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Zwei Gehirne im Scan gegenüber

Gelähmte sollen durch Gedanken sprechen

Bisher ist es vollständig gelähmten Menschen nur sehr schwer möglich gewesen, mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Nun soll ihnen ein Teil ihrer Sprache wieder gegeben werden. Ein Forscherteam aus Utah hat es geschafft, die Gehirnsignale eines Patienten via PC in Sprache zu übersetzen.

Gehirnforschung 07.09.2010

Die Studie

"Decoding spoken words using local field potentials recorded from the cortical surface" ist im "Journal of Neural Engineering" erschienen.

Elektroden im Gehirn

Die Anordnung ist spektakulär: Auf dem offenliegenden Gehirn der Versuchsperson werden 32 Mikro-Elektroden angebracht. Über diese Elektroden versuchen Forscher die Gedanken eines Probanden in Sprache zu übersetzen. An dem Mann, der an schweren epileptischen Anfällen leidet, ist bereits zuvor eine Kraniotomie, eine operativen Öffnung des Schädels vorgenommen worden. Ursprünglich hätte festgestellt werden sollen, welche Gehirnregionen die Anfälle auslösen, damit diese Regionen chirurgisch entfernt werden können.

Der Mann hat sich den Wissenschaftlern aus Utah freiwillig für das Experiment zur Verfügung gestellt. Zwei Netzwerke aus jeweils sechzehn Mikroelektroden verbinden sein Gehirn mit einem Computer. Die Elektroden liegen über zwei verschiedenen Regionen des Gehirns, dem Wernicke Zentrum, also dem sensorischen Sprachzentrum, und jenem Bereich des Motorcortex, der für die Bewegung des Gesichtes zuständig ist.

Vom Gedanken zur Sprache

Die Forscher zeichnen die Signale seines Gehirns auf, während er wiederholt zehn Wörter liest, die für eine gelähmte Person von Bedeutung sein können: Ja, nein, hungrig, durstig, heiß, kalt, hallo, Auf Wiedersehen, mehr und weniger.

Danach haben die Forscher versucht anhand der gesammelten Daten herauszufinden, welche Signale für welchen Begriff stehen. Die Erfolgsquote ist für den Anfang nicht schlecht. Zwei gegensätzliche Signale wie "Ja" und "Nein" können die Forscher in 76 bis 90 Prozent der Fälle richtig unterscheiden.

Wenn sie alle zehn verschiedenen Begriffe zur Auswahl haben, liegt ihre Trefferquote derzeit bei 28 bis 48 Prozent. Das ist zwar besser als zu raten (Trefferquote: zehn Prozent), reicht aber noch nicht als Grundlage eines Gerätes, das die Gedanken eines Patienten in Sprache umwandeln kann.

Noch nicht ausgereift, aber voller Potential

"Wir haben bewiesen, dass diese Signale uns jenseits von Zufälligkeiten verraten können, was die Person denkt. Aber wir müssen noch mehr Wörter mit mehr Exaktheit erkennen können, bevor daraus etwas wird, das ein Patient nützlich findet", sagt Bradley Greger, Assistenzprofessor für Bioengineering an der Universität in Utah und Mitarbeiter bei dem Projekt.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher mit mehr Elektroden arbeiten, um mehr Daten gewinnen zu können. Die Mikro-Elektroden sind Miniaturversionen der Elektroden, die auch bei der Elektrocorticographie, einer Methode zur Aktivitätsmessung am offen liegenden Gehirn, verwendet werden. Nachdem diese Elektroden nicht in das Gehirn Betroffener eindringen, gilt die Methode auch als ungefährlich.

Echtzeitkommunikation für Gelähmte

Ziel des Projektes ist, Menschen, die am Locked-in Syndrom leiden, die Sprache wieder zu geben. Das Locked-in Syndrom bezeichnet einen Zustand fast vollständiger Gelähmtheit, zum Beispiel als Folge einer Krankheit oder eines Unfalls, wobei die betroffene Person quasi im eigenen Körper gefangen ist. Bisher gibt es zwar Software, die solchen Menschen ermöglicht, Buchstaben oder Wörter aus einer Liste auszuwählen und so in Sprache zu konvertieren, aber mit diesen Systemen dauert es oft mehrere Minuten, bis Betroffene einen Satz bilden können.

Die neue Methode könnte vollständig Gelähmten wieder die Kommunikation in Echtzeit ermöglichen. Die bisherigen Erfolge sind aber nur der erste Schritt auf einem langen Weg. "Das bedeutet nicht, dass das Problem jetzt gelöst ist und wir alle nach Hause gehen können", sagt Greger. "Es bedeutet, dass es funktioniert und wir es jetzt verfeinern müssen, damit Menschen mit Locked-in Syndrom wieder wirklich kommunizieren können."

Peter Stenitzer, science.ORF.at

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Forum

 
  • die in utah müssen aber zuerst noch bei den deutschen

    xx13, vor 523 Tagen, 14 Stunden, 58 Minuten

    singer, roth, prinz in die schule gehen.

    die herrschende meinung dieser ist nämlich, das gehirn spricht, und sowohl wir als auch jetzt die aus utah erfahren erst danach davon. also, das gehirn bildet das ja, das eeg liest das ja und wir werden dem gedanken ja (nachträglich) gewahr. nicht so wie hier im artikel angedeutet: wir denken und das eeg kann diesen gedanken über die hirnströme messen...

