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Eine Frau schneuzt hinter einer Birkenblüte in ein Taschentuch.

Allergiediagnosen erfolgen meist zu spät

Trotz des langen Winters: Mit Erle und Hasel startet die Pollensaison. Allergien werden jedoch nach wie vor unterschätzt, warnen Ärztinnen und Ärzte.

Medizin 17.03.2010

Lange Zeit nicht ernst genommen

Allergien werden unterschätzt, zu spät diagnostiziert und mitunter nicht ausreichend behandelt, meint Waltraud Emminger. Sie ist Kinderfachärztin und leitet das Allergie-Ambulatorium Rennweg in Wien: "Einer von drei Patienten bzw. Patientinnen kommt aus unserer Sicht rechtzeitig zum Arzt - die anderen beiden gehen erst dann zum Arzt, wenn sie ihre Symptome nicht mehr aushalten."

Sechs bis neun Jahre vergehen bis zur Diagnose, so Emminger, und damit vergehen auch entsprechend viele Jahre bis zur Behandlung. Doch die wäre entscheidend, damit die Beschwerden nicht sogar chronisch werden.

"Es wird immer schwieriger"

Die späte Diagnose bedauert auch Hautarzt Reinhart Jarisch, der in Wien das Floridsdorfer Allergiezentrum leitet: "Das Immunsystem fährt quasi auf der falschen Schiene, und es wird für uns Ärzte immer schwieriger, das Immunsystem wieder in die Gesundheit und in die Toleranz zurückzubringen."

Jeder Vierte in Österreich sei von einer oder gar mehreren Allergien betroffen - ob Blütenpollen, Hausstaubmilben, Schimmelpilze oder Tierhaare; nicht eingerechnet sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die größte Gruppe sind Pollenallergiker: Geschätzt eine Million Menschen in Österreich reagieren darauf.

Behandlung der Ursache

Wege "zurück in die Gesundheit" gibt es aber: Die Symptome können mit Medikamenten gelindert werden (Medikamente wie Anti-Histaminika neutralisieren den Botenstoff Histamin), die allergieauslösenden Stoffe können gemieden werden - und seit einigen Jahren kann man auch die Ursache behandeln.

Emminger skizzierte den Ansatz der spezifischen Immuntherapie: "Das Ziel ist die Beeinflussung des Immunsystems, d. h., wir wollen die Betroffenen tolerant machen, damit sie dann nicht länger leiden. Zu dieser Immuntherapie kommen allerdings nur 13 Prozent der Patientinnen und Patienten, die eigentlich eine Immuntherapie brauchen."

Gewöhnung an das Allergen

Bei der spezifischen Immuntherapie wird direkt in den Krankheitsprozess eingegriffen und der Körper langsam an das Allergen gewöhnt. Das kann in Form einer Spritze, in Form von zu trinkenden Tropfen oder (derzeit nur für Gräserpollen) in Form von Tabletten erfolgen. Diese Therapie verspricht, eine Allergie langfristig zu mildern und nicht nur Beschwerden zu lindern. Sie muss allerdings Monate vor der Pollensaison gestartet werden.

Übrigens werden Allergiebetroffene auch im Internet unterstützt - beispielsweise durch den Pollenwarndienst und andererseits durch einen Allergiefragebogen - der allerdings sehr kurz und einfach gehalten ist und eine ärztliche Diagnose mit Haut- und/oder Bluttest keinesfalls ersetzen kann.

Barbara Daser, Ö1 Wissenschaft

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Forum

 
  • Also rennts bitte alle gleich zum Arzt

    hosenbeisser, vor 697 Tagen, 19 Stunden, 35 Minuten

    Denn der, samt der tollen Pharmaindustrie, will schliesslich auch massiv verdienen und Umsatz machen.

    • freelikeabird, vor 697 Tagen, 7 Stunden,

      Sei einfach froh darüber das du nicht zu denen gehörst die in der schönsten Jahreszeit wochen - oder monatelang Schnupfen, Ausschläge oder was auch immer haben.