Möglicher Wirkstoff gegen Malaria
Erreger abgetötet
Zur Studie
Spiroindolones, a Potent Compound Class for the Treatment of Malaria, "Science" (Bd. 329, S. 1175).
Die neue Substanz gehört zur chemischen Klasse der sogenannten Spiroindolone. Entdeckt wurde sie von einem Forscherteam, dem unter anderen das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut in Basel und der Pharmakonzern Novartis angehören. Die Wissenschaftler durchforsteten eine riesige Datenbank von Novartis nach möglichen Wirkstoffen gegen Malaria und fanden schließlich einen aussichtsreichen Kandidaten. Von diesem stellten sie rund 200 Abkömmlinge her, um Wirksamkeit und Sicherheit genauer untersuchen zu können.
Am Ende ragte ein Spiroindolon mit der Bezeichnung NITD609 heraus: Laut den Forschern erfüllt es alle Kriterien eines neuen Antimalaria-Kandidaten. Es scheint keine Nebenwirkungen zu haben und tötete im Reagenzglas die zwei wichtigsten Malaria-Erreger ab, die Parasiten Plasmodium falciparum und Plasmodium vivax. Auch gegen resistente Erreger-Stämme dürfte die Substanz wirken.
Klinische Studien noch ausständig
40 Prozent der Weltbevölkerung leben in Gebieten mit Malaria. Im Jahr 2008 waren gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 247 Millionen Menschen mit dem durch Mücken übertragenen Erreger infiziert. Fast eine Million Menschen sterben jedes Jahr an der Krankheit - meist Kinder in Afrika.
Der Fund sei noch kein Grund zur Euphorie, warnte jedoch einer der beteiligten Wissenschaftler. Das Molekül müsse nun eingehend auf seine Sicherheit untersucht werden - dann stünden klinische Studien beim Menschen an. Bis zu einem neuen Medikament würden mindestens noch fünf Jahre vergehen.
science.ORF.at/APA/sda
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