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Küken einer Kragentrappe im Porträt

George-Clooney-Effekt bei Vögeln

Gut, dass wir Menschen keine Vögel sind. Ist es vorstellbar, dass Frauen fittere Kinder bekommen, nur weil sie bei der künstlichen Befruchtung George Clooney gesehen haben? Eben. Bei einer Trappenart haben Forscher aber so etwas Ähnliches beobachtet.

Zoologie 14.06.2010

Schon das Betrachten aufreizend balzender Männchen führt zu einem besseren Bruterfolg weiblicher Kragentrappen, berichten sie in einer aktuellen Studie.

Auf der Roten Liste bedrohter Arten

Link zur Studie:

"Watching sexy displays improves hatching success and offspring growth through maternal allocation" von Adeline Loyau und Fréderic Lacroix in den "Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences".

Kragentrappen (Chlamydotis undulata) und verwandten Trappenarten ist es in den vergangenen Jahrzehnten ziemlich an den Kragen gegangen. Die in den arabischen Ländern beliebte Falkenjagd hat dazu geführt, dass sich die Vögel mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Arten befinden. Da sich die arabischen Scheichs aber auch in Zukunft am Schauspiel trappenjagender Falken erfreuen wollen, sind mittlerweile eigene Zuchtprogramme für die gefährdeten Vögel eingerichtet worden.

Eines davon befindet sich in dem im Nordosten von Marokko gelegenen Emirates Center for Wildlife Population (ECWP). Seit 1995 wird dort der Bestand der Kragentrappen wieder aufgepäppelt - bisher durchaus mit Erfolg. Wurden in dem Gebiet im Jahr 2000 noch rund 400 frisch geschlüpfte Vögel gezählt, so waren es 2006 bereits an die 4.000.

Dass man den Zuchterfolg noch optimieren kann, berichten nun die Umweltökologin Adeline Loyau, die derzeit am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig arbeitet, und ihr Kollege Fréderic Lacroix vom ECWP in einer Studie.

Eine erwachsene Kragentrappe

Eine erwachsene Kragentrappe

Faktoren der mütterlichen Allokation

Dabei haben sie einen besonderen Aspekt eines Phänomens untersucht, das sich "mütterliche Allokation" nennt. Gemeint ist damit die Menge an Energie und Ressourcen, die Muttertiere in ihren Nachwuchs investieren. Gemäß der Evolutionsbiologie ist diese Menge umso höher, je mehr genetische Fitness sie sich bei der Reproduktion "erwarten" können. Körperliche Vererbung ist aber nicht der einzige Faktor für die Ressourcenzuweisung, auch Umweltbedingungen spielen eine entscheidende Rolle.

"Neben internen und externen Faktoren, die die mütterliche Allokation betreffen, ist die Attraktivität des Partners die bisher am wenigsten verstandene", schreiben die Forscher in ihrer Studie. Zwar wurde bereits beobachtet, dass weibliche Vögel mehr Eier legen, mehr Testosteron produzieren und mitunter auch mehr männlichen Nachwuchs produzieren, wenn sie sich mit attraktiven Partnern liieren. Wie der zugrundeliegende Prozess aber genau funktioniert, ist den Biologen bisher unklar.

Weibchen in Blickkontakt zu Männchen

Manche Forscher haben die Attraktivität von Männchen künstlich verstärkt oder vermindert und dann die Konsequenzen bei der Paarung und den gelegten Eiern untersucht. Adeline Loyau und Fréderic Lacroix sind einen anderen Weg gegangen. Sie haben die Auswirkungen von männlicher Attraktivität auf Weibchen untersucht, ohne dass diese überhaupt in Berührung miteinander geraten sind.

Eier von Kragentrappen

Eier von Kragentrappen

Dazu ordneten sie 90 Kragentrappenweibchen in drei gleich große Gruppen an: Die erste befand sich vis-á-vis einer Gruppe männlicher Vögel mit besonders auffälligem Balzverhalten - dazu gehören aufgestellte Federn an Nacken und Hals sowie bestimmte Laufmuster; die zweite Gruppe wurde gegenüber Männchen platziert, die nur wenig Balzverhalten zeigen; die dritte fungierte als Kontrollgruppe und befand sich gegenüber anderen weiblichen Kragentrappen. Alle männlichen und weiblichen Vögel blieben getrennt, sie konnten sich nur sehen, aber nicht interagieren.

Mehr Testosteron, größere Küken

Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase wurden alle weiblichen Tiere mittels der erfolgreichen ECWP-Zuchtmethode künstlich befruchtet. Im Untersuchungszeitraum legten sie daraufhin 1.178 Eier, 750 Jungvögel erblickten das Licht der Welt.

Jene Weibchen, die durch die besonders balzenden Männchen auch besonders stimuliert wurden, zeigten in einigen Bereichen deutliche Unterschiede zu ihren Geschlechtsgenossinnen in den anderen Gruppen: Sie brüteten öfter Eier erfolgreich aus, der Testosteronspiegel im Eidotter war höher und dies wirkte sich auch auf das Wachstum der Küken positiv aus. Unverändert durch das Ansehen der sexy Männchen blieben hingegen die Menge der gelegten Eier und die Anzahl von männlichem bzw. weiblichem Nachwuchs.

