Ein- und Ausschalter für Immunzellen geklärt
Check des Kalziumsspeichers
Die Studie:
"Auto-inhibitory role of the EF-SAM domain of STIM proteins in store-operated calcium entry" ist am 27.12.2010 in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen.
"Im Prinzip sind zwei Proteine an der Sache beteiligt", erklärt Rainer Schindl vom Institut für Biophysik der Universität Linz gegenüber der APA. Die beiden Eiweißstoffe sind die "stromal interaction molecules" (STIM) und die Orai-Proteine.
"Dabei sitzen die Orai-Moleküle in der Zellhülle und die STIM im Zellinneren, genau gesagt am Endoplasmatischen Reticulum (ER), einer Art Kanalsystem in der Zelle", so Schindl. Ein Teil der STIM ragt dabei in den Innenraum des ER und kann so den Kalziumspeicher checken.
Aktivierung durch Kalzium-Ionen
Ist der Speicher erschöpft, erkennt STIM das und aktiviert daraufhin die Orai-Moleküle in der Zellmembran. Das wiederum bewirkt, dass die Membran für Kalzium durchlässig wird. Die Zelle nimmt somit Kalzium-Ionen auf und ist aktiviert.
Der Mechanismus funktioniert in T-Zellen ebenso wie in Mast-Zellen, die unter anderem für die Ausschüttung von Histamin verantwortlich sind.
Moleküle unter der "Lupe"
Die molekularen Strukturen haben die Linzer Physiker mittels Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) aufgeklärt. Dabei werden Moleküle - ähnlich wie bei der in der Medizin eingesetzten Magnetresonanztomographie (MRT) - mittels starker Magnetfelder untersucht. Durch NMR werden nicht nur Strukturen, sondern auch Reaktionen zwischen Molekülen sichtbar.
science.ORF.at/APA
Mehr über das Immunsystem:


