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Blick auf den Wilden Kaiser

Permafrostkarte des Alpenbogens wird erstellt

Bis 2011 soll die erste einheitliche Permafrost-Hinweiskarte des Alpenbogens von Forschern aus Österreich, Italien, der Schweiz, Frankreich und Deutschland erstellt sein. Für rund 3,5 Millionen Euro wird an einem "konsistenten Modell für den gesamten Alpenraum, basierend auf Messdaten und Beobachtungen" länderübergreifend gearbeitet.

Geologie 06.07.2010

Heute präsentierten die Wissenschaftler an der Universität Innsbruck eine Vorschau.

Solide Datenbasis

14 Partner aus fünf Ländern sind an dem Forschungsprojekt "PermaNET - Permafrost Long-Term Monitoring Network" beteiligt.

Karte der Permafrostböden im Alpenraum
Alpenweite Karte erwiesener Permafrost-Vorkommen

Erstmals gemeinsam untersuchen die Experten aus den fünf Alpenländer die Verbreitung von Gebirgspermafrost und den Einfluss des Klimawandels auf ihre Heimatregion. "Bisher gab es für den Alpenraum nur länderspezifische und damit inhomogene Datensammlungen", erklärte Jeannette Nötzli, Geographisches Institut Zürich. Obwohl das Phänomen seit 1970 erforscht werde, sei das Wissen über seine alpenweite Verbreitung noch fragmentarisch. Das Netzwerk wolle nun eine solide Datenbasis für die weitere wissenschaftliche Forschung des Permafrosts und die Beratung für Behörden erstellen.

Besonders für den Tourismus und die im hochalpinen Raum immer weiter wachsende Infrastruktur sei Wissen über den Permafrost von Bedeutung. "Für den Bau und sicheren Unterhalt von Infrastruktur im Hochgebirge wie Wege, Steige und Kletterrouten, aber auch Schutzhütten, Seilbahnstationen und Gletscherskigebiete ist die Kenntnis von Permafrostzonen, die stellenweise eine Dicke von mehreren hundert Metern haben, nötig", sagte Volkmar Mair vom Amt für Geologie und Baustoffprüfung in Bozen.

Folgen des Klimawandels?

Die gesammelten Daten sollen Hinweise auf lokale Verhältnisse liefern und die Grundlage für Computersimulationen bilden, mit denen auf die mögliche Verbreitung von Permafrost im gesamten Alpenraum geschlossen werden kann.

Die Permafrostregionen reagieren besonders sensibel auf den Klimawandel. "Wir wollen auch herausfinden, welche Folgen die Erwärmung der Atmosphäre für den Permafrost und seine Heimatregion haben kann", fasste Johann Stötter von der Universität Innsbruck zusammen, "der Vergleich von Klimadaten mit den von uns beobachteten Veränderungen ermöglicht Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung und Beurteilung von damit möglicherweise verbundenen Gefahren."

Permafrost ist Untergrundmaterial, das während mindestens eines Jahres eine Temperatur von null Grad oder weniger aufweist. Der Untergrund kann je nach Beschaffenheit des Geländes und lokalen Klimas oberhalb der Waldgrenze ständig gefroren bleiben. Er taut in den Sommermonaten nur oberflächlich auf.

science.ORF.at/APA

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