"Soweit wir wissen, ist unsere Studie das erste Beispiel, das zeigt, wie man die mütterliche Allokation durch die Stimulation der Sinne für den Artenschutz manipulieren kann", schreiben die Forscher. Da die künstliche Befruchtung bei gefährdeten Arten tendenziell schlechter funktioniert als die Reproduktion in freier Natur, könnten ihre Ergebnisse vielleicht einmal ein Standard werden: Einfach die George Clooneys unter den Kragentrappen in einen Käfig sperren, und schon bekommen die Weibchen ihrer ansichtig fittere Küken.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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Forum

 
  • ich kenn leider einige leute die "schräge vögel" sind ! :-)

    youko, vor 609 Tagen, 6 Stunden, 56 Minuten

    • und

      andykauffman, vor 608 Tagen, 10 Stunden, 3 Minuten

      was ist mit uns?

  • ist wohl ein fehler in die überschrift gerutscht

    gorgi, vor 609 Tagen, 10 Stunden, 29 Minuten

    .... beim ...... ?????

  • Funktioniert das auch umgekehrt?

    cybersmurf, vor 609 Tagen, 11 Stunden, 32 Minuten

    Wenn man einer Frau beim Schnaxln ein Bild vom Gusenbauer zeigt, wirkt das dann als Verhütung?

    • Unsichere Methode

      0123, vor 609 Tagen, 11 Stunden,

      Das wird dann ein interruptus....
      und dann stellt sich die Frage, ob dies langfristig gut ist. Keine AHnung wie es sich bei Masken von "Lebensmenschen" verhält....

    • gh0stindamachine, vor 609 Tagen, 9 Stunden, 14 Minuten

      Du meinst, dass ein Bild vom Petzner ein Kind aus Antimaterie erzeugt?

  • Was ist denn das für

    hardliner, vor 609 Tagen, 11 Stunden, 52 Minuten

    ein hirnrissiger Beitrag…

  • was sagt uns das?

    knödelbirn, vor 609 Tagen, 12 Stunden, 11 Minuten

    Beim Babyproduzieren den Fernseher anlassen!

  • ???

    mfgppa, vor 609 Tagen, 12 Stunden, 43 Minuten

    Also, ich sehe da keinen Zusammenhang; wenn Clooney wo erscheint und lächelt, werden viele Damen schwach, ohne dass er auch nur irgendein Balzverhalten an den Tag legt (ich erinnere an die Pressekonferenz von ihm und Brat Pitt, wo beide einer aufdringlichen Journalistin mitteilten, dass sie eher vor ihr wegrennen würden als hinter ihr her)
    Die Vogelweibchen werden also durch das Balzverhalten der Männchen und m.M. NICHT durch deren Attraktivität stimuliert.
    Den im Kopf des (Vogel-) Weibchens spielt sich folgende Musik ab: Da findet mich ein Männchen irre geil, vergeht geradezu nach mir und macht sich durch sein Balzverhalten zum Affen, das macht mich an.. Analogien natürlich rein zufällig :-)

  • »Gut, dass wir Menschen keine Vögel sind.«

    noemix, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 13 Minuten

    Ich überlege, was diese Feststellung dem Leser mitteilen will. Aber ich komm nicht drauf.

  • das versteh ich nicht!

    slartibartfast, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 31 Minuten

    als ich vor etwa einer stunde den artikel gelesen habe, stand da nicht george clooney, sondern david beckham.

    "Ist es vorstellbar, dass Frauen fittere Kinder bekommen, nur weil sie bei der künstlichen Befruchtung David Beckham gesehen haben?"

    kurz darauf wird aus dem beckham ein clooney. da soll man sich noch auskennen.

    • ausserdem ...

      slartibartfast, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 27 Minuten

      die formulierung "weil sie XY gesehen haben" ist ja auch ... koestlich.

      Bekommen Frauen fittere Kinder, "nur weil sie ... David Beckham gesehen haben?"

      nein, aber die qualitaet des ejakulats ist besser, wenn maennern die jungfrau maria erschienen ist.

    • scienceredaktion, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 25 Minuten

      Richtig beobachtet. An der Grundaussage der Studie ändert das natürlich nichts, die Überschrift mit Clooney schien uns aber noch aussagekräftiger.

    • slartibartfast, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 22 Minuten

      weil clooneys gesicht maennlicher wirkt als der zierliche ;) beckham?

    • scienceredaktion, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 18 Minuten

      Clooney liegt in einschlägigen Rankings eher vorne, siehe z.B.
      http://en.wikipedia.org/wiki/People_(magazine)#Sexiest_Man_Alive

    • slartibartfast, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 12 Minuten

      danke, kannte die seite nicht.

    • atagod, vor 609 Tagen, 13 Stunden, 29 Minuten

      Die Jungfrau Maria bekam schon beim bloßen Anblick ein Kind.

    • Weiber...

      metternichts, vor 609 Tagen, 12 Stunden, 47 Minuten

    • ja wieso denn -

      mantispa, vor 609 Tagen, 7 Stunden, 25 Minuten

      "niemand noch hat gott gesehen"!

  • big hoax ?

    mantispa, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 59 Minuten

    nee klingt eh plausibel und recht leicht erklärlich. traurig ist nur der tierquälerische aspekt - die "araber" haben kein mitleid mit den zu tode gehetzten trappen. oder sind wir schon zu gefühlsduselig?

    • onkeljosefsnichte, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 21 Minuten

      wer sich daran aufgeilt, Schwächere fertigzumachen, der hat das halt nötig.

    • slartibartfast, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 20 Minuten

      die welt der voegel wird in zwei ganz grosse klassen eingeteilt: in trappen und a-trappen!

    • onkeljosefsnichte, vor 609 Tagen, 14 Stunden, 16 Minuten

      *umkipp*