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Zwei Ameisenigel gezeichnet

Ameisenigel: Zwischen Reptil und Säugetier

Der eierlegende Ameisenigel gehört zu den wenigen noch lebenden ursprünglichen Säugetieren. An Embryonen der Tiere haben Schweizer Forscher nun Entwicklungsschritte entdeckt, die den Erfolg der Säugetiere - und letztlich des Menschen - ermöglichten.

Zoologie 16.03.2010

Zwei Errungenschaften haben es den Säugetieren ermöglicht, die ganze Welt zu bevölkern, wie die Universität Zürich mitteilte: Embryonen reifen im Mutterleib heran, die Jungtiere werden von der Mutter gesäugt. Dieser Schutz in der frühen Entwicklung sorgt dafür, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit stark steigt.

Übergangslebewesen

Der in Australien heimische Ameisenigel ist - wie das berühmte Schnabeltier - ein sogenanntes Kloakentier. Diese ursprüngliche Gruppe der Säugetiere legt noch Eier und die Zitzen der weiblichen Tiere sind noch nicht ausgebildet. Die Jungen lecken aber Milch von einem Milchdrüsenfeld am Bauch der Mutter ab.

Ingmar Werneburg und Marcel Sánchez vom Paläntologischen Institut der Uni Zürich haben nun die äußerst seltenen Embryonen des Ameisenigels untersucht. Anhand von über 100 Merkmalen verglichen sie die Entwicklung der Ameisenigel-Embryonen mit jenen von 23 Arten von Salamandern, Schildkröten, Vögeln, Krokodilen und Echsen.

Mosaikartiger Übergang

Wie die Forscher berichten, verlief der Übergang von Reptilien zu Säugetieren "mosaikartig". Die Jungen der Kloakentiere haben zwar noch einige Gemeinsamkeiten mit jenen der Reptilien. So bilden sie einen Eizahn, mit dem sie das Ei aufschlitzen, in dem sie sich entwickeln.

Aber ihre Augen und Ohren entwickeln sich wie bei den anderen Säugetieren - und im Gegensatz zu den Reptilien - eher langsam. Dafür bildet sich bei Säugern der Kiefer- und Halsapparat viel schneller. Bei Meerschweinchen etwa sind die Augen noch lange nach der Geburt verschlossen.

Veränderte Entwicklungsgeschwindigkeiten

Die Forscher erklären dies damit, dass Säuger die Entwicklung der Sinnesorgane verzögern können, weil sie von der Mutter beschützt werden. Die Organe zur säugenden Nahrungsaufnahme dagegen sind für sie aber überlebenswichtig.

Reptilien auf der anderen Seite müssen sich kurz nach dem Schlüpfen vor Feinden schützen und selbst Nahrung finden. Dazu benötigen sie gute Augen und Ohren. Ihr Fressmechanismus ist dagegen einfacher als bei Säugern, weshalb sich Hals- und Zungenmuskeln erst später entwickeln.

science.ORF.at/APA/sda

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Forum

 
  • freiwelt, vor 698 Tagen, 7 Stunden, 55 Minuten

    raetselhaft an diesen urspruenglichen saeugern (in gewisser weise sind das ja auch die in austronesien anzutreffenden beuteltiere) finde ich deren ueberleben an der kreide- tertiaer-grenze, also jenen erdgeschichtichen bruch, nach dem die bislang dominanten suarier (und sonstige leufossilinein wie zB die ammoniten) ploetzlich verschwunden waren. bedeuten diese urspruenglichen saeuger nun, dass sich die saeuger zur kreide- tertiaer-grenze in urspruenglichen formen vorlagen und sich erst dannach weiter ausdifferenziert haben, oder dass zur kreide- tertiaer-grenze bereits ein mosaik aus urspruenglichen und progressiven saeugern vorhanden war? die saeuger zur saurierzeit werden doch immer als rattenartige insektivoren oder eierdiebe dargestellt, als haetts da nur eine spezies gegeben. moeglicherweise gehen die unterscheidungen, die man heute im vergleich austronesien versus rest der welt findet, viel weiter zuruek.

    und dann natuerlich die frage, warum die so artenreichen saurier so ratzeputz verschwunden sind, waehrend sich unter den saeugern relative vielfalt erhalten hat. (an einem globalen winter, den wechselwarme nicht ausgehalten haben, kanns doch nicht liegen. schliesslich weiss man, dass die saurier in sachen thermohaushalt teils schon ziemlich entwickelt waren. ein paar arten haetten doch ueberleben muessen)

    • vielleicht lags

      mantispa, vor 698 Tagen, 4 Stunden, 10 Minuten

      - wenn man den impakt überhaupt als saurier-killer akzeptiert - vornehmlich an der größe der dinos. dinos von echidna-größe gabs da entweder nicht oder sie starben vielleicht eh erst später aus.

    • (corr.)

      mantispa, vor 698 Tagen, 4 Stunden, 4 Minuten

      ahh - nicht "echidna" (wäre eine muräne!), sondern za- und tachyglossus.

  • ungenau

    iggi, vor 698 Tagen, 18 Stunden, 28 Minuten

    ameisenigel ist nicht in australien heimisch, sondern in australien und papua neu guinea.
    aber immerhin kein lapsus diesmal wie damals mit den zuckerrohrkroeten als "quackende reptilien".

    • allgeier, vor 698 Tagen, 8 Stunden, 34 Minuten

      Die Forumsschreiber übernehmen seit Urzeiten das Gegenlesen der Texte. Das gehört hier zum Brauchtum. Wie schön, wenn sich in unserer entfremdeten Gegenwart doch noch Traditionen herausbilden können :o)

    • das mit den

      iggi, vor 698 Tagen, 6 Stunden, 17 Minuten

      kroeten als reptilien darf man die geschaetzte redaktion nicht vergessen lassen, auch wenn die sich ueber den schnitzer vermutlich weniger kraenkt als ueber zuwenig gurkerl am pausenbrot ;-)

  • "säugende nahrungsaufnahme"

    mantispa, vor 699 Tagen, 1 Stunde, 59 Minuten

    für möchtegerngermanisten: pretty foodstuff!
    "seltene embryonen" klingt auch komisch.

  • Schön.

    allgeier, vor 699 Tagen, 8 Stunden, 25 Minuten

    Gut.
    Aber, der Text fasst das Geflecht von Sachverhalten verflixt eng zusammen, d.h. man muss sich viel Hintergrund vergegenwärtigen, um mitzukriegen, in was der Wert der Studie besteht. Diese selbst ist, von Meldung und Abstract her geschätzt, gut, an ein paar Knoten in dem feinen Netz kommt man heran. science-Texte wie dieser können eine Anregung sein, in welche Richtungen man bei Interesse suchen kann. Dem Leser das Suchen abnehmen können sie nicht. Das sollen sie auch nicht.

    • allgeier, vor 699 Tagen, 8 Stunden, 17 Minuten

      (Der Satz "Zwei Errungenschaften haben es den Säugetieren ermöglicht, die ganze Welt zu bevölkern ..." zum Beispiel ist zu kurz, zu eng.)