
Beuteltiere mit amerikanischen Wurzeln
Spezielle Tiere
Im Gegensatz zu Säugetieren tragen Beuteltiere ihren Nachwuchs nach der Geburt in einem Beutel, solange bis dieser voll entwickelt ist. Neben den bekannten australischen Vertretern gibt es auch die in Nord- und Südamerika heimische Beutelratte und verwandte Tiere in Indonesien und Papua Neuguinea. Insgesamt gibt es mehr als 300 Arten. Wie diese miteinander verwandt sind und wo sie entstanden sind, war bisher allerdings umstritten.
Zur Studie in "PLoS Biology":
"Tracking Marsupial Evolution Using Archaic Genomic Retroposon Insertions"
Für ihre aktuelle Analyse untersuchten die Forscher um Maria Nilsson und Jürgen Schmitz von der Universität Münster das erst kürzlich sequenzierte Genom zweier Beuteltiere, einer südamerikanischen Beutelratte und eines australischen Wallabys.

Ihre Aufmerksamkeit galt sogenannten Retroposonen, mit deren Hilfe sie den Familienstammbaum rekonstruieren wollten. Sie zählen zu den "springenden" Genen, die genetische Informationen in die DNA einstreuen. Beuteltiere tragen besonders viele dieser Elemente.
Ein gemeinsamer Vorfahre
Wenn zwei Arten dasselbe Retroposon tragen, spricht das für eine Verwandtschaft, denn es ist unwahrscheinlich, dass die zufällige Einstreuung mehrmals unabhängig voneinander stattgefunden hat. Manchmal sind sie auch ineinander eingefügt, wodurch sich die evolutionäre Entwicklung nachvollziehen lässt. Nachdem die Forscher mehrere tausend dieser Elemente ausfindig gemacht hatten, verglichen sie das Ergebnis mit der DNA von 20 existierenden Beuteltieren.
Mit Hilfe dieser Methode konnten die Wissenschaftler zeigen, dass sich die amerikanische Beutelratte zuerst von der Hauptlinie abgespalten hat. Irgendwann muss demnach ein Vorfahre nach Australien migriert sein, von dem alle heutigen australischen Arten abstammen. Eine Erklärung für diese klare Auftrennung haben die Forscher bis jetzt noch keine.
science.ORF.at


