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Hypochonder sollten vorsichtig im Web surfen

Das Internet bietet eine unerschöpfliche Fülle von Informationen - auch zu medizinischen Themen. Patienten drohen in der Datenflut aber zu ertrinken: Viele können seriöse kaum von unseriösen Informationen unterscheiden und gute Auskünfte oft nur schwer interpretieren.

Internet 26.03.2010

Insbesondere Hypochonder sollten beim Surfen im Netz vorsichtig sein, wie Mediziner der amerikanischen Universität Harvard mahnen.

Der Artikel "Untangling the Web - Patients, Doctors, and the Internet" ist im "New England Journal of Medicine" (Bd. 362, S. 1.063) erschienen.

"Nichts hat die ärztliche Praxis grundlegender verändert als das Internet", schreiben Pamela Hartzband und Jerome Groopman vom Beth Israel Deaconess Medical Center in einem Artikel. Früher habe die medizinische Information ganz in der Hand des Arztes gelegen, nun hätten auch Patienten Zugang zu einer Fülle von Informationen über alle möglichen Krankheiten und Beschwerden.

PC-Infos als Wahrheiten

Welch verheerende Wirkung diese Datenschwemme haben kann, beschreiben die Mediziner am Beispiel eines Mannes, der an Rückenschmerzen litt. Nach ausgiebiger Recherche im Internet gelangte der zu Hypochondrie neigende Patient zu der festen Überzeugung, hinter seinen Beschwerden stecke ein lebensbedrohliches Aneurysma der Hauptschlagader.

Nachdem er sich eine Woche lang voller Sorge ausgiebig beobachtet und befühlt hatte, raffte er sich schließlich dazu auf, einen Arzt zu konsultieren. Der gab schon nach kurzer Untersuchung Entwarnung, woraufhin auch der Rückenschmerz verschwand.

"Informationen werden als Tatsachen wahrgenommen, nur weil sie auf einem Computermonitor stehen", schreiben Hartzband und Groopman. "Manchmal sehen wir uns in der unangenehmen Situation, verzweifelte sensible Patienten davon zu überzeugen, dass sie falschen Angaben aufgesessen sind."

Persönliches Gespräch nach wie vor am besten

Auch dass Patienten Resultate ihrer Untersuchungen häufig per Internet oder Email erfahren, mag zwar bequem sein und ihnen lästige Anrufe oder Besuche beim Arzt ersparen. Aber mitunter kann die Interpretation der Befunde heillose Verwirrung stiften oder sogar Panik auslösen.

"Die Wirkung der durch das Internet übermittelten Informationen lässt sich unmöglich beurteilen", betonen die Mediziner. "Wir können weder die Mimik sehen noch Tränen oder fragende Blicke."

Daher gebe es zum persönlichen Gespräch zwischen Mediziner und Patient keine Alternative, schreiben sie: "Ärzte bieten die besten Voraussetzungen, Informationen abzuwägen und Patienten Rat zu geben."

science.ORF.at/APA/apn

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Forum

 
  • giohannes, vor 689 Tagen, 5 Stunden, 29 Minuten

    was vor allem allgemeinärzte manchmal für diagnosen aus den ärmeln schütteln, und irgendwas verschreiben, ohne den wahren ursachen auf den grund zu gehen, ist manchmal haaresträubend. am besten ist, nach möglichen ursachen selbst zu recherchieren, und dann gleich einen facharzt dafür konsultieren. das ist meine meinung dazu.

  • Als Hypochonder

    seeigel, vor 689 Tagen, 5 Stunden, 34 Minuten

    brauch ich das Web gar nicht. Mir genügt die ORF-Teletext-Seite "Biowetter" vollkommen.

    • Da find ich

      seeigel, vor 689 Tagen, 5 Stunden, 32 Minuten

      jeden Tag das passende Leiden.

  • vielleicht nutzt das auch was:

    kaharatschonbonatschon, vor 689 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten

    Nicht die Rosenkranz wählen!

    Die FPÖ verbieten!

    Das BZÖ auch!

    • na das

      mantispa, vor 687 Tagen, 19 Stunden,

      würde erst neurosen und verschw.-th. schüren!

  • "Wie Mediziner warnen..."

    hosenbeisser, vor 689 Tagen, 7 Stunden, 17 Minuten

    Da fürchten wohl einige Mediziner um ihre finanziellen Einnahmenquellen. Ist ja auch was ganz schlimmes wenn Mensch selber nachlesen kann und keinen Mediziner zum dahererfinden irgendwelcher "Ursachen" braucht... *fg*

    Amüsant ist auch: "Viele (Patienten) können seriöse kaum von unseriösen Informationen unterscheiden". Aha, und Ärzte können das also? Aber sowas.

  • zeigt eines wieder klar:

    futuresohn, vor 689 Tagen, 9 Stunden, 4 Minuten

    Das Internet ersetzt keine Bildung. Informationen, ob aus dem Internet oder anderen Medien, kann dem Gebildeten nutzen, den Ungebildeten machen sie nicht klüger, sondern verwirren ihn eher. Informiertsein und Bildung sind verschiedene Dinge.

    Kenne einige Leute, die sich Dinge alleine mit Infos aus dem Internet beibringen wollten. Nachdem sie viele Irrwege gegangen sind und dementsprechend viel Zeit totgeschlagen haben, sind sie letztendlich wieder bei einem persönlichen Lehrer gelandet. Nichts gegen Erfahrung sammeln, aber allein mit dem Internet und der kollektiven Ratlosigkeit seiner Mitmenschen kann man gehörig viel Zeit verplempern.

    • Naja, einige Dinge kann man sich schon rein über das...

      patriotoesterreichs, vor 689 Tagen, 7 Stunden, 45 Minuten

      ...Internet beibringen.

      Mit entsprechender Vorbildung ist es ohne Weiteres möglich, sich z.B. die Programmiersprache Python beizubringen ausschließlich mit Informationen aus dem Internet. Es hängt halt immer davon ab, wie gut die Informationen tatsächlich aufbereitet sind.

      Aber natürlich trifft Ihre Aussage "... kann dem Gebildeten nutzen, den Ungebildeten machen sie nicht klüger ..." auch da irgendwie zu.

  • Religiöse Impfgegner und Schweinegrippe.

    bildschnitzer, vor 689 Tagen, 11 Stunden, 34 Minuten

    Das Duell tobt Heute noch durchs Netz.

  • benjaminwipfler, vor 689 Tagen, 13 Stunden, 28 Minuten

    erst gestern haben sie betreffend computerviren gewarnt und das sie meist unterschätzt werden.

  • besonders die staatsfunkseiten

    sowas11, vor 689 Tagen, 15 Stunden, 6 Minuten

    sind dem hypochonder NICHT zu empfehlen...

    • tauceti, vor 689 Tagen, 2 Stunden, 47 Minuten

      na dann gehst halt auf RTL oder auf Krone.at.

  • Die natürliche Auslese

    protos, vor 689 Tagen, 15 Stunden, 38 Minuten

    geht auch im 21 Jahrhundert weiter.

    • patriotoesterreichs, vor 689 Tagen, 5 Stunden, 56 Minuten

      Wollen Sie mit der Aussage jetzt den Hypochondern Mut machen?

    • Ja. Ein wenig provozieren

      protos, vor 689 Tagen, 4 Stunden, 21 Minuten

      damit sie ihre Energien in sinnvollere Aktivitäten stecken.

    • patriotoesterreichs, vor 689 Tagen, 4 Stunden, 11 Minuten

      Sie könnten sich z.B. intensiver fortpflanzen, um der natürlichen Auslese entgegenzuwirken.

    • Genau.

      protos, vor 689 Tagen, 3 Stunden, 41 Minuten

      Um denen die ihnen die Krankheiten einreden die unnatürliche Auslese nicht zu leicht zu machen.

    • bio! (für öpatriot:)

      mantispa, vor 687 Tagen, 18 Stunden, 52 Minuten

      je intensiver man sich ftpflt, desto eher kann die nat. auslese angreifen.

  • tomtom72, vor 689 Tagen, 15 Stunden, 45 Minuten

    Nicht nur auf dem Bildschirm werden Unwahrheiten als Wahrheiten wahrgenommen.

    Das gilt auch für TV, Print und Radio Medien.