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Zeichnung von drei Mammuts

Klimawandel durch Mammutsterben

US-Forscher machen das Aussterben nordamerikanischer Mammuts für einen historischen Klimawandel verantwortlich. Die Riesensäuger entließen große Mengen Methan in die Atmosphäre, der Wegfall des Treibhausgases habe vor 13.000 Jahren eine Kaltzeit ausgelöst.

Klima 25.05.2010

Verschwinden der Riesen

Die Koinzidenz ist zumindest auffällig. Vor rund 13.000 Jahren existierte in Nordamerika noch eine ansehnliche Palette von Riesensäugern. Nebst Mammuts bevölkerten noch weitere Kolosse, Mastodons und Riesenfaultiere etwa, den Kontinent. Anderthalb Tausend Jahre später waren sie großteils verschwunden, ausgestorben. Just in diesem Zeitraum kam auch der Mensch nach Nordamerika, wie Funde von Archäologen beweisen. War Homo sapiens für die ungewöhnlich rasche Dezimierung von Mammuts und Co verantwortlich?

Die Studie in "Nature Geoscience" (Online-Publikation; doi:10.1038/ngeo877): Methane emissions from extinct megafauna

Ja, meint Felisa Smith von der University of New Mexico. Gemeinsam mit zwei Kollegen hat die Biologin nun Berechnungen im Fachblatt "Nature Geoscience" vorgelegt, die den Einfluss des Menschen auf Fauna und Umwelt belegen sollen: Laut den US-Forschern waren die amerikanischen Großsäuger ein entscheidender Faktor im globalen Methanhaushalt, sie könnten jährlich bis zu 9,6 Millionen Tonnen des Treibhausgases ausgeschieden haben. Wie Messungen aus grönländischen Bohrkernen zeigen, fiel die globale Methankonzentration vor 13.000 bis 12.000 Jahren abrupt ab - also in jener Phase, als auch die amerikanische Riesenfauna von der Bildfläche verschwand.

Methanverlust ...

Smith meint, der Mensch habe die großen Pflanzenfresser ausgerottet und dadurch den Gehalt von Methan in der Atmosphäre massiv reduziert. Das habe wiederum eine Kaltzeit ausgelöst, die Klimahistoriker als Jüngere Tundrazeit bzw. Jüngeres Dyras bezeichnen: Vor knapp 12.700 Jahren kam es vor allem auf der Nordhalbkugel zu einem Temperatureinbruch, der, obwohl die Eiszeit schon vorbei schien, zu neuerlichen großräumigen Vergletscherungen führte.

Grafik: Methankonzentration (y-Achse), Zeit (x-Achse)
Abfall des atmosphärischen Methangehalts während der Jüngeren Tundrazeit

In Skandinavien verschwanden aufgrund der widrigen Bedingungen die Nadelwälder und wurden von der kargen Tundra-Flora verdrängt. Der Rückfall in eiszeitliche Verhältnisse dauerte knapp tausend Jahre, erst dann wurde das Klima wieder langsam milder.

...und Abkühlung

Laut Smith' Berechnungen könnte ein Abfall von 20 ppb (Milliardstel Volumsanteile) Methan die Temperatur um ein Grad Celsius gedrückt haben. Nachdem die Methankurve vor der Jüngeren Tundrazeit um 180 ppb gefallen ist, macht das nach Adam Riese neun Grad, was gut mit klimahistorischen Daten übereinstimmt.

Ob die von den US-Forschern vorgeschlagene Kausalkette die einzig mögliche ist, bleibt gleichwohl abzuwarten. Denn speziell das Aussterben der Riesensäuger könnte auch andere Ursachen gehabt haben. Smith und ihre Kollegen fordern jedenfalls: Man möge das Anthropozän, jene Periode, in der ein menschlicher Einfluss auf Natur und vor allem Klima nachzuweisen ist, doch bitte vorverlegen. Als neuen Beginn des Erdzeitalters schlagen sie das Jahr 13.400 vor unserer Zeit vor - der Beginn der ersten Migrationswelle des Menschen nach Nordamerika.

Robert Czepel, science.ORF.at

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Forum

 
  • hahahahaha

    co2goodforlife, vor 627 Tagen, 13 Stunden, 50 Minuten

    das IPCC und der Rest der Welt sieht es als gesichert an, dass dieser Kälterückfall um 13ka BP wegen der massiven Gletscherschmelze über Nordamerika zur Abschwächung des Golfstromes und der Theromhalinen Zirkulation führte, dies zur Abnahme von CH4 und CO2 in der Atmosphäre.
    Wenn diese von Smith proklamierten 180ppb einen T Sturz verursachen, dann muss die Erwärmung seit 1980 alleine wegen CH4 bereits ca. 1,5°C ausmachen:

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:NOAA-greenhouse-gases-till-
    2006-de.png&filetimestamp=20061211181318

    Unheimlich, welche Studien heute veröffentlicht werden dürfen. CH4 vorindustriell betrug 750ppb, heute 1750ppb und ergibt ein radiative Forcing von 0,5W/m², T Erhöhung ca. 0,1°C.!!!
    Smith macht ca. das 50 Fache daraus.

    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/
    commons/thumb/b/bb/Radiative-forcings.svg/600px-Radiative-forcings
    .svg.png

  • Ich als

    mastodon, vor 628 Tagen, 5 Stunden, 46 Minuten

    sage: stimmt nicht!
    Ich weiß es.
    Ich war dabei. :-)

  • Smith meint ...

    hosenbeisser, vor 629 Tagen, 2 Stunden, 59 Minuten

    So so, der meint also. Na, schön.

    Der Kasperl Smith sollte im Kabarett auftreten.

  • *lach*

    phloh, vor 629 Tagen, 10 Stunden, 2 Minuten

    Das is fast so lustig wie
    Öllecks mit Atombomben schließen zu wollen...

  • methan aktuell

    webby, vor 629 Tagen, 10 Stunden, 39 Minuten

    durch politikerpupse gesichert.

  • pendler, vor 629 Tagen, 11 Stunden, 12 Minuten

    das ist jetzt aber einer verarsche, oder? ich muss kein (US) forscher sein um zu wissen dass, das ganze hier ein vollkommener blödsinn ist.

    • Ist es nicht. Es ist nur eine Theorie

      schulinspektor, vor 629 Tagen, 8 Stunden, 33 Minuten

      Was ich da allerdings nicht glaube ist, dass der Mensch damals wirklich im Stande war, diese Riesen-Tiere auszurotten. Ich glaube kaum, dass damals mehr als 100.000 Menschen nach Amerika eingewandert sind. Man muss bedenken, dass es nach der großen Eiszeit vielleicht 5 bis 10 Mio. Menschen auf der Welt gab.

    • bravenewone, vor 629 Tagen, 5 Stunden, 35 Minuten

      @schulinspektor: Nein Theorie nicht. Bestenfalls eine wackelige Hypothese.

      Das Jüngere Dryas ist gekennzeichnet durch einen rapiden T Abfall innerhalb eines Jahrzehntes (+/- 10 Jahre) - was für ein eindeutig abruptes Ereignis spricht (Möglichkeiten - siehe ein Posting weiter unten von mir).

      Es dürfte doch ziemlich unwahrscheinlich sein, dass innerhalb einer oder zwei Einwanderergeneration diese gesamten Spezies ausgerottet wurden durch den Menschen.

      Das einfach zu postulieren - ohne Beweise dafür ist schon stark, dann davon ausgehen und modellrechnen setzt dem schon eine kleine Krone auf

    • GGS

      render, vor 627 Tagen, 16 Stunden, 57 Minuten

      ein- bis zwei Generationen scheint tatsächlich etwas schnell, aber man muss bedenken, dass die grossen Tiere in Afrika/Eurasien mit dem Menschen in Koevolution standen und an diesen angepasst waren (Menschen wurden bessere Jäger, Tiere wurden scheuer/vorsichtiger/???, Menschen wurden noch bessere Jäger etc.). Die Megafauna in Amerika hingegen wurde von völlig entwickelten Jägern überrascht, und dürfte so recht rasch dahingerafft worden sein, sehr zum Nachteil der lokalen Bevölkerung. Quelle: "Guns, Germs and Steel"

  • Vergebene Liebesmüh' bei der Kindererziehung ?!

    manfredvogl, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 18 Minuten

    Da versucht unsereiner dem Nachwuchs beizubringen es hieße "Flatus" und nicht "Schas", "Sch...ade" und nicht "Schyze" und dann kommt sowas daher!

    Abgesehen davon produziert ein verwesendes Mammut wahrscheinlich auch indirekt etwas an pösem Methan. Wurde das denn mit berücksichtigt?

    (-;

    Aber sie haben schon recht, sollen unsere Schnitzelbeißer ruhig höher besteuern. aNch der CO2-Steuer die Methan-Abgabe und der In-der-Freizeit-ausatem-Beitrag!

    • slartibartfast, vor 629 Tagen, 1 Stunde, 20 Minuten

      noe, der klimawandel kam so schnell, dass das mammut keine zeit mehr hatte zu verwesen: es fror vorher ein. oder so :)

  • plausiblere Ursachen für jüngere Dryas

    bravenewone, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 21 Minuten

    Impakt:
    http://www.nature.com/nature/journal/v447/n7142/full/447256a.html
    http://www.sciencemag.org/cgi/content/abstract/323/5910/94

    Unterbrechung des themohalinen Zyklus durch Einfließen von extrem slazreichen Wassers durch Rückgang des eiszeitlichen Eisschildes:
    http://www.nature.com/news/2010/100331/full/464657a.html

  • Überzeugender Artikel!

    antonjesus, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 35 Minuten

    Mehr zum Thema Korrelation und Kausalität in wissenschaftlichen Arbeiten:

    Studie beweist:
    Die Kinder werden vom Storch gebracht!

    http://tinyurl.com/39eo9ve

    • lol

      hbaum, vor 628 Tagen, 11 Stunden, 54 Minuten

    • lol

      hbaum, vor 628 Tagen, 11 Stunden, 54 Minuten

  • bravenewone, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 38 Minuten

    Äh einfach: nein ;-)