Drogengesetze fördern HIV-Verbreitung
Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer Serie an Artikeln Im Fachblatt "British Medical Journal" (BMJ) anlässlich der Welt-Aids-Konferenz, die am Sonntag (18. Juli) in Wien startet. Als negative Beispiele für Länder mit strikten Gesetzen und hohen HIV-Verbreitungsraten werden dabei etwa Russland oder die Ukraine genannt.
Sendungshinweise:
Der Ö1-Radiodoktor beschäftigte sich anlässlich der bevorstehenden Fachkonferenz mit diesem Thema:
Weitere Sendungen zum Thema in den Ö1-Dimensionen, jeweils um 19.06 Uhr:
Montag, 26. Juli: Armenkrankheit Aids. Die Welt-Aids-Konferenz in Wien (18. -23. Juli 2010). Gestaltung: Franz Zeller
Dienstag, 27. Juli: HIV-Politik. Wie Politik den Umgang mit der Pandemie beeinflusst. Gestaltung: Birgit Dalheimer
Laut Tim Rhodes von der London School of Hygiene and Tropical Medicine könnten die HIV-Raten in Russland um 55 Prozent gesenkt werden, wenn Programme zur Substitution von Heroin und anderen Opiaten legalisiert und angeboten würden. Studien hätten gezeigt, dass Opiat-Ersatz-Therapien das Risiko einer HIV-Infektion um 60 bis 84 Prozent senken könnten. Das Land habe eine der höchsten Zuwachsraten an HIV-Infektionen. Bis heute verbiete das Land Drogen-Ersatz-Therapien und betreibe nur 75 Programme zum Nadel- und Spritzen-Tausch.
Laut Richard Hurley vom BMJ hat die Ukraine eine geschätzte Zahl von 290.000 Drogenkranken, die an der Nadel hängen. Gleichzeitig sei in dem Land "möglicherweise auch die höchste Verbreitung von HIV in Europa" zu beklagen.
science.ORF.at/APA
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