
Forscher machen Farben hörbar
Dem Team um Ian Butler von der Chemieabteilung der McGill Universität ist es gelungen, Farben hörbar zu machen. Das haben die Forscher mithilfe der photoakustischen Infrarot-Spektroskopie geschafft.
Die Studie
"Application of Photoacoustic Infrared Spectroscopy in the Forensic Analysis of Artists' Inorganic Pigments" ist im Fachblatt "Spectrochimica Acta Part A: Molecular and Biomolecular Spectroscopy" erschienen.
Dieses Verfahren geht auf den Erfinder des Telefons, Alexander Graham Bell, zurück. Bell fand 1880 heraus, dass feste Stoffe Schall erzeugen können, wenn sie Sonnenlicht, UV- oder Infrarotstrahlung ausgesetzt sind.
Altes Verfahren neu angewendet
Erst durch Fortschritte in der Mathematik und die Weiterentwicklung von Computern war es Chemikern möglich, das Phänomen zu einem wissenschaftlich verwertbaren Verfahren zu entwickeln und auf unterschiedliche Stoffe anzuwenden. Butler und sein Team sind die ersten, die das Verfahren auf Farbpigmente angewendet haben.
"Die chemische Zusammensetzung der Pigmente zu kennen ist wichtig. Es ermöglicht Museen und Restauratoren zu wissen, wie die Farben auf Sonnenlicht und Temperaturveränderungen reagieren", sagt Butler.
Akustische Farbkartei
Bisher haben die Wissenschaftler zwölf verschiedene anorganische Pigmente anhand der von ihnen ausgestrahlten Infrarotspektren, also ihrer Geräuschpalette, klassifiziert. Auch heute noch verwenden viele Künstler diese Pigmente, wie zum Beispiel Kobaltblau, Chromgelb, Malachit oder Mars Orange. Langfristig soll eine Datenbank entstehen, in der bekannte Pigmente und deren akustische Signatur aufgelistet sein sollen.
"Ist so eine Datenbank einmal erstellt, könnte diese Technik in forensischen Kunstlabors zur Routine werden", sagt Butler. Falsch gemischte Farben können ein Bild beim Versuch, es zu restaurieren, nämlich schwerer beschädigen, als es gar nicht in Stand zu setzen.
Peter Stenitzer, science.ORF.at
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