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Zwei grüne Weizenähren

Erbgut von Weizen entziffert

Britische Forscher haben einen ersten Entwurf des Gencodes von Weizen erstellt - möglicherweise ein entscheidender Schritt im Kampf gegen den weltweiten Hunger. Man hofft, dass in Zukunft Weizensorten gezüchtet werden können, die gegen Krankheiten, Wetter- und Umwelteinflüsse resistenter sind.

Genetik 27.08.2010

Das könnte höhere Ernteerträge bringen und auch die Lebensmittelpreise stabil halten. Weizen ist mit einer Erntemenge von 550 Millionen Tonnen jährlich eines der wichtigsten Nahrungsmittel auf der Welt.

Umfangreiches Erbgut

Die Größe und die Komplexität des Weizengenoms sei eine große Herausforderung für Wissenschaftler, sagte Professor Keith Edwards, einer der Forscher von der Universität Bristol. Das Weizenerbgut ist um das Fünffache umfangreicher als das des Menschen. Dank der Arbeit der britischen Forscher seien jetzt 95 Prozent aller Weizengene für die Wissenschaft und die Agrarwirtschaft zugänglich.

Der Weltmarktpreis für Weizen habe sich durch wetterbedingte Ernteausfälle in Russland aktuell deutlich erhöht, sagte Anthony Hall von der Universität Liverpool. "Es wird erwartet, dass in den nächsten 40 Jahren 50 Prozent mehr Weizen gebraucht wird. Die Entwicklung neuer, ertragsstarker Sorten sei von fundamentaler Bedeutung, um dieses Ziel zu erreichen.

Verwertbare Rückschlüsse werden dauern

Außer den Universitäten Bristol und Liverpool war das John-Innes-Institute in Norwich an den Forschungsarbeiten beteiligt, die vom britischen Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) in Auftrag gegeben worden waren. Nach Angaben der Wissenschaftler wird es noch einige Zeit dauern, bis aus den vorliegenden Daten verwertbare Rückschlüsse möglich werden.

Für die jetzt präsentierte Gensequenz verwendeten die Forscher die Sorte Chinese Spring. Der Entwurf deckt nach Schätzung der Wissenschaftler rund 95 Prozent aller Gene dieser Weizenvariante ab. Das Internationale Weizengenom-Konsortium, ein Zusammenschluss von rund 170 Forschern aus Firmen und öffentlichen Instituten, arbeitet an einer lückenlosen Sequenzierung dieser häufig angepflanzten Sorte.

science.ORF.at/dpa

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Forum

 
  • gute nachricht?

    iggi, vor 631 Tagen, 7 Stunden, 49 Minuten

    nicht fuer die, deren ideologie auf drohende nahrungsmittelknappheit und 'zuviele menschen am planeten' aufgebaut ist. prinzipieller widerstand gegen verbesserte produktion in der landwirtschaft laesst sich vermutlich folgendermassen erklaeren:

    a) gutmeinende zweitgeneration einer antikapitalistisch orientierten, 50 jahre alten umweltbewegung die voeliig losgerueckt von den nahrungsversorgungsproblemen des grossteils der menschen lebt und gottlob fuer nahrungsversorgung auch oeffentlich nirgendwo verantwortlich sind. informationsquelle fuer den grossteil dieser gruppe sind sensationsreportagen aus dem fernsehen oder halbwahrheiten professionell verpackt von diversen spendensammelunternehmen; und/oder

    b) anhaenger der rechten/eugenetischen traditions der umweltbewegung, welcher den planeten substantiell entvoelkert sehen moechte.

    ja, vermutlich kann man das bestehende produktions und verteilungssysten system in vieler hinsicht verbessern, aber das ist kein logisches argument gegen entwicklung und einsatz von genverbesserten sorten.

    • maxx1, vor 631 Tagen, 39 Minuten

      Dann würde ich mal bitten, dass du meinen Beitrag weiter unten mal durchliest. Technischer Fortschritt ist im Prinzp nichts Schlechtes, aber die Richtung des Fortschritts ist nicht a priori vorgegeben, sondern durch und durch von Lobbyisten besetzt. Wenn jemand sich nur ein bisschen in der Agrarpolitik der EU oder der USA auskennt, dann weiß man auch über die existierenden Überschußpotentiale in der Agrarprouktion bescheid.

      Im Zusammenhang mit der Richtung des technischen Fortschritts sollen auch alle Begleiterscheinungen und die Problemlösungskapazitäten besprochen werden können.

    • auch "Überschußpotentiale"

      iggi, vor 630 Tagen, 19 Stunden, 37 Minuten

      in europa/usa sind kein argument gegen die gentechnik. was ist mit laendern wie china, indien, brasilien, mexiko, die alle gentechnik wirklich brauchen koennen und auf staatlicher ebene forschen und entwickeln. und da wir von potentialen reden- es gibt auch unter den hardcore umweltideologen die einsicht, dass gentechnik weniger duengemittel und giftspruehen bedeutet, und weniger flaechenanspruch vis-a-vis unberuehrte natur. keine der ungerechtigkeiten und perversionen der welt werden besser ohne gentechnisch verbesserten pflanzen...

    • maxx1, vor 630 Tagen, 17 Stunden, 19 Minuten

      Man muss dazu ergänzen, dass umgekehrt auch keine der Ungerechtigkeiten und Perversionen durch Gentechnik verbessert werden wird.

