Shrimps: "Selbstmord" durch Antidepressiva
Hormonsystem werden gestört
Die Studie in "Aquatic Toxicology": Anti-depressants make amphipods see the light von Yasmin Guler und Alex T. Ford
Als sogenannte "Endocrine Disruptors" bezeichnen Wissenschaftler eine ganze Reihe von Stoffen, darunter Pestizide, Reinigungsmittel und - nicht zuletzt - Rückstände von Arzneimitteln. Dadurch, dass diese Schadstoffe auf die Hormonsysteme wirken, reichen oft schon wenige Moleküle im Wasser, um ganze Reihen von - unliebsamen - Vorgängen in Organismen und Umwelt auszulösen.
Die Wissenschaftler der University of Portsmouth testeten die Wirkung von Fluoxetin, das in den Serotonin-Haushalt des Menschen eingreift. Es wird so weltweit in großen Mengen gegen Depressionen eingesetzt und gelangt über Ausscheidungen auch in die Umwelt. Die marinen Krebse (Echinogammarus marinus) wurden dabei Konzentrationen ausgesetzt, wie sie etwa im Abwasser gemessen werden können, das in Flüsse und Flussdeltas eingeleitet wird. "Krebstiere sind entscheidend für die Nahrungskette, wenn das natürliche Verhalten der Shrimps durch den Gehalt an Antidepressiva im Meer verändert wird, kann das die Balance des ganzen Ökosystems durcheinander bringen", erklärte dazu Studienautor Alex Ford.
Auf den Verdacht, dass Fluoxetin eine Auswirkung auf marine Krebse hat, sind die Wissenschaftler durch einen Parasiten gekommen. Sogenannte Kratzwürmer (Acanthocephalen) bringen ihre Wirte ebenfalls durch Eingriff in den Serotonin-Haushalt dazu, ins Licht zu schwimmen. Während Wirt das Nachsehen hat, kann der Parasit das nächste Opfer befallen.
science.ORF.at/APA/dpa


