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Porträtfoto des Demografen Wolfgang Lutz

"Austro-Nobelpreis" 2010 an Demografen Lutz

Der Bevölkerungswissenschaftler Wolfgang Lutz (53) erhält den Wittgenstein-Preis 2010. Mit einer Dotierung von 1,5 Millionen Euro ist die als "Austro-Nobelpreis" geltende Auszeichnung der höchste Wissenschaftsförderungspreis des Landes.

Auszeichnung 14.06.2010

Gleichzeitig wurden sechs Nachwuchsforscher mit den mit jeweils bis zu 1,2 Millionen Euro dotierten START-Preisen ausgezeichnet.

Die Preisträger gaben Wissenschaftsminister Beatrix Karl (ÖVP) und der Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, Christoph Kratky, am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt.

Studien über Bevölkerungsentwicklung

Lutz ist der erste Sozialwissenschaftler, der den heuer zum 15. Mal vergebenen Wittgenstein-Preis erhält. Er leitet das Weltbevölkerungs-Programm am Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse in Laxenburg bei Wien und ist Direktor des Instituts für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien. Zudem hat er eine Professur für Sozialstatistik an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Plan: Aufbau eines Forschungszentrums

Der Demograf und Wittgenstein-Preisträger Wolfgang Lutz beugt sich über einen Globus.

Belohnt wird das wissenschaftliche Engagement Lutz' nicht nur durch den Wittgenstein-Preis, den er als erster Sozialwissenschafter erhielt. Bereits 2008 bekam er einen mit 2,5 Millionen Euro dotierten "Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats (ERC). Mit den beiden Förderpreisen will Lutz in Bündelung seiner Aktivitäten am IIASA, der ÖAW und der WU ein Forschungszentrum aufbauen, das sich dem Thema "Humankapital" - von Bildung bis zur Gesundheit - und seinen gesellschaftlichen Auswirkungen in aller Welt widmen soll.

In den vergangenen Jahren hat er immer wieder mit Studien über die Bevölkerungsentwicklung weltweit und in Österreich auf sich aufmerksam gemacht, die auch in internationalen Top-Journalen wie "Nature" oder "Science" erschienen sind. Insgesamt hat der Demograf knapp 200 Artikel in Wissenschaftszeitschriften und -büchern sowie mehr als 30 wissenschaftliche Bücher und Monographien veröffentlicht.

Auswirkungen auf die Politik

Auch International hat Lutz mit seinen Analysen verschiedener Bevölkerungsentwicklungen Aufmerksamkeit erregt. So hat er etwa das Ende des globalen Bevölkerungswachstums, die beschleunigte Überalterung der Weltbevölkerung und das nachhaltige Schrumpfen der Zahl der EU-Bürger prognostiziert.

In den vergangenen Jahren ist Lutz bei der Auswahl seiner Forschungsthemen immer politischer geworden und studiert etwa die Reaktion verschiedener Gesellschaften auf die Folgen des Klimawandels, die Europa-Identität von Jugendlichen oder die positiven Auswirkungen von Bildung auf das Wirtschaftswachstum von Ländern.

Unter Experten wird vor allem sein Anspruch geschätzt, die Komplexität der Realität, wie sie sich etwa bei Untersuchungen über die Weltbevölkerung darstellt, nicht zu simplifizieren, sondern in seinen Modellen abzubilden.

Gleich viele START-Preisträger wie -Preisträgerinnen

Neben dem Wittgenstein-Preis wurden aus 45 Bewerbungen sechs Nachwuchsforscher in das START-Programm aufgenommen - wobei erstmals gleich viele Frauen wie Männer den mit bis zu 1,2 Millionen Euro dotierten START-Preis und damit die anerkannteste Förderung für Nachwuchsforscher erhielten.

START-Preisträgerin über das Tocharische
Die Sprachwissenschaftlerin und START-Preisträgerin Melanie Malzahn gibt eine Sammlung von Handschriften heraus, die in Tocharisch verfasst sind . Über diese indogermanische Sprache, die im Nordwesten Chinas gesprochen wurde, sprach Malzahn am Montag mit Ö1 Wissen aktuell.
Mehr dazu in oe1.ORF.at

Folgende Wissenschaftler sollen damit die Chance erhalten, in den nächsten sechs Jahren finanziell weitgehend abgesichert ihre Forschung zu planen und eine eigene Arbeitsgruppe auf- bzw. auszubauen: Julius Brennecke vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW in Wien; Barbara Horejs vom Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) in Wien; Barbara Kraus vom Institut für Theoretische Physik der Universität Innsbruck, Melanie Malzahn vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Wien, Florian Schreck vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW sowie Bojan Zagrovic von den Max F. Perutz Laboratories am Vienna Bio Center.

science.ORF.at/APA

Wittgensteinpreis TrägerInnen Club

Die Wittgensteinpreise der vergangenen Jahre:

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Forum

 
  • man beachte den

    iggi, vor 1072 Tagen, 22 Stunden, 3 Minuten

    (leider unkommentiert im Raum stehen gelassene) Hinweis auf das "Ende des globalen Bevölkerungswachstums".

