
Proto-Kraken hatten zwei Arme
Flunder mit Tentakeln
Nectocaris pteryx, wie das rund 500 Millionen Jahre alte fossile Tier heißt, wurde bereits in den 1930er Jahren entdeckt. Die Biologie dieses Tieres blieb jedoch rätselhaft, man hielt es lange Zeit für einen unbekannten Vorfahr der Krebse oder Wirbeltiere.

Die entsprechende Studie, Primitive soft-bodied cephalopods from the Cambrian, ist im Fachblatt "Nature" (Bd. 465, S. 469) erschienen.
Die kanadischen Forscher haben jetzt anhand von 91 weiteren Fossilienfunden der vergangenen Jahrzehnte ein genaueres Bild zusammengesetzt.
Demnach hatte das fünf bis sieben Zentimeter lange Tier einen flachen, flunderartigen Körper ohne Schale, am Kopf zwei große Stielaugen und zwei lange, flache und biegsame Tentakel. Außerdem besaß es eine Körperhöhle, Kiemen und eine Art beweglichen Schlauch, der jenem heutiger Tintenfische ähnelt.
Schwimmen per Rückstoßprinzip

All diese Merkmale stellen das Tier in die Verwandtschaft der Tintenfische und Kraken, schließen die Forscher. Der biegsame Schlauch, der in die Körperhöhle führte, könnte darauf hindeuten, dass Nectocaris schon vor einer halben Milliarde Jahren das Raketen-Prinzip zur Bewegung nutzte, ebenso wie die heutigen Kraken.
science.ORF.at/dpa
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