Standort: science.ORF.at / Meldung: "Fund: Urzeitwal mit Riesenzähnen "

Walflosse an der Meersoberfläche

Fund: Urzeitwal mit Riesenzähnen

Das Urtier hatte 40 Zentimeter lange Zähne: Forscher haben in der Wüste Perus Überreste eines gewaltigen Wals ausgegraben. Die zuvor unbekannte Art trägt jetzt den Namen eines biblischen Meeresungeheuers - und jenen von "Moby Dick"-Autor Herman Melville.

Evolution 30.06.2010

Das größte Walgebiss der Welt

Im ersten Moment hielten die Forscher ihren Fund für Elefantenstoßzähne. Schnell wurde jedoch klar, worüber die Expedition wirklich gestolpert war: Das Team hatte das Gebiss eines Urzeit-Wals entdeckt - mitten in der peruanischen Wüste. Der Pottwal-ähnliche Tier jagte vor 12 bis 13 Millionen Jahren durch den Ozean.

Zähne im Vergleich
Historischer Vergleich: Die Zähne des neu entdeckten Riesenwals "Leviathan melvillei" (a,b,c), sowie jene des Pottwals "Physeter macrocephalus" (d) und des Killerwals "Orcinus orca" (e).

Die Studie "The giant bite of a new raptorial sperm whale from the Miocene epoch of Peru" ist im Fachblatt "Nature" (Bd. 466, S. 105) erschienen.

Künstlerische Darstellung: Zahnwal auf der Jagd

So könnte der Wal vor rund 13 Millionen
Jahren gejagt haben.

Mit seinen riesigen Zähnen, rund 40 Zentimeter lang und etwa 12 Zentimeter dick, besaß diese ausgestorbene Art das größte Walgebiss, das je entdeckt worden ist. In dem etwa drei Meter langen Walschädel sollen insgesamt 29 Zähne gesteckt haben. Vermutlich jagte das 13 bis 18 Meter lange Meeresungeheuer wie heutige Killerwale, schreiben die Wissenschaftler im britischen Fachjournal "Nature". Wahrscheinlich habe der Jäger auch Bartenwale gefressen.

Heutige Pottwale, mit denen sich der Urzeit-Jäger am ehesten vergleichen lässt, haben nur noch vergleichsweise kleine Zähne. Sie ernähren sich gern von Tintenfischen und saugen ihre Beute einfach ein.

Bislang unbekannte Gattung

Den Sensationsfund hat das Experten-Team um den Franzosen Olivier Lambert vom Pariser Naturkundemuseum im Jahr 2008 gemacht. Mit der Entdeckung an sich darf sich der Rotterdamer Museumskurator Klaas Post schmücken. Er sei während der kurzen Expedition in die Pisco-Ica-Wüste im Süden Perus "über die Überreste gestolpert", hieß es.

Mit den Überresten des Urzeit-Wals gruben die Wissenschaftler im südamerikanischen Wüstensand eine völlig neue Walart aus. Sie begründet sogar eine eigene biologische Gattung. Die Entdecker haben traditionell das Recht, eine neue Art zu benennen.

Schädelknochen des Urzeitwals im Vergleich mit dem Menschen
Der Walschädel im Größenvergleich mit einem erwachsenen Menschen.

Das internationale Team aus den Niederlanden, Frankreich, Italien, Peru und Belgien taufte die Gattung nach dem biblischen Meeresungeheuer Leviathan und zollte zudem "Moby Dick"-Autor Herman Melville Tribut: Die ausgestorbene Art bekam den offiziellen lateinischen Namen Leviathan melvillei.

science.ORF.at/dpa

Mehr zu diesem Thema:

Die ORF.at-Foren sind allgemein zugängliche, offene und demokratische Diskursplattformen. Die Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Wir behalten uns aber vor, Werbung, krass unsachliche, rechtswidrige oder beleidigende Beiträge zu löschen und nötigenfalls User aus der Debatte auszuschließen. Es gelten die Registrierungsbedingungen.

Forum

 
  • Und

    lena47, vor 591 Tagen, 17 Stunden, 39 Minuten

    Gott ging daran, die "großen Seeungetüme" zu erschaffen ....
    1. Mose 1:21a;

    • solidstate, vor 591 Tagen, 14 Stunden, 42 Minuten

      Aber nicht vor 12 bis 13 Millionen Jahren, sondern erst vor ein paar Tausend Jahren. Offensichtlich entstand Gott erst als die Neandertaler schon lange ausgestorben waren.
      ;-)

    • lena47, vor 591 Tagen, 11 Stunden, 35 Minuten

      da uns diesbezügl. keine Zeitangabe genannt wurde, wie lange ein Schöpfungstag-bzw. besser gesagt eine Schöpfungsperiode (insgesamt sechs) gedauert hat, darf man annehmen wahrscheinlich mehrere Millionen von Jahren (Millenien).

  • solidstate, vor 592 Tagen, 15 Stunden, 34 Minuten

    29 Zähne???
    14 oben, 14 unten und ein Giftzahn in der Mitte???