Standort: science.ORF.at / Meldung: "Geschlechtertrennung in manchen Fächern"

Ein Bub sitzt vor einer Tafel im Schulunterricht und hat Probleme mit der Lösung einer mathematischen Aufgabe.

Geschlechtertrennung in manchen Fächern

Mädchen und Buben sollten in getrennten Klassen unterrichtet werden, wenn es um naturwissenschaftliche Fächer wie Mathe oder Physik geht. So melden sich Schülerinnen nach der achten Schulstufe eher für eine HTL an, wenn sie vorher in Klassen mit einem hohen Mädchenanteil waren.

Schule 30.08.2010

Das haben Nicole Schneeweis und Martina Zweimüller vom Institut für Volkswirtschaftslehre an der Johannes Kepler Universität Linz in einer Studie herausgefunden. Die Schulwahl wirkt sich schließlich auf die Berufsausbildung sowie Job und Einkommen aus, erklärte Schneeweis gegenüber der APA.

Hoher Mädchenanteil prägt

Für die Untersuchung haben die beiden Autorinnen die Daten von 19 Jahrgängen in Linz zwischen den Jahren 1988 und 2006 herangezogen. Zur Verfügung standen die Registerdaten aller Linzer Kinder. Man beschränkte sich dabei auf Mädchen in Hauptschulen, denn wie sich herausstellte, bleiben über 80 Prozent der Gymnasiasten nach der achten Schulstufe an der AHS.

"Wir haben uns angeschaut, wie sich der Anteil der Mädchen in der fünften bis achten Schulstufe auf die Wahl des Schultyps in der neunten Stufe auswirkt", erklärte Schneeweis. Das zentrale Ergebnis: Ein höherer Mädchenanteil in der Klasse führt dazu, dass die Mädchen dann eher einen männlich-dominierten Schultyp wie die HTL als etwa eine HBLA wählen.

Die Erhöhung des Mädchenanteils in einer Klasse um elf Prozentpunkte, zum Beispiel von 50 Prozent auf 61 Prozent, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein männlich dominierter Schultyp gewählt wird um 4,8 Prozentpunkte. "Das ist ein signifikanter Unterschied", meinte Schneeweis.

Grundstein für das Berufsleben

Die Wissenschaftlerin verwies auf bereits bekannte Literatur, wonach sich Mädchen in reinen Mädchenklassen eher für Mathematik und Naturwissenschaften interessieren. Eine mögliche Erklärung hierfür: Wenn keine oder weniger Buben in der Klasse sind, entwickeln Mädchen mehr Selbstbewusstsein in Fächern, die als nicht typisch für ihr Geschlecht gelten. "Das ist ein Erklärungsansatz. Hinzu kommt auch das Verhalten der Lehrer und das Klassenklima, denn männliche Schüler erhalten mehr Aufmerksamkeit, da sie lauter sind und häufiger aufzeigen." Schneeweis zieht ein Resümee: "Um Mädchen in der freien Berufswahl zu fördern, könnte man eine Trennung in manchen Schulfächern überlegen. Eine gänzliche Trennung auf Schulebene würde ich aber nicht empfehlen."

Während sich die Beschäftigungsquoten von Männern und Frauen inzwischen annähern, sind die Einkommensunterschiede weiterhin vorhanden, heißt es in der Studie. Eine Erklärung hierfür ist in der unterschiedlichen Berufswahl der Geschlechter zu finden. Während Männer eher prestigeträchtige, gut bezahlte Jobs mit viel Macht ausüben, landen Frauen oftmals in den viel schlechter bezahlten Dienstleistungs- und Sozialberufen. Der Grundstein für das Berufsleben und somit das Einkommen werde aber schon viel früher, mit der Wahl des Schultyps, gelegt. Die Untersuchung wurde im Vorjahr durchgeführt und soll in einer Fachzeitschrift veröffentlicht werden.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • "männliche Schüler erhalten mehr Aufmerksamkeit, da sie lauter sind"

    slartibartfast, vor 628 Tagen, 2 Stunden, 41 Minuten

    maenner sind lauter.
    und frauen koennen nicht einparken.

    ich finde es absurd, aufgrund des geschlechts ein lautstaerkekennzeichen herauslesen zu wollen. wuerde man wirklich auf die ursache bezogen die klasse teilen wollen, muesste man die lauten in eine, die stillen in eine andere klasse geben. die lauten und die stillen, nicht die buben und die maedchen. aber das waere ja viel zu unpopulistisch und erhielte keine aufmerksamkeit.

    "männliche Schüler erhalten mehr Aufmerksamkeit, da sie ... häufiger aufzeigen"

    das ist ja viel zu undifferenziert und sogar falsch. es gibt mittlerweile lehrer und Innen, die die mitarbeit der buben ("aufzeigen") ignorieren und stattdessen wesentlich haeufiger maedchen drannehmen. mit dem resultat, dass die buben beginnen, die mitarbeit einzustellen.

    • logopezi, vor 628 Tagen, 14 Minuten

      wenn das wirklich so stimmt, dass buben häufiger aufzeigen: warum kapierend ann die mädchen offensichtlich nicht (oder schaffen es nicht, das wissen in die tat umzusetzen), dass mitarbeit in form von aufzeigen positiv honoriert wird? mangelnde soziale intelligenz?

