher. Ein Großteil dieses Elfenbeins stammte aus Tansania, wie DNA-Analysen ergaben. Allein 2009 habe Tansania 14 Tonnen Elefanten-Stoßzähne illegal in asiatische Länder verkauft.
Tansania und Sambia machen keine transparenten Angaben über die Anzahl ihrer Elefanten und deren jagdbedingte Sterberaten, schreiben Wasser und seine Kollegen. Um jedoch zum eingeschränkten Verkauf von Elfenbein zugelassen zu werden, müssen die Länder belegen, dass ihr Elefantenbestand gesichert ist und der Elfenbein-Handel ihm nicht schadet.
Außerdem sind Japan und China nach Ansicht der US-Forscher keine geeigneten Handelspartner, da sie zu den größten Konsumenten illegalen Elfenbeins gehörten.
Noch eine halbe Million Tiere
In den vergangenen dreißig Jahren habe sich die Anzahl der Elefanten in Afrika um rund 35 Prozent reduziert. Heute leben dort nach wissenschaftlichen Schätzungen weniger als 500.000 Tiere. "Mehr als acht Prozent der Elefantenpopulation wird jährlich gewildert", sagt Wasser.
Das bringe das Ökosystem und das Klima aus dem Gleichgewicht und begünstige die Verbreitung von Krankheiten, die auch auf den Menschen übertragbar sind. Der weit verbreitete illegale Handel mache es schwierig, das Stillstandsabkommen zum Elfenbeinhandel einzuhalten.
Schon bei der letzten Artenschutzkonferenz 2007 in Den Haag war das bis dahin geltende totale Verkaufsverbot von Elfenbein gelockert worden. Südafrika, Namibia, Botswana und Simbabwe durften ihre Elfenbeinvorräte verkaufen, die sie bis zum 31. Jänner 2007 angesammelt hatten.
science.ORF.at/APA/dpa
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