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Zwei Gehirne im Scan gegenüber

Photodisc

Ist "das Gehirn" der wahre Verbrecher?

In der Wissenschaft wird seit langem darüber gestritten, ob kriminelles Verhalten genetisch, psychologisch oder sozial bedingt ist. Durch die Fortschritte in den Neurowissenschaften hat die Ansicht "Das Gehirn ist verantwortlich" zuletzt stark an Einfluss gewonnen. Sind Verbrecher letztlich willenlose Opfer ihrer Neuronen?

Kriminologie 07.01.2011

Beispiel: Gehirntumor führt zu sexueller Obsession

Es ist ganz plötzlich passiert: Ein amerikanischer Lehrer fühlte sich von einem Tag auf den anderen zu Kindern sexuell hingezogen. Er ging seiner pädophilen Neigung zuerst im Internet nach und suchte nach Kinderpornos, später begann er damit, Kinder sexuell zu belästigten.

Es folgte eine medikamentöse Behandlung, ein Rehabilitationsprogramm für Sexsüchtige, und schließlich drohte ihm eine Haftstrafe. Doch dann klagte der Lehrer über Kopfschmerzen und Ärzte untersuchten ihn im Krankenhaus.

Michael Pauen

Der Philosoph Michael Pauen

Michael Pauen ist Professor für Philosophie des Geistes an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er beschäftigt sich unter anderen mit Konsequenzen der neurowissenschaftlichen Forschung für das Menschenbild und die Ethik.

Die Diagnose: Ein Hirntumor hatte auf eine Region gedrückt, die mit Urteilsfähigkeit, Selbstkontrolle und Sozialverhalten in Verbindung gebracht wird. Die Ärzte entfernten den Tumor, und die sexuelle Obsession des Lehrers verschwand.

"Ganz offensichtlich veränderte sich sein Verhalten wegen neurologischer Abweichungen", resümiert Michael Pauen, Philosoph an der Humboldt-Universität zu Berlin, diesen Fall gegenüber science.ORF.at. "Aber das sind Einzelfälle, und neurowissenschaftliche Erklärungen gelten nicht immer." Meist sei ein Verbrechen einfach nur ein moralisch fragwürdiger Entschluss, zum Beispiel wenn jemand eine Bank ausraubt oder einen anderen betrügt.

Veranlagung zur Psychopathie angeboren?

"Neurowissenschaften spielen in der Verbrechensaufklärung keine große Rolle, außer es handelt sich tatsächlich um eine Tat, die eindeutig auf bestimmte Schädigungen des Gehirns zurückgeführt werden kann", erklärt der Grazer Rechtsphilosoph Peter Strasser.

Peter Strasser

Der Rechtsphilosoph Peter Strasser

Peter Strasser ist Professor am Institut für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik an der Karl-Franzens-Universität Graz. Er befasst sich unter anderem mit philosophischen Grundlagen der Kriminologie und bioethischen Fragen.

"Neurowissenschaftler hoffen aber natürlich, dass sich der Zusammenhang zwischen Gehirnzuständen und der Neigung zu asozialem Handeln immer exakter wird bestimmen lassen." Es herrsche die Auffassung vor, dass die Veranlagung zur Psychopathie angeboren ist.

"Aber ehrlich gesagt, sehe ich bei dieser Auffassung einige Gefahren: Im schlimmsten Fall kann es dazu führen, dass man Menschen als geborene Verbrecher diagnostiziert und sie ihrer Freiheit beraubt, noch bevor sie überhaupt ein Verbrechen begangen haben." Resozialisierende Maßnahmen würden so als weitgehend ineffektiv zurückgewiesen werden, "und das ist meines Erachtens nach ein Desaster für die Mitmenschlichkeit", so Strasser.

Wann beginnt die Schuldunfähigkeit?

Es gibt biologische, psychologische und soziologische Theorien, um zu erklären, wie es zu einem Verbrechen kommen kann. Heute überwiegen die multidisziplinären Betrachtungsweisen, d.h. Verbrechen gelten als Resultat vieler Ursachen.

Es können Erziehung, Traumata oder psychische Störungen sein, die dazu beitragen, dass ein Mensch kriminell wird. Manche Verbrechen können aber auch neurobiologische Ursachen haben.

"Das Problem der Justiz besteht darin, ab welchem Punkt der Rechtsstaat bereit sein sollte, Schuldunfähigkeit einzuräumen", so der Rechtsphilosoph Strasser.

Das Dilemma der Bestrafung

Kann ein Neurowissenschaftler also die Tat eines Sexualstraftäters mit dem Argument "er konnte nicht anders, es ist neurobiologisch bedingt" rechtfertigen, und damit auch eine Strafmilderung fordern?