  • geschlechtertrennung, wenn es den maedchen nuetzt

    slartibartfast, vor 629 Tagen, 11 Stunden, 45 Minuten

    es ueberrascht nicht, dass der artikel sich ausschliesslich damit beschaeftigt, geschlechtertrennung im unterricht damit zu rechtfertigen, dass es den maedchen nuetzt. man moege sich doch auch bitte ueberlegen, was den buben nuetzt. klarerweise werden solche ueberlegungen nicht von einer nicole oder martina durchgefuehrt werden muessen.

    • slartibartfast, vor 629 Tagen, 11 Stunden, 6 Minuten

      (streiche ein "muessen")

  • Wie schaut dann das Niveau in Relation aus?

    hosenbeisser, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 48 Minuten

    Es können schon jetzt viele Maturaheinis nichtmal einfachste Prozentrechnungen lösen. Von einfacher Geometrie wie sphärischen Dreiecken, vielleicht auch ein wenig Differentialrechnung und einfachste Integralrechnung und Grenzwertbestimmung meilenweit entfernt. Obwohl alles Schulstoff.

    Was soll das bringen wenn die Geschlechtertrennung nur dazu dient das Niveau abzusenken. Und die dann vermutlich nichtmal mehr das 1+2 aus dem Foto erfassen können?

  • maxx1, vor 629 Tagen, 16 Stunden, 5 Minuten

    Zitat: "Das zentrale Ergebnis: Ein höherer Mädchenanteil in der Klasse führt dazu, dass die Mädchen dann eher einen männlich-dominierten Schultyp wie die HTL als etwa eine HBLA wählen."

    Eine Erklärung dafür wäre auch, dass dann einige der Mädchen wohl die Nase voll haben von zuviel weiblicher Gesellschaft;-)

    • logopezi, vor 629 Tagen, 13 Stunden, 54 Minuten

      frag frauen: du wirst kaum eine finden, die in reinen frauenbetrieben arbeiten möchte - udn jede davon wird dir sagen, aus gruppendynamischen gründen (intrigantenstadel und dergleichen)

    • Zickenbissigkeit ab ca. 40% Frauanteil aufwärts, da geht's dann los

      hosenbeisser, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 56 Minuten

  • logopezi, vor 629 Tagen, 23 Stunden, 42 Minuten

    sollte man mädchen nicht eher mit den offensichtlich mangelnden sozialen fähigkeiten ausstatten, die es ihnen ermöglichen, sich in einem wettbewerb zu bewähren, wie ihn die schule eh nur in sehr geringem ausmaß, jeder weitere berufliche lebensweg aber dafür um so mehr darstellt?

    • So, und jetzt tust Deines mal Satz so umformulieren, dass

      hosenbeisser, vor 629 Tagen, 12 Stunden, 58 Minuten

      man das Geschreibsl zum Erfassen nicht zweimal lesen muss. *fg*

    • slartibartfast, vor 629 Tagen, 11 Stunden, 5 Minuten

      also i find den satz schon okay so wie er ist.

    • burnside, vor 628 Tagen, 17 Stunden, 45 Minuten

      Nach "um so mehr" fehlt ein Beistrich! :-))

      Umformulierung:

      Jeder berufliche Lebensweg erfordert sich in einem Wettbewerb zu bewaehren. In der Schule ist ein solches Umfeld zwar vorhanden, aber nur in geringem Ausmass. Offensichtlich mangelt es Maedchen an den entsprechenden Faehigkeiten fuer einen Wettbewerb. Sollten Maedchen nicht eher bereits in der Schule einer solchen Wettbewerbssituation ausgesetzt werden um sich die Faehigkeiten fuer die Wettbewerbssituation anzueignen?

  • also geschützte werkstätten für mädchen?

    logopezi, vor 629 Tagen, 23 Stunden, 46 Minuten

    soso. und die schule ist ein reines wunschkonzert für mädchen? wie machen es diese mädchen dann im weiteren bildungs- und berufsweg? werden da dann auch männerfreie lehrveranstaltungen an den unis gefordert, weil sich die mädels neben männern "nicht richtig entfalten" können? und männerfreie firmen?
    ich würd sagen, soziales lernen, auf das in der schule ja immer so großer wert gelegt wird, sollte für mädchen beinhalten, sich in gemischtgeschlechtlicher umgebung zu bewähren, nicht unterzugehen.
    oder stellt das weibliche geschlecht eine derart starke behinderung dar, dass mädchen automatisch geschützte (bildungs)werkstätten benötigen?

    • falscher Ansatz!

      manfredvogl, vor 629 Tagen, 22 Stunden, 6 Minuten

      WER schützt die Burschen vor den Mädchen?!!!

    • Interessant...

      allthegoodnamesaregone, vor 629 Tagen, 21 Stunden, 47 Minuten

      Meist liest man hier ja davon, wie arm und un- bzw. falsch beachtet die Burschen sind. Dass aber auch die Mädchen einen eindeutigen Nachteil durch die Koedukation haben können, das gilt dann nicht.

      Und wie die Mädels sich dann an der Uni verhalten? Wie normale Studenten. Schließlich sind sie dann ja schon geprägt und sollten die Pubertät hinter sich gelassen haben.

    • (-;

      manfredvogl, vor 629 Tagen, 21 Stunden, 38 Minuten

    • "werden da dann auch männerfreie lehrveranstaltungen an den unis gefordert, "

      slartibartfast, vor 629 Tagen, 10 Stunden, 29 Minuten

      was du da offenbar sarakstisch nachfragst, gibt es bereits. sind zwar eine minderheit und auch keine pflicht-veranstaltungen, aber es gibt sie.