
Pockenimpfung gegen HI-Viren?
Experimente hätten gezeigt, dass sich das Virus bei Geimpften schlechter vermehren kann. Die Belege reichen laut den Forschern rund um Raymond Weinstein von der George Mason University aber nicht aus, um die Impfung als Vorbeugung wieder aufzunehmen.
Neue Erklärung für die Pandemie
Die Studie "Significantly Reduced CCR5-tropic HIV-1 Replication in vitro in Cells from Subjects Previously Immunized with Vaccinia Virus" von Raymond Weinstein et al. ist in "BMC Immunology" erschienen.
Es gibt bereits einige Theorien zur rasanten Ausbreitung des HI-Virus, aber den Forschern zufolge kann keine davon die Pandemie umfassend erklären. Die "unerwünschte Nebenwirkung" der Pockenimpfung könnte jedenfalls eine neue Erklärung für den historischen Verlauf liefern.
Nach der weltweiten Auslöschung der Pocken ging der Einsatz der Impfung von den 1950er bis in die 1970er Jahre langsam zurück, so dass heute nur noch wenige gegen Pocken geimpft sind. Nach dem Auslaufen der Immunisierung beschleunigte sich laut den Forschern aber die Ausbreitung des HI-Virus.
Reproduktion verringert
Um herauszufinden, ob es dabei einen Zusammenhang gibt, untersuchten sie, wie die weißen Blutkörperchen von frisch Geimpften auf HIV reagieren. Und tatsächlich war die Reproduktionsrate des gefährlichen Virus im Vergleich zu nicht Pockenimmunisierten deutlich geringer; es vermehrte sich sogar um ein Fünffaches weniger.
Die Wissenschaftler vermuten, dass die Impfung das Immunsystem langfristig verändert, unter anderem einen bestimmten Rezeptor, der sowohl vom Pocken- als auch vom HI-Virus verwendet wird.
science.ORF.at