"Ginge es um meine Tochter, hätte ich natürlich das Bedürfnis nach Vergeltung. Aber wenn man es aus einer differenzierten Perspektive betrachtet, ist es nun einmal so, dass Personen, deren Taten neurobiologische Ursachen haben, nur eingeschränkt straffähig sind. Das ist ein Dilemma, denn die Menschen wären empört, wenn ein Sexualstraftäter nicht bestraft werden würde", erklärt Michael Pauen.

Es sei dann die Aufgabe des Rechtsstaats, gegen aufflammende Rachebedürfnisse Widerstand zu leisten, meint Strasser. Besonders grausame Verbrechen werden besonders stark bestraft. "Besser wäre es aber, zu versuchen, Störungen zu verstehen, um sie therapieren zu können", glaubt auch Pauen.

Einschränkung des freien Willens?

Ö1 Sendungshinweis:

Anwendungen der Neuroforschung widmet sich das Ö1 Radiokolleg ab 31.1., 9:30 Uhr.

Das Verhalten kann sich also, wie der Fall des US-Lehrers zeigt, auf Grund neurobiologischer Ursachen verändern. "Wenn es aber überhaupt keine Tat ohne neurologische Determination gäbe, gäbe es auch nicht die Möglichkeit anders zu handeln, als man eben handelt - und alles hängt schließlich an der Frage, ob es so etwas wie Willensfreiheit gibt", so der Rechtsphilosoph Strasser.

Und diese Frage ist seit Jahren unter Neurobiologen und -philosophen umstritten. In der Tradition des berühmten Experiments von Benjamin Libet haben etwa Hirnforscher um John-Dylan Haynes vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften vor zwei Jahren in einer Studie gezeigt, dass eine Entscheidung im Gehirn bereits zehn Sekunden, bevor wir sie bewusst treffen, feststeht. .

"Wenn das Gehirn fast zehn Sekunden lang die Vorbereitungen für eine Entscheidung trifft, bleibt nicht mehr viel Spielraum für den freien Willen", erklärt Haynes. Die Trefferquote seines Experiments war allerdings nicht sehr hoch: Nur in 60 Prozent der Fälle waren die Vorhersagen richtig. Trotzdem hält Haynes die Existenz des freien Willens für unplausibel.

Der Philosoph Pauen sieht das hingegen ganz anders. Er ist davon überzeugt, dass es den freien Willen gibt. "Es sind neuronale Prozesse, dank derer ich denken kann. Das schränkt die Freiheit aber nicht ein, sondern begründet sie."

Christine Baumgartner, science.ORF.at

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Forum

 
  • Es bleibt alles beim Alten

    regow, vor 1200 Tagen, 18 Stunden, 19 Minuten

    Natürlich gibt es keinen freien Willen - woher denn auch?
    Mein Gehirn - das bin ich!!; meine Füße und Hände auch.

    Die Tatsache, dass eine Straftat grundsätzlich bestraft wird, ist schlicht ein weiterer Parameter unter vielen, den das Hirn registriert und verarbeitet.
    Wenn es sich dennoch für die Ausführung einer Straftat "entscheidet", hat eine Strafe zu erfolgen.
    Jene, die man heute für unzurechnungsfähig einstuft, werden es weiterhin bleiben, weil ihr Hirn, aus welchen Gründen immer, keiner Abwägung fähig war.

  • Bitte?

    jim99, vor 1201 Tagen, 12 Stunden, 47 Minuten

    Was soll denn sonst für mein Handeln verantwortlich sein, als mein Gehirn? Entdecken da gerade die Blinden die Farben?

    • DU !

      xx13, vor 1201 Tagen, 11 Stunden, 59 Minuten

      und nicht dein gehirn.

      typischer kategorienfehler !

      handlungen können nur geisteswesen vollführen, keine materiellen. daher kann das gehirn natürlich nicht handeln, sondern nur du mit den geistigen fähigkeiten (die scheinbar irgendwie vom gehirn 'produziert' werden, aber mit diesem sicher NICHT gleichgestellt werden können - wie ist eine der schwierigsten fragen der wissenschaft und der philosophie...)

    • Naja, das kann man ja so glauben

      jim99, vor 1201 Tagen, 10 Stunden, 51 Minuten

      Aber ich nehme nicht an, daß das bis gestern Stand der Wissenschaft war, und heute sind sie völlig überraschend draufgekommen, daß doch das Gehirn ursächlich für das Handeln ist, oder?

    • nach gängiger definition von handeln/handlung

      xx13, vor 1201 Tagen, 10 Stunden, 35 Minuten

      KANN das gehirn gar nicht ursächlich sein - schon aus logischen gründen, da kann niemand was daran ändern, auch keine tatsache. man kann handlung anders definieren, nur ist dann kein unterschied mehr zu geschehnissen und es ist kein weiteres wort vonnöten...

      das ist ja das problem. keine ahnung haben, aber vollmundige das gehirn als ursachen für dinge verantwortlich machen, für die es aus logischen gründen nicht verantwortlich sein kann.

    • Es wäre nicht das erste Mal

      jim99, vor 1201 Tagen, 10 Stunden, 26 Minuten

      daß man zwei Begriffe für die selbe Sache hat. Essen/fressen...

  • Dualismus

    karl273, vor 1201 Tagen, 23 Stunden, 40 Minuten

    Der Dualismus von Körper und Geist stellt kein großes Problem dar.

    Es gibt ja ebenso den Dualismus von Hardware und Software.

    Oder von Informationsträger und Information,
    oder von Materie und Materiezustand.

    Materiezustand und Information, Video, 75 Sekunden:

    http://www.youtube.com/watch?v=wIKah9aVlm4

  • Rückkopplungen

    karl273, vor 1202 Tagen, 2 Stunden,

    Wenn ein Regelsystem seinen eigenen Sollwert beeinflussen kann, dann kann es zu nicht vorhersehbaren Rückkopplungen kommen.

    Ursprünglich stammen die Sollwerte des Menschen aus seinen Genen, später aus seiner Erziehung, und noch später aus der Wechselwirkung zwischen seinen vorherigen Sollwerten und dem Verhalten seiner Umwelt.

    Zum Beispiel: Hunger - Essen - Kaufen - Geld - Arbeiten - Lernen.

    Manche Menschen haben den Wunsch, keine Wünsche mehr zu haben.

    Dieses Verhalten kommt bei konsequenten Buddhisten vor, die alle Bedürfnisse ablegen wollen.

    Wenn ein Mensch völlig frei von Sollwerten oder Wünschen ist, dann wird er weder etwas denken, noch etwas tun, sondern völlig entspannt vor sich hin vertrocknen.

    • Details:

      karl273, vor 1201 Tagen, 23 Stunden, 22 Minuten

      http://de.wikipedia.org/wiki/Arhat

    • halbfabrikat, vor 1201 Tagen, 13 Stunden, 20 Minuten

      Tja, interessante Frage, ob Genmutationen durch den Genträger beeinflusst werden können. Momentan wird ja die Evolution eher mehr als eine Kette von zufälligen Mutationen erklärt.

      Aber woher weiß der Baum, der kein Bewusstsein hat, der unter großer Anstrengung Früchte produziert damit diese gefressen werden und die darin enthaltenen Samen von den Tieren weit entfernt wieder ausgeschieden werden, dass es überhaupt Tiere gibt?

    • Bäume

      karl273, vor 1201 Tagen, 12 Minuten

      Es gibt auch heute noch Baum-Arten mit mehr und mit weniger schmackhaften Früchten.

      In der Umgebung von bestimmten Tier-Arten haben die Bäume mit den für diese Tiere schmackhafteren Früchten eine höhere Fortpflanzungs-Wahrscheinlichkeit.

      Das heisst, die Baum-Art lernt an ihrem Erfolg, ohne die genauen Ursachen kennen zu müssen.

      Die einzige Spezies, die absichtlich ihre eigenen Gene verändern könnte, ist der Mensch.

      Bei den Nutzpflanzen und den Nutztieren macht der Mensch das schon seit Jahrtausenden durch Zuchtauswahl.

      Als Verbesserung für den Menschen schlage ich den Einbau von Synthese-Wegen für alle essenziellen Aminosäuren, für alle Vitamine, und für einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren vor.

      Diese Synthese-Wege kommen in vielen anderen Säugetieren vor, man braucht sie also nur zu übernehmen.

    • Arhat

      karl273, vor 1200 Tagen, 22 Stunden, 13 Minuten

      Ein Arhat verändert nicht seine Gene, sondern seine Denkweise und seine Bedürfnisse.

  • Sexualstraftaten sind

    halbfabrikat, vor 1202 Tagen, 11 Stunden, 32 Minuten

    ein biologisches Drogendelikt. Wie den Forschern bekannt sein sollte, hängt sexuelle Erregung sehr stark mit der Ausschüttung von Hormonen zusammen, welche massiv in die Entscheidungs- und Urteilsfähigkeit von potetniellen Straftätern einwirken. Sind die Neuronen mal so programmiert, