
Archaeopteryx konnte nicht richtig fliegen
Das berichteten Gareth Dyke vom University College Dublin und Robert Nudds von der Universität Manchester im US-Fachjournal "Science". Die Wissenschaftler hatten die Federn des Archaeopteryx und des Confuciusornis analysiert, zwei der frühesten Vogelformen auf der Erde.
Die Studie "Narrow Primary Feather Rachises in Confuciusornis and Archaeopteryx Suggest Poor Flight Ability" ist im Fachblatt "Science" (Bd. 328, S. 887) erschienen.
Beide Urvögel lebten vor rund 100 bis 140 Millionen Jahren - unter Forschern ist umstritten, ob sie fliegen konnten oder nicht. Den Erkenntnissen zufolge entwickelten die Vögel erst viel später in der Evolution als bisher gedacht echte Flugkünste.
Zu dünne Federschäfte
Um einen kraftvollen Flug zu ermöglich, müssten Federn stark und kräftig sein und das Gewicht der Vögel tragen, ohne sich zu biegen, heißt es in der Studie. Diese Kraft komme bei Vögeln späterer Entwicklungsstufen vom mittleren Schaft der Feder. Er gebe Stabilität und Kraft und sei außerdem hohl, um das Gewicht zu reduzieren.
Die Forscher untersuchten Fossilien der frühen Vögel und fanden heraus, dass der Schaft der Federn dünner war als heute. Sie berechneten, dass die Tiere damit höchstens herumflattern konnten. Ob damit das letzte Wort in dieser Angelegenheit gesprochen ist, bleibt allerdings zu bezweifeln: Vor sechs Jahren kamen britische Forscher nach Untersuchungen von Archaeopteryx' Gehirnschädel zur genau gegenteiligen Einschätzung - und bescheinigten dem Urvogel volle Flugfähigkeit.
science.ORF.at/dpa
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