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Die Alpen sind tektonisch noch aktiv

Österreich bewegt sich doch - zumindest in geologischer Hinsicht. Wiener Geologen melden den ersten "handfesten geologischen Beweis", dass die Ostalpen immer noch in Bewegung, also tektonisch aktiv sind.

Geologie 08.06.2010

Dieser Beweis besteht laut Aussendung aus Kratzern im Kalksinter einer Höhle am Hochschwab in der Steiermark.

Sichtbare Spuren der Bewegung

Es handle sich dabei um die ersten an der Oberfläche sichtbaren Spuren solcher Bewegungen, betonte Bernhard Grasemann, Leiter des Departments für Geodynamik und Sedimentologie der Uni Wien, gegenüber der APA. "Ansonsten sind solche Spuren durch die massive Erosionskraft der letzten Eiszeit effektiv weggewischt", so der Wissenschaftler.

Die Erforschung des seltenen Belegs begann damit, dass Grasemanns Dissertant Lukas Plan in der 190 Meter tiefen Höhle zufällig 25 Zentimeter lange Kratzer im Kalksinter bemerkte. Um eine Erklärung für die zerkratzte Höhlenwand zu finden, führte Plan zusammen mit Kollegen der Universitäten Innsbruck und Bern eine Reihe von Messungen und Untersuchungen durch. "Unsere Beobachtungen haben ergeben, dass sich der gesamte Höhlengang um 25 Zentimeter bewegt haben muss", so Plan.

Erdbeben möglich

Heruntergefallene Blöcke und Tropfsteine wurden durch die Bewegung entlang der Störung mitgeschleift und haben auf diese Weise die Kratzer bewirkt. Aufgrund wiederholter Sinterablagerungen auf diesen Kratzern konnten die Forscher anhand geochronologischer Methoden den Zeitraum auf zwischen 118.000 und 9.000 Jahren vor heute eingrenzen. "Höchstwahrscheinlich war es ein Erdbeben der Stärke sechs, das zu dem Versatz von 25 Zentimetern geführt hat", sagte der Geologe. Es könnte sich aber auch um ein langsames Schieben oder sogar eine Summe von Erdbeben gehandelt haben. Das soll in weiteren Analysen geklärt werden.

Die tektonischen Bewegungen wurden als Teil der 400 Kilometer langen Störungszone zwischen Innsbruck und Wiener Becken - "Salzach-Ennstal-Mariazell-Puchberg-Störung" oder SEMP-Störung - erkannt. Diese Störung ist die nördliche Begrenzung eines keilförmigen Blocks, der sich seit 25 Millionen Jahren in Richtung Osten schiebt. Laut GPS-Messungen beträgt die Bewegung 1,6 Millimeter pro Jahr. Der Nachweis der tektonischen Aktivitäten belegt laut den Experten nicht zuletzt, dass es in Österreich nach wie vor zu größeren Erdbeben kommen kann.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • weit sensationeller

    iggi, vor 614 Tagen, 17 Stunden, 42 Minuten

    ist doch die neueste studie ueber die doch nicht versinkenden pazifischen inselatolle. die flaeche der weitaus meisten blieb entweder gleich oder wuchs ueber die letzten 20-60 jahre. wellen und stuerme tragen neues land an, die korallen wachsen mit wachsenden meeresspiegel (was mir ehrlichgesagt aus einem kinderbuch schon um 1962gelaeufig war).

    http://www.newscientist.com/article/mg20627633.700-shapeshifting-islands-defy-sealevel-rise.html

    naja, nichts fuer die massenmedien nehme ich an.

    • bravenewone, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 16 Minuten

      Dass Korallenriffe (die ja die Atolle aufbauen) mit dem Meeresspeigelanstieg mitwachsen (sofern sie nicht absterben durch andere Einflüsse) ist aber wirklich trivial

    • bravenewone, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 12 Minuten

      Und wenn der Meeresspiegelanstieg sich ungefäfhr im Bereich der Sedimentationsrate bewegt(was im relevanten Zeitraum der Fall war), passiert genau das was die Studie so "sensationell" herausgefunden hat

    • onkeljosefsnichte, vor 614 Tagen, 12 Stunden,

      Versinkt jetzt Tuvalu oder nicht?
      Aber Auf irgendwelchen reinen Korallenatollen würde ich sowieso nicht siedeln. Das "Land" da ist sicher nur flacher nasser Sand da :)
      Oder wachsen die Korallen über Wasser weiter, wenn sie herausschauen? Ach ich bin noch nie in der Südsee gewesen!

    • bravenewone, vor 614 Tagen, 11 Stunden, 50 Minuten

      Mittelfristig nicht - danach hängt es von der Geschwindigkeit des Meeresspiegelanstiegs und der Sedimentationsrate und damit von der Aktivität der Korallen ab

    • jede studie

      iggi, vor 614 Tagen, 11 Stunden, 16 Minuten

      die nicht das klimawandelthema von versinkenden koralleninseln aufwaermt, ist sensationell heutzutage, ihr banausen. korrektur: bananen.

    • onkeljosefsnichte, vor 614 Tagen, 11 Stunden, 15 Minuten

      Also kann das Korallenwachstum einen Anstieg des Meeresspiegels ausgleichen? Immer, oder bis zu welchem Grad?
      Ich bin vielleicht lästig. An der Nordsee war ich. Anderer Fall: "halb Holland liegt unterhalb des Meeresspiegels", wie geht das gut?