    • mantispa, vor 523 Tagen, 13 Stunden, 21 Minuten

      das tut doch hier gar nichts zur sache (oder ?).

  • solala, vor 524 Tagen, 1 Stunde, 6 Minuten

    Die URL auf ww.orf.at stimmt nicht die
    Adresse:

    http://science.orf.at/stories/1650453/

    sollte in diese Geändert werden:
    http://science.orf.at/stories/1660453/

    Macht aber nix, weil blöd wird so etwas eh erst am 1.10.2010 mit Adressen von

    http://futurezone.orf.at/stories/xxxxx/
    di lautet dann
    http://historytime.orf.at/stories/xxxxx/

    Das Ergebnis wird gleich bleiben:

    Fehler!

    Ein Zugriff auf den Server ist nicht möglich.

    Tipps dazu:
    -Stellen Sie sicher, dass eine Verbindung mit dem Internet besteht und überprüfen Sie, ob andere Programme mit der selben Verbindung funktionieren.

    -Überprüfen Sie bitte, dass Ihre Einstellungen evtl. zusätzlich installierter Internet-Sicherheitsprogramme korrekt sind, damit Ihnen keine Behinderungen für das normale Web-Browsen entstehen.

    -Wenn Sie sich hinter einer Firewall in einem lokalen Netzwerk befinden und Sie meinen, dass dieses die Probleme verursachen könnte, fragen Sie Ihren System-Administrator.

    -Versuchen Sie durch Drücken der Taste F12 und das Deaktivieren des Proxyservers diese Seite neu zu laden, außer Sie wissen genau, dass Sie diesen Proxy verwenden müssen, um sich mit dem Internet zu verbinden.

  • "Noch nicht ausgereift, aber voller Potential"

    sensortimecom, vor 524 Tagen, 5 Stunden,

    Leider auch für die missbräuchlichen Formen der Anwendung..

    (das Schlimmste befürchtend)

    • solala, vor 524 Tagen, 57 Minuten

      Ich auch, anderseits aber wird es nicht mehr zur Anwenfung kommen, die Menschheit hat den Weg des kollektiven Selbstmords zu dem möglichen Zeitpunkt bereits beendet.

    • erinnert mich

      ichlebe, vor 523 Tagen, 23 Stunden, 25 Minuten

      irgendwie an "Data bei den Borgs"

    • solala:

      mantispa, vor 523 Tagen, 13 Stunden, 42 Minuten

      das dachte ich auch - allerdings nicht so ganz pessimistisch. das geld geht zwar aus, viele verhungern, schlagen sich die schädel ein usw. - aber dass gar niemand überbleibt, muss nicht sein, glaube ich.

    • @mantispa

      solala, vor 523 Tagen, 12 Stunden, 51 Minuten

      Also eines weis ich sicher es wird keine Apokalypse sein, sondern ein schleichender Tod.

      Ich vergleich es mit einer Krankheit, bei dem immer mehr Funktionen im Organismus ausfallen bis ein Systemausfall eben das Leben beendet, AIDS und Krebs wären gute Beispiele, kommt ja auch nicht von irgendwo her die Bezeichnung der Turbokapitalismus ist ein Krebsgeschwür.

      Die heurigen Brände in Rußland würde ich als Teil des Sterbeprozesses sehen.

      Es wird keine Überlebenden geben weil für jene die es überlebten die Rohstoffe fehelen werden eine geordnete Zivilisation wieder zu errichten, damit hat die Vergangenheit die Zukunft zerstörrt.

    • mantispa, vor 523 Tagen, 6 Stunden, 22 Minuten

      ja aber der mensch braucht doch all die ausgefallenen rohstoffe gar nicht, wenn er auf praeindustriellen zustand ("steinzeit" ?) zurückgefallen ist. wir, d.h. einige von uns, brauchen keine "ziv."! manche sehnen sich schon romantisch nach solchen paradiesischen zuständen.

    • @mantispa

      solala, vor 523 Tagen, 4 Stunden, 26 Minuten

      Das Bedürfnis hält sich sehr in Grenzen zumindest meinerseits, allerdings kann ich es vielen Mitbürgern auch nicht abstreiten das der Wunsch nach Veränderung sehr groß sein mag, nur dieser Traum sollte nicht in der Steinzeit enden, es ist kein Traum sondern der schlimmste Alptraum!

    • mantispa, vor 522 Tagen, 13 Stunden, 48 Minuten

      ja, aber du siehst doch, dass die gegenwärtige ziv. nicht "sustainable", dauerfähig, ist. die muss beendet werden.

  • schrecklich!

    mantispa, vor 524 Tagen, 5 Stunden, 35 Minuten

    ich bin aber vor allem überzeugt, dass der gelähmte seine gedanken durch lernen noch viel "deutlicher" (für den pc) machen kann.