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Mäßiges Übergewicht für Hochbetagte besser

Normalgewichtige sind generell gesünder. Doch bei hochbetagten Senioren, die zum Teil in Pflegeheimen untergebracht sind, schützt offenbar mäßiges Übergewicht vor potenziell gefährlichen Infektionen.

Medizin 15.03.2010

Das zeigt eine Studie von Thomas Dorner vom Institut für Sozialmedizin der MedUni Wien und Kollegen, die vor kurzem erschienen ist.

Die Studie "Body mass index and the risk of infections in institutionalised geriatric patients" ist im "British Journal of Nutrition" erschienen.

Dorner: "Man weiß, dass Untergewicht für geriatrische Patienten ein Mortalitätsrisiko darstellt. Das gilt auch für Fettsüchtige. Unsere Studie ist ein Mosaiksteinchen, das hier hinein passt."

Infektionen für Hochbetagte besondere Gefahr

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 619 Patienten, die im Wiener "Haus der Barmherzigkeit", einem großen Pflegeheim, untergebracht waren. Die Personen waren im Durchschnitt 87,6 Jahre alt. Ihre Daten wurden auf Gewichtsklassen und die Häufigkeit von Infektionen analysiert.

Der Hauptautor der Studie : "In der Langzeitbetreuung von Hochbetagten sind Infektionen eine häufige Krankheits- und Sterbeursache. Infektionen treten häufiger auf und verlaufen schwerer."

Bei der Analyse entdeckten die Experten einige Charakteristika: So kam es im Durchschnitt pro Person und Jahr zu 0,8 Infektionen. Am häufigsten - mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,3 pro Patient und Jahr - waren Harnwegsinfekte, dann folgten Lungenentzündungen (0,19) und schließlich Diarrhoe (0,12) sowie andere Infektionen (insgesamt 0,20).

Etwas Übergewicht schützt

Offenbar sind leicht bis mäßig Übergewichtige in der Altersgruppe der Hochbetagten am besten dran: Untergewichtige (Body-Mass-Index weniger als 20) hatten um 62 Prozent häufiger Infektionen als etwas Übergewichtige (BMI zwischen 24 und 27,9).

Normalgewichtige (BMI zwischen 20 und 23,9) hatten ein um 84 Prozent erhöhtes Risiko, Fettsüchtige (BMI über 28) eine um 54 Prozent erhöhte Gefährdung. Verglichen wurde das mit den Daten jener Pfleglinge, die offenbar den günstigsten Body-Mass-Index von 27 bis 28 aufwiesen.

Die Wissenschaftler: "Dieses Resultate zeigen, dass sowohl Untergewicht als auch Fettsucht in geriatrischen Heimen zu einer höheren Infektionsrate führen: Die häufigsten schweren Begleiterkrankungen waren Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenleiden.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • viele sind einfach unterernährt...

    ironimo, vor 700 Tagen, 10 Stunden, 33 Minuten

    bekommen zu wenig Eiweiss und mit dem
    Trinken hapert es auch. Aber wen wundert es,
    viele haben keine Angehörigen mehr die auf
    diese Mängel aufmerksam machen. Oder es
    kümmert sich sonst keiner, und von dem Personal
    können auch keine Wunder erwartet werden.

    • Die heutige Technik ist ja fulminant!

      urtypmitzipfer, vor 700 Tagen, 10 Stunden, 23 Minuten

      Am besten legen wir die ab 80-jähringen an den Tropf oder eine sonstig geeignete Maßnahme um diese Betroffenen komatös zu halten, dann leben sie sicher so lange, wie die Mumien aus Altägypten.

    • es sieht für viele der Alten traurig aus...

      ironimo, vor 700 Tagen, 10 Stunden, 13 Minuten

      sie werden einfach vergessen. Sie haben
      ausgedient und das Privileg "alt" bringt
      keine Renditen in einer Welt der Gier.

  • hejdi, vor 700 Tagen, 10 Stunden, 57 Minuten

    Kann aber möglicherweise auch daran liegen, dass Menschen, denen's nicht (mehr) so gut geht, eher weniger essen und deswegen abnehmen.

  • lieber orf

    gulpy, vor 700 Tagen, 11 Stunden, 3 Minuten

    warum darf man den musikant nicht kommentieren??

  • Durchschnittsalter 87,6?

    ljack, vor 700 Tagen, 12 Stunden, 24 Minuten

    Das kann ich mir schwer vorstellen.
    Und wenn sie tatsächlich so viele alte Menschen gefunden und untersucht haben, dann frag ich mich wie repräsentativ das alles ist, immerhin ist das durchschnittliche Lebensalter noch immer deutlich geringer...

    • 82% der Menschen haben eine kürzere Nase als 2 cm.

      urtypmitzipfer, vor 700 Tagen, 11 Stunden, 47 Minuten

      Ich kenne einen Haufen Leute. Wenn ich mir die so im Geiste vorstellte, dann häufte sich bei mir der Gedanke, daß denen eanara Reanken im Grunde genommen sehr kurz ist.
      Eine lasergesteuerte Vermessung fotografischer Bilddokumente ergab, daß es tatsächlich wenige Menschen gibt, deren Riechkolben länger als 2 cm ist.
      Zugegebenermaßen waren wenige Südostasiaten oder Andenindianer im Untersuchungsexempel dabei.

    • ljack

      tauceti, vor 699 Tagen, 6 Stunden, 10 Minuten

      Das Ergebnis gilt auch nicht für Durchschnittsmenschen von 20 bis 70, sondern für alte Menschen.

      Wer lesen kann, ist wie immer im Vorteil.

    • tauceti, vor 699 Tagen, 6 Stunden, 7 Minuten

      Oder ganz anders herum argumentiert:

      Die haben gezielt sehr alte Leute gesucht und wollten vielleicht herausfinden, wie man älter wird als der Durchschnitt...

  • den Beweis für ein langes...

    ironimo, vor 700 Tagen, 12 Stunden, 45 Minuten

    und gesundes Leben liefern uns die Alten
    von Okinawa (Arte) In diesem Doku ist alles
    enthalten was es dazu am Wesentlichen
    zu sagen gibt. Und keiner braucht dazu die
    Wissenschaft, rein den gesunden Verstand.

  • Oder umgekehrt:

    seeigel, vor 700 Tagen, 13 Stunden, 57 Minuten

    Gesündere Senioren haben ein leichtes Übergewicht. Jedenfalls zeichnet sich der "science-ORF" wie meist durch ausgeprägte Wissenschaftlichkeit aus.

  • An alle, die´s noch nicht wissen sollten: WIR LEBEN (leider)...

    hektor, vor 700 Tagen, 14 Stunden, 36 Minuten

    ...NICHT EWIG !!!

    und da ist es völlig unerheblich, ob wir jetzt mit 85 + mit mehr oder weniger fett noch älter werden- ausserdem: mehr kilo erhöhen dann wieder d. belastung f. gelenke,können kolesterinspiegel erhöhen- also sind diese "erkenntnisse" +/- für die katz, weil immer nur einseitig beleuchtet-

    • Genau.

      wabisabi, vor 700 Tagen, 14 Stunden, 24 Minuten

      Aber von der Unfähigkeit unserer Gehirne, die Nichtexistenz annehmen zu können, leben die Kirchen und Mediziner etc. ganz gut ... ;-)

    • Leider?

      uvwxyz, vor 700 Tagen, 14 Stunden, 23 Minuten

      Gottseidank. Uns gibt es nur deswegen, weil ausnahmslos ALLE unsere Vorfahren irgendwann das Zeitliche gesegnet haben. Sonst wäre die Welt ein schrecklicher Ort, voll von lauter verknöcherten Greisen. Das muss die Medizin erst noch begreifen, dass die Sterblichkeitsrate letztlich 100% beträgt.

  • Die Klassifikation des Übergewichts andhand des BMI

    uvwxyz, vor 700 Tagen, 15 Stunden, 21 Minuten

    ist in diesem Artikel anscheinend nicht auf der Höhe der Zeit. Auf ernaehrung-online.de z.B. wird für über 64jährige ein BMI von 24-29 empfohlen. Damit wäre ein BMI von 27 für diese Altersgruppe keineswegs übergewichtig. Und ab einem BMI von 28 spricht man keineswegs von Fettsucht, sondern erst ab 30.

    • Abgesehen davon...

      allthegoodnamesaregone, vor 700 Tagen, 15 Stunden, 5 Minuten

      ... ist der BMI inzwischen ohnedies immer mehr im Feuer der Kritik.

      So, und zur Aussage der Studie: Wer es schafft, sein Lebtag mit leichtem Untergewicht bzw. Normalgewicht auf unterem Niveau gut und gesund über die Runden zu kommen, der möge dann bitte im Alter etwas mehr Speck ansetzen, um weiterhin schön gesund zu bleiben.

      Nur: Können vor lachen.

    • Stimme mit Euch

      feta, vor 700 Tagen, 14 Stunden, 39 Minuten

      vollkommen überein. Es ist dies eine typische Studie, wo Zutaten in einen Topf geworfen werden, ein Eintopf gekocht wird und alle davon essen müssen. Jeder Mensch ist anders und vom BMI möchte ich überhaupt nichts mehr hören. Wenn jeder auf sich aufpasst und in seinen Körper hineinhorcht kann nicht sehr viel schief gehen. Auch in hohem Alter nicht. LG

    • Der BMI

      uvwxyz, vor 700 Tagen, 14 Stunden, 25 Minuten

      ist nur bedingt aussagekräftig. Auf durchtrainierte Sportler z.B. trifft er nicht zu, die wären meist übergewichtig, wenn es nach dem BMI ginge. Und warum sollte ich mit 10-15 Kilogramm mehr Körperfett gesünder sein als jetzt (BMI 20)? Und was ist mit Senioren außerhalb von Pflegeheimen? Wer im Heim ist, ist vermutlich im Durchschnitt weniger gesund als diejenigen, die den Alltag noch alleine bewältigen. Abwarten, vielleicht sinkt die Lebenserwartung in näherer Zukunft ja auch wieder (Rauchen junger Menschen in großem Umfang, besonders Frauen, Alkohol, Bewegungsarmut...).