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Ameisen auf einem Akazienbaum

Ameisen schlagen Elefanten in die Flucht

Ameisen sind zwar klein, können in Summe aber sogar Elefanten Respekt einflößen: In der afrikanischen Savanne beschützen sie eine bestimmte Baumart vor den riesigen Pflanzenfressern. Diese Elefanten-Abwehr ist nicht nur ein Effekt der Symbiose von Baum und Insekt.

Ökologie 02.09.2010

Die Ameisen leisten damit auch einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts in der Savanne, berichten die beiden Forscher Jacob R.Goheen und Todd M. Palmer in einer Studie.

Die Studie "Defensive Plant-Ants Stabilize Megaherbivore-Driven Landscape Change in African Savanna"ist in der Fachzeitschrift "Current Biology" erschienen (sobald online).

Elefanten meiden Ameisenbäume

Normalerweise richten Elefanten auf ihren Wanderungen durch die Savanne verheerende Flurschäden an. Goheen und Palmer ist jedoch aufgefallen, dass die Dickhäuter sich nicht sehr für Flötenakazien (Acacia drepanobolium) zu interessieren scheinen, die von Ameisen bevölkert waren. Die Insekten leben in Symbiose mit den Bäumen. Die Pflanzen bieten den Tieren Unterschlupf und Nahrung in Form einer zuckrigen Nektarlösung, dafür verteidigt das Ameisenvolk seinen Baum vehement gegen alle vermeintlichen Angreifer.

Um zu überprüfen, ob wirklich die Ameisen der Grund für das Fernbleiben der grauen Riesen sei, fütterte das Forscherduo Elefanten in einer Aufzuchtstation mit Zweigen der Flötenakazie und der von den Dickhäutern normalerweise bevorzugten Schwarzdornakazie (Acacia Mellifera). Sie entfernten die Ameisen von manchen Flötenakazien und setzten sie dafür auf Schwarzdornakazienäste. Das Ergebnis war verblüffend. Die Elefanten fraßen die Flötenakazien genauso gerne wie die Schwarzdornakazien.

"Saßen aber auf einem Zweig, egal welcher Spezies, Ameisen, wurden sie von den Elefanten verweigert wie Brokkoli von Kleinkindern", so Palmer. Wie aber können Ameisen Elefanten daran hindern, Bäume zu verzehren?

Der Rüssel als Achillesferse

Das Problem sei der Rüssel, so Palmer. Äußerlich zäh und widerstandsfähig ist ein Elefantenrüssel innen sehr empfindlich und von Nerven durchzogen. "Es scheint, dass Elefanten es nicht leiden können, wenn Ameisen in Scharen in ihren Rüssel hineinklettern, und ich kann ihnen daraus keinen Vorwurf machen", sagt Palmer.

Anscheinend kann bereits der Geruch von Ameisen die Dickhäuter fernhalten. Daraus ergebe sich vielleicht die Möglichkeit, Erntefelder mit Ameisenduft vor Elefanten zu schützen, so Palmer weiter. Die großen Säuger können, wenn sie in hoher Dichte auftreten, "Waldgebiete in Graslandschaften verwandeln", sagen die beiden Wissenschaftler.
Diese Elefantenabwehr hat also eine wichtige Bedeutung für das Ökosystem Ostafrikas.

Das Zünglein an der Waage des Kohlenstoffkreislaufs

Bäume spielen eine wichtige Rolle bei unterschiedlichen Prozessen eines Ökosystems, zum Beispiel der Speicherung von Kohlendioxid und damit der Verlangsamung des Treibhauseffektes.

"Diese 'Ameisenpflanzen' bedecken nicht nur ein paar hundert Hektar, sondern sind vom südlichen Sudan bis in den Osten Zaires über ganz Ostafrika verteilt", erklärt Palmer. "Damit spielen sie potentiell eine große Rolle bei der Regulierung des Kohlenstoffkreislaufs in diesen Ökosystemen.Und die Ameisen als Leibwächter der Flötenakazien könnten ausschlaggebend dafür sein, ob ihre Wirtsbäume überleben und ihnen diese Rolle wirklich zufallen kann.

Peter Stenitzer, science.ORF.at

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Forum

 
  • Puhh, Kurve zum pösen CO2-Klimawandel gerade noch mal so geschafft

    hosenbeisser, vor 527 Tagen, 7 Stunden, 41 Minuten

    Das war aber schon knapp.

    • manfredvogl, vor 527 Tagen, 6 Stunden, 37 Minuten

      :-D

    • ;-)))

      solala, vor 526 Tagen, 17 Stunden, 55 Minuten

      Und produzieren nur nur ein bischen Methan die kleine lästigen Biester...

      (Methan ist etwa um den Faktor 25 - 33 Klimagiftiger als CO", 1/3 der Weltweiten Kontamination stammt von Termiten und Co.)

    • bei die elephanten liegst

      mantispa, vor 526 Tagen, 11 Stunden, 17 Minuten

      wahrscheinlich richtig, bei die ameisen nicht, denn die sind nicht wie termiten zelluloseverdauer, sondern eher räuber. im übrigen würde ich mich, wenns ums co'' geht, weder an dickhäuter noch hautflügler halten, vielmehr an autofahrer und flieger.

    • ausserdem wird

      iggi, vor 525 Tagen, 19 Stunden, 39 Minuten

      endlich mal der kultstatus der elephanten etwas angekratzt, die ja durch niedertrampeln und wasserlochverschlammung entsetzliche oekovernichter sind.

    • Ich kenne mich nicht aus.

      nickel, vor 525 Tagen, 17 Stunden, 52 Minuten

      @iggi ist dieser Kommentar ernst gemeint?

      Der Artikel ist interessant. Ich war noch nie in Afrika - wahrscheinlich im Gegensatz zu allen anderen hier, die sich aus dem ff auskennen - trotzdem leuchtet mir ein, was beschrieben ist. Nur kann ich nichts Moralisches und nichts Kultisches daran erkennen. Macht Ökologie nur Spaß, wenn, vor lauter Metaphernseligkeit der Sprache, jeder alles assoziiert, bis es in seine kleine Privatwelt emotionell passt?

    • naja nickel,

      iggi, vor 525 Tagen, 16 Stunden, 23 Minuten

      obs hier wirklich um metapher geht? natuerlich kann ich nicht quantifizieren inwieferne der elephant (aehnlich den delphinen, walen, pandabaer und seit neuestem eisbaer) kultstatus in der umweltschutzbewegung hat. du kannst mir auch absprechen dass pandabaeren symbolfiguren der umweltschutzbewegung sind und ich kann es dir nicht widerlegen.
      Vermutlich ist es auch eine frage des alters und/oder erinnerungsvermoegens, denn in den 1980ern -also vor internet und kabelfernsehen - war die dezimierung der elephanten eben eine der hauptsorgen der umweltbewegung, und das ausdenken und evaluieren nachhaltiger schutzmassnahmen ein thema akademischen interesses.

    • Ich verstehe immer noch nicht.

      nickel, vor 524 Tagen, 17 Stunden, 34 Minuten

      Elefanten leben so, wie sie in der Evolution geworden sind. Wenn es dem Menschen nicht passt, was sie tun, "Wasserlöcher", "niedertrampeln", hat es dennoch keinen Sinn, sie "Ökovernichter" zu nennen. Der Ökologie an sich sind deine Spezialsorgen und Spezialinteressen egal, auch wenns sympathisch ist, Verständnis mit elefantengeschädigten Landwirten zu haben, und Ausrotten gehört sich nicht.