    • iggi, vor 1072 Tagen, 21 Stunden, 54 Minuten

      http://www.nature.com/nature/journal/v412/n6846/full/412543a0.html

  • @ORF

    solala, vor 1072 Tagen, 22 Stunden, 49 Minuten

    http://de.wikipedia.org/wiki
    /Wittgenstein-Preis

    Zitat: Nominiert werden können nur in Österreich tätige Forscher – deren Herkunft und Nationalität spielt keine Rolle

    Der Verleih des Nobelpreise ist hingegen nicht auf in Schweden tätige Forscher Eingeschränkt, ansonnsten könnten nicht 20 Personen mit Österreichbezug diesen erhalten haben!

    Daher ist meines erachtens die Bezeichnugn "Austro-Nobelpreis", selbt unter """ schlichtweg falsch und Irreführend.

    Hingegen wäre die Bezeichnung "Austro-Nobelpreis" für die Jellinek-Ehrenmedaille schon eher passend:

    http://de.wikipedia.org/wiki
    /Alvensleben-Jellinek-Ehrenmedaille

    oder:

    http://de.wikipedia.org/wiki
    /Friedrich_Hopfner-Medaille

    • freiwelt, vor 1072 Tagen, 5 Stunden, 8 Minuten

      meingottna! die leut ham probleme

  • sehr gut!

    mantispa, vor 1073 Tagen, 28 Minuten

    denn hr lutz weist uns grad drauf hin, dass das ö pensionssystem vorm kollaps steht, zb. durch mutwillige spinnereien wie die idiot. "hacklerregelung", von der der hundedorfer partout nicht abstand nehmen will. allerdings hätte man diesen "austro-npr" auch einsparen können.

    • soweit ich das mitbekommen habe,

      xx13, vor 1072 Tagen, 19 Stunden, 40 Minuten

      wirst du noch in den genuss einer sinnvollen pension kommen (falls du diese nicht schon genießt), ich rechne nur mit einer minimalen - alles andere wäre absurd.

      auch entgegen der völlig unfähigen journaille in österreich, ganz zu schweigen von den politikern (da braucht man keine pejorative bezeichnung) sollte es jedem nicht völlig verblödetem österreicher klar sein, dass es mit dem pensionssystem nicht so weiter gehen kann...

    • ja - gottseidank

      mantispa, vor 1072 Tagen, 8 Stunden, 11 Minuten

      erfreue ich mich seit 2004 (mit 63) einer bescheidenen pension + pflegegeld (IV), wobei aber mein bruder immer noch draufzahlen muss, damit ich im pfl.-heim sein kann.

  • nickname, vor 1073 Tagen, 4 Stunden, 51 Minuten

    Man sieht, dass in Österreich Wissenschaft möglich ist, solange man nur intelligent genug ist. Also an alle, die glauben, mehr Geld macht intelligenter: das tut es nicht und es ist auch nicht nötig.

    • freiwelt, vor 1073 Tagen, 4 Stunden, 11 Minuten

      aehm wie? geld ist nicht noetig? sowohl IIASA als auch OEAW haben geld, und nicht zu knapp fuer hiesige verhaeltnisse

  • welcher vollidiot kam eigentlich auf die idee

    neuezeit, vor 1073 Tagen, 4 Stunden, 59 Minuten

    den preis mal als "austro-nobelpreis" zu bezeichnen, die seither von ein paar ... journalisten auch immer nachgeplappert wird?!

    • tja,...

      weltahoi, vor 1073 Tagen, 4 Stunden, 10 Minuten

      ...weil die Damen/Herren RedakteurInnen griffige Schlagworte so schätzen....

      Sehr geehrte Damen/Herren RedakteurInnen ..
      Ludwig Josef Johann Wittgenstein war auch kein Dilo!!!

    • nein, sondern ein

      xx13, vor 1072 Tagen, 19 Stunden, 37 Minuten

      volksschülerohrfeiger...

    • @ tja : im gegensatz zu dir.

      archetyp, vor 1072 Tagen, 18 Stunden,

      wer der "logiker" wittgenstein wirklich war, kannst du auf der seite ERFAHRUNG HAT DIE ESSENZ ERSETZT nachlesen.

      im zuge eines diskurses, der zum streit ausartete, ging popper vor studenten mit einem schürhaken auf wittgenstein los.
      fazit : beide plem-plem.

      die philosophen massen sich nur an, logiker zu sein.

      auch der mathematiker gödel masste es sich an.
      und wurde leider von anderen geglaubt.