    • bravenewone, vor 614 Tagen, 11 Stunden, 1 Minute

      Auf einem Atoll, das auf einem Korallenriff basiert: ja, unter der Bedingung, dass der Meeresspiegel nicht zu schnell steigt und Salzgehalt und Wassertmeperatur, sowie Nährstoffangebot einigermaßen konstant bleiben

      Was du mit Holland meinst ist mir ein Rätsel

    • onkeljosefsnichte, vor 613 Tagen, 16 Stunden, 27 Minuten

      warum Holland überhaupt existieren kann! Oder sind diese "Meereshöheangaben" alle Fiktion? Und wenn der Meeresspiegel der Nordsee noch mehr steigt?
      Mal schauen, was es darüber zu lesen gibt.

    • es geht nicht nur um korallen

      iggi, vor 613 Tagen, 16 Stunden, 3 Minuten

      sondern auch um substantielle anschwemmungen von erdgut. derlei inseln sind so klein dass laut studie ein kraeftiger hurrikan die oberflaeche um 60% vergroessern kann. Auch bauliche massnahmen wie das verbinden kleiner inseln durch daemme hat eine vergroesserung der landflaeche zur folge. alles viel komplizierter und faszinierender als die primitive 'inseln werden versinken' propaganda.

    • dass halb holland unter dem meeresspiegel liegt

      iggi, vor 613 Tagen, 15 Stunden, 58 Minuten

      war einer neulich aufgedeckten fehler im IPCC berichte. von der breiten oeffentlichkeit voellig unbeachtet auch die stellungnahemder der hollaendischen deichbehoerden in irgend einer ausgabe des 'aftenblatt', dass a) ueber die letzten jahrzehnte kein meeresspiegelanstieg an hollands kueste gemessen wurde und b) selbst im falle eines zukuenftigen anstieges bauliceh massnahmen schnell genug vorgenommen werden koennten. Die einzige ueberschwemmung die holland moeglicherweise zu fuerchten hat sind die mohammedaner.

    • onkeljosefsnichte, vor 613 Tagen, 15 Stunden, 11 Minuten

      aber ich habe das vor 40 Jahren in unserem Schulatlas gesehen, dunkelgrün, "unter Meeresspiegel". Und in Holland sind schon viele bei Sturmfluten umgekommen.
      Man weiß, wieviel die in Deichbau investieren, und warum darf ich danach nicht fragen, ohne dass mir irgendein Heini mit "Mohamedanern" kommt. Sind anscheinend sowas wie "Indianer", und seit die wilden Indianer ausgestorben sind, brauchts einen neuen Popanz.

      Die holländischen Behörden sagen ihren Leuten, dass das Geld nicht umsonst ausgegeben wird. Vielleicht stimmt das, würde mich freuen für die Holländer.

    • bravenewone, vor 613 Tagen, 3 Stunden, 35 Minuten

      Herrlich wenn Leute ohne Ahnung aber mit viel Internet und politischer Motivation (die so groß ist, dass man es noch nicht mal schafft bei einem wiss. Thema seine politischen Ansichten unterzubringen) Quark lamentieren weil sie in einer Studie, deren Aussage sie nicht verstehen die Widerlegung einer vermeintlichen Verschwörung sehen

      Oh und btw: Das Thema ist weder sensationell noch totgeschwiegen - und btw. das was der Hurricane anschwemmt vergrößert nie im Leben eine Insel um 60% und besteht aus hauptsächlich --- Korallen(Trümmern, Fragmenten, Lebewesen)

      http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3937&Alias=Wzo&cob=498114

  • solidstate, vor 615 Tagen, 11 Stunden, 50 Minuten

    Dass die Alpen noch tektonisch aktiv sind ist so neu wie die Tatsache, dass die Erde rund ist. Das sollte jeder von uns schon in der Schule gelernt haben (wenn man aufgepasst hat). Ausserdem beweisen es sowohl die oft auftretenden Erdbeben als auch die messbare Hebung der Alpen.

    • sehr richtig.

      mantispa, vor 615 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten

      da hat ein redaktör wieder mal nicht achtgegeben. nicht dass die alpen aktiv sind, ist das besondere der meldung, sondern dass es eine querteilung der ostalpen in zwei blöcke gibt, die sich o-w zueinander verschieben (können).

    • slartibartfast, vor 614 Tagen, 14 Stunden, 39 Minuten

      zueinander verschieben? werden die berg also ein bisserl hoeher, aber in welchem zeitraum - wieviele jahrmillionen dauert das?

    • solidstate, vor 614 Tagen, 12 Stunden, 37 Minuten

      Bei den Alpen halten sich die Hebung und die natürliche Verwitterung derzeit meist ungefähr die Waage.
      Es kommt auch immer wieder zu schweren Erdbeben wie die Ereignisse in Friaul direkt vor unserer Haustür erst vor wenigen Jahrzehnten bewiesen haben (ich war damals selbst in Kärnten und habe das Beben deutlich gespürt). Afrika schiebt sich weiterhin nach Norden und wird nicht damit aufhören nur weil wir jetzt da sind.

      @mantispa bringt es wieder einmal auf den Punkt.