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Aufnahme des Kohlenstoffsterns CW Leonis mit seiner schalenförmig aufgebauten Staubhülle

Heißer Wasserdampf um Roten Riesen

Die Hülle eines 500 Lichtjahre entfernten roten Riesensterns besteht aus erstaunlich heißem Wasserdampf. Nun hat eine Astronomengruppe mit österreichischer Beteiligung eine Erklärung dafür geliefert. UV-Strahlung könnte verantwortlich sein, dass genügend freie Sauerstoffatome vorhanden sind, um sich mit Wasserstoff zu "H2O" zu verbinden.

Astronomie 02.09.2010

Das Schicksal auch unserer Sonne

Die Studie:

Warm water vapour in the sooty outflow from a luminous carbon star von L. Decin et al. ist in "Nature" erschienen.

Am Ende ihrer Lebenszeit blähen sich relativ massearme Sterne zu "Roten Riesen" auf, ein Schicksal, das auch unserer Sonne in fünf Milliarden Jahren blüht. "CW Leonis", 2001 im Sternbild des Löwen entdeckt, ist bereits in diesem Stadium und produziert Unmengen von Gas und Kohlenstoffstaub - in der Größenordnung von rund einer Erdmasse pro Jahr.

Seit die Wissenschaftler auch Wasserdampf in der Hülle des Sterns entdeckt haben, rätseln sie über dessen Herkunft. Denn ein kohlenstoffreicher Stern wie "CW Leonis" ist üblicherweise vor allem mit Kohlenmonoxid (CO) umgeben, für Wasser sollte eigentlich kein Sauerstoff mehr überbleiben.

Heißes Wasser

Aufnahme des Kohlenstoffsterns CW Leonis mit seiner schalenförmig aufgebauten Staubhülle.

CW Leonis, aufgenommen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile. Die schalenförmig aufgebauten Staubhülle besteht vor allem aus Ruß, im inneren Bereich wurde nun heißer Wasserdampf entdeckt.

Eine mögliche Erklärung für die Herkunft des Wassers ist eine große Zahl an Kometen, die von dem sich aufblähenden Stern eingefangen werden. Gegen diese Theorie spricht allerdings die nun erstmals gemessene Temperatur des Wasserdampfs.

Mit "Herschel" konnten Dutzende Wasserdampflinien im Spektrum des Sterns nachgewiesen werden, was es ermöglichte, die Temperatur mit rund 700 Grad Celsius anzugeben, erklärte Thomas Posch vom Institut für Astronomie der Uni Wien.

Wären Kometen für das Wasservorkommen verantwortlich, wäre dieses nicht so heiß. An der internationalen Auswertung der von "Herschel" gemessenen Daten war auch Franz Kerschbaum, Leiter des Wiener Astronomie-Instituts, beteiligt.

Gebildet durch UV-Strahlung

Die Wissenschaftler liefern in "Nature" auch gleich eine neue Erklärung für die Herkunft des Wassers: Demnach könnte es im Inneren der Sternenhülle auf fotochemischem Weg durch UV-Strahlung gebildet werden. Wobei die UV-Strahlung nicht nur vom Stern selbst, sondern auch aus dem interstellaren Strahlungsfeld stammen soll.

Damit die UV-Strahlen überhaupt so tief in die staubige Sternenhülle eindringen können, um dort zur Entstehung von Wasser beizutragen, gehen die Astronomen davon aus, dass die Hülle nicht homogen ist, sondern eine klumpige Struktur mit vielen Löchern aufweist.

science.ORF.at/APA

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