      Aber gib einem pervertierten System Schmierstoff und dann schau, ob es besser oder schlechter wird.

      Es ist unangebracht, "gentechnisch veränderte Pflanzen" als "gentechnisch verbesserte Pflanzen" zu bezeichnen. Wie schon in meinem ersten Beitrag erklärt, bleiben gentechnische Veränderungen unter Einbeziehung langfristiger Überlegungen ein Nullsummenspiel.

    • maxx1, vor 630 Tagen, 17 Stunden, 1 Minute

      Zusatz: Nullsummenspiel im positiven Fall, je nachdem, wie und von wem die Risiken bewertet werden.

    • phobetor, vor 630 Tagen, 14 Stunden, 35 Minuten

      außerdem bezweifle ich dass die gentechnik, selbst mit diesen neuen erkenntnissen, in nächster zeit die herkömmliche züchtung in den ergebnissen einholen kann.

      die forschungsergebnisse sind insofern aber sehr gut dass man sie auch zur konventionellen züchtung gut einsetzen kann.

      alles in allem können technische neuerungen nie lösungen sozialer probleme sein, höchstens ein teil davon.

    • @nullsummenspiel

      iggi, vor 630 Tagen, 8 Stunden, 18 Minuten

      unsere globale soziale-technische-wirtschaftliche-politische welt ist derart dynamisch, vielschichtig und komplex/chaotisch dass man von einem nullsummenspiel nicht sprechen kann. sowas ist fuer sozialwissenschaftliche 'experimente' in kleinem rahmen. auch hier spielt ideologie eine rolle: es darf einfach nicht sein, dass alle an einer massnahme oder einer einrichtung gewinnen, die einem nicht in den kram passt, sei es die boerse, gentechnik, lockerung der lohnbestimmungen ...

  • generieren

    joli, vor 631 Tagen, 9 Stunden, 22 Minuten

    Es ist einfach nicht wahr, dass GVO (gentechnisch veränderte Organismen) zu dem Zweck entwickelt werden, um den Hunger in der Welt zu stillen, sondern nur, um Vormachtstellung, Herrschaft und saftige Gewinne der Entwickler zu generieren. Und sie zielen auf alles ab, was für die Bevölkerung dieser Welt von Bedeutung ist: Soja, Mais, Weizen, Reis, Erdäpfel. Von alledem gibt es (derzeit noch) unzählige Sorten und vielerorts werden auch noch enorme Überschüsse produziert, riesige Summen werden investiert, um Exporte und Einfuhrbeschränkungen zu administrieren. GVO gehen einher mit Monokulturen, Dünge-, Herb- u. Pestizideinsatz. Das ist ruinös.

    • P

      joli, vor 631 Tagen, 9 Stunden, 20 Minuten

    • P.S.:

      joli, vor 631 Tagen, 9 Stunden, 11 Minuten

      Gerade jetzt hätten wir die Möglichkeit, insoferne Getreide irgendwo im Überfluss vorhanden ist, dieses nach Pakistan zu liefern (anstatt militärischer Operationen in der Region und überhaupt). Dass die Monsunregen verrückt spielen, hat durchaus mit dem Usus in der landwirtschaftlichen Produktion zu tun. Monokulturen zerstören die Böden und die darin wohnenden Lebewesen, die Wasserspeicherkapazität ist dahin... Außerdem ist eine Monokultur Garant dafür, "Schädlinge" anzulocken - alleine diese Argument führt die diesbezüglichen Ambitionen ad absurdum.

  • maxx1, vor 631 Tagen, 15 Stunden, 50 Minuten

    Es ist schon bedrückend, mit welchen Argumenten diese "gentechnischen" Entdeckungen hier verkauft werden. Der Kampf gegen den weltweiten Hunger ist, und diese Einstellung wird von vielen geteilt, kein vorrangig (gen)technisches Problem, sondern vielmehr ein politisches und soziales.

    Man vergisst anscheinend manchmal, dass diese technischen Entdeckungen sehr wahrscheinlich nur Nullsummenspiele sind. Das heisst, wenn man mehr gentechnisch veränderten Weizen anbaut und erntet, wachsen gleichzeitig auch Risiken wie die der Monokultur. Das soziale Problem würde das gleiche bleiben, nämlich die Preisbildung bei Weizen auf dem Weltmarkt. Auch wenn Überschuß produziert wird, dann werden es sich aufgrund protektionistischer Masßnahmen ärmere Menschen/Regionen trotzdem nicht leisten können, Weizen zu kaufen.

    Ist denn dem Verfasser oder der Verfassserin nicht klar, dass es auf dem Agrarsektor sowieso schon Überschußproduktion gibt? Und dass zum Beispiel in der EU mit einem riesigen Budget der Landwirtschaft unter die Arme gegriffen wird und Bauern sogar dazu gebracht werden, Flächen brachliegen zu lassen? (oder dass Überschußproduktion mit Steuergeld aufgekauft wird und dann vernichtet wird?) Und das einzig aus dem Grund, um den Preis hochzuhalten?

    • prinzipielle zustimmung,

      xx13, vor 631 Tagen, 14 Stunden, 51 Minuten

      aber die prämien für die brache gibt's nicht mehr, nur mehr kontingente...

      leider gibt's sowas wie einen echten (auch kritischen) wissenschaftsjournalismus in österreich nicht, ja nicht mal einen echten politischen journalismus...