
Erde um 90 Mio. Jahre verjüngt
Die neuen Berechnungen lösten ein Problem, das die Forscher bisher verwirrt habe: "Besonders wichtig ist, dass dieses Alter mit dem Alter des Mondes übereinstimmt", betonte Thorsten Kleine vom Institut für Planetologie der Universität Münster, einer der Studienautoren.
Widerspruch aufgelöst
Der Mond entstand, als ein etwa marsgroßer Körper mit der Erde kollidierte. Diese Kollision war das letzte große Ereignis in der Entstehung des Planeten. Daher sollten Erde und Mond das gleiche Alter haben, wie die Forscher betonten. Die bisherigen Altersbestimmungen hatten aber immer einen deutlichen Altersunterschied zwischen Erde und Mond ergeben.
Für die Bestimmung des Erdkernalters untersuchen die Forscher das Element Wolfram. Ein Teil des Wolframs, das Isotop Wolfram-182, ist durch radioaktiven Zerfall aus Hafnium-182 entstanden. Dieser Zerfallsprozess ist zeitabhängig und kann daher zur Datierung verwendet werden. Bei der Kernbildung wanderte nahezu das gesamte Wolfram der Erde in den Erdkern, während Hafnium vollständig im Erdmantel verblieb.
Für die Bestimmung des Kernalters muss man jedoch auch wissen, ob Erdmantel und Erdkern einst im chemischen Gleichgewicht standen. Bisher ist man genau davon ausgegangen. Die neuen Arbeiten zeigen jetzt jedoch, dass sich dieses Gleichgewicht wahrscheinlich nie eingestellt hat – das führt zu einer Revidierung der bisherigen Altersangaben.
science.ORF.at/dpa
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