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Der Krater Kamil in Ägypten.

Ein Krater namens Kamil

In der Wüste Ägyptens haben Forscher mittels Google Earth einen der kleinsten Meteoritenkrater der Erde entdeckt. Sein Durchmesser beträgt nur 45 Meter. Durch die Analyse des Kraters ergaben sich auch neue Erkenntnisse über die Gefahr, die von kleinen Meteoriten ausgeht.

Geophysik 23.07.2010

Gut erhalten

Zur Studie

Der Text "The Kamil Crater in Egypt" ist online in "Sciencexpress" erschienen (doi).

Informationen zu weiteren Kratern findet man in der Earth Impact Database des Planeten- und Weltraumforschungszentrums der Universität New Brunswick in Kanada.

Laut dieser Datenbank ist der Haviland-Krater in Kansas mit 15 Metern Durchmesser der kleinste bisher bekannte; der größte ist der Vredefort-Krater in Südafrika mit einem Durchmesser von 300 Kilometern.

Eine makellos, strahlenförmige Struktur – so beschreiben Luigi Folco von der Universität Siena und seine Kollegen den erst letztes Jahr im Süden Ägyptens entdecken Krater. Denn dass die Einschlagstelle derart gut erhalten bleibt, ist selten bei kleinen Kratern. Im Normalfall sind sie bereits stark erodiert. Zudem sind kleine Krater selten. Bisher hat man nur 15 von ihnen gefunden, die weniger als 300 Metern Durchmesser haben –und das bei weltweit immerhin fast 200 Kratern, die bisher entdeckt worden sind.

Entdeckt hat den Krater Vincento De Michele vom italienischen Institut für Edelsteinkunde mittels Google Earth. Benannt hat Michele den Krater nach dem in der Nähe der Einschlagstelle gefundenen Meteoriten Gebel Kamil. Heuer im Februar hat sich eine Gruppe von Forschern auf den Weg gemacht, um den Krater näher zu untersuchen. Jetzt haben sie die Ergebnisse veröffentlicht.

Wissenschaftler beim untersuchen des Kraters.
Wissenschaftler beim Untersuchen des Krater.

Mit 64.000 Kilometern pro Stunde

Der Meteor war ein Eisenmeteorit aus der Gruppe der nickelreichen Ataxite. Über 5.000 Stücke des Meteoriten haben die Wissenschaftler in und um den Krater entdeckt. Der Krater selbst ist 16 Meter tief und mit sechs Meter Gestein gefüllt.

Der Meteorit hatte beim Aufprall vermutlich einen Durchmesser von 1,3 Metern, eine Masse von etwas mehr als neun Tonnen und dürfte mit einer Geschwindigkeit von 3,5 Kilometern pro Sekunde eingeschlagen sein. Das war noch verhältnismäßig langsam: In die Atmosphäre eingetreten ist der Meteorit wahrscheinlich mit 18 Kilometern pro Sekunde, also mit 64.800 Kilometern pro Stunde. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch noch eine Masse von 20 bis 40 Tonnen.

Im Flug nicht zerfallen

Reste des Meteoriten zwischen Steinen am Boden des Kraters.
Reste des Meteoriten zwischen Steinen am Boden des Kraters.

Aufgrund der Ergebnisse zum neu entdeckten Krater müssen wahrscheinlich einige Punkte in geophysikalischen Modellen umgeschrieben werden. Bisher ging man nämlich davon aus, dass Eisenmeteorite mit einer Masse von weniger als 3.000 Tonnen in der Atmosphäre förmlich zerbröseln. Der Meteorit, der den Kamil-Krater verursacht hat, dürfte aber unfragmentiert auf der Erde gelandet sein – Masse hat er aufgrund der hohen Reibung allerdings sehr wohl verloren.

Ähnliches hat man auch schon an anderen Kratern beobachtet, wie etwa dem Whitecourt-Krater im kanadischen Alberta ("Geology", 2008, Bd. 36, S. 955). Circa 35 Prozent solcher kleiner Eisenmeteorite dürften laut Folco und seiner Kollegen im Ganzen die Erdoberfläche erreichen.

Vernachlässigte Gefahr und unbekanntes Alter

Laut Folco ist dieses Wissen entscheidend, um die Gefahr abzuschätzen, die von solchen Meteoriten ausgeht. Immerhin würde alle paar Jahrzehnte ein Meteorit in dieser Größe auf die Erde treffen: "Viele Wissenschaftler schauen gerne auf den 'big impact', aber die Bedrohung durch diese kleinen Meteoriten wird meist vernachlässigt."

Die dringlichste Frage für die weitere Arbeit ist laut Folco, den Zeitpunkt des Einschlags genau zu bestimmen. Bisher weiß man nur, dass das Ereignis im Holozän, also circa den letzten 10.000 Jahren stattgefunden hat.

Mark Hammer, science.ORF.at

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Forum

 
  • danke Google

    derknipser, vor 570 Tagen, 6 Stunden, 29 Minuten

    Damit seien dir alle deinen vorsätzlichen Fehltritte, dein respektloser Umgang mit den persönlichen Benutzerdaten verzeihen

  • ich würde auch meinen

    xofficec, vor 570 Tagen, 6 Stunden, 49 Minuten

    etwas auf die seite gehen und flach auf den boden legen könnte schon helfen.

    • wenn ein so kleiner meteorit kommt wollte ich sagen

      xofficec, vor 570 Tagen, 6 Stunden, 48 Minuten

    • Optimist

      aasgeier, vor 570 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten

      Deckung suchen ist nicht ganz zwecklos, wie einige Überlebende von Hiroshima bestätigen können, aber weglaufen taugt nur bis zu eben dieser Deckung.

      BTW: beim U-Bahn-Brand von London hätte nichtmal der damalige Weltrekordler im 100-Meter-Sprint eine Chance gehabt.
      Und da ging es nur darum, dem Flashover eines Müllbrandes zu entkommen - von weggeworfenen Fahrscheinen unter der Rolltreppe!

  • wow

    blubb78, vor 570 Tagen, 6 Stunden, 49 Minuten

    meteoritenstücke sind ziemlich wertvoll...und das mit google earth entdeckt...

  • Vernachlässigen wir die Gefahr künftig nicht.

    zzratlos, vor 570 Tagen, 7 Stunden, 45 Minuten

    Was können wir gegen einen Brocken von 1,3 Meter Durchmesser der mit 64.000 km/h auf uns zurast tun?

    • 123d, vor 570 Tagen, 7 Stunden, 41 Minuten

      Laufen!

    • Kein Problem

      walkoffame, vor 570 Tagen, 7 Stunden, 39 Minuten

      Ich verkaufe Dir einen Meteroitenschirm zu günstigen Konditionen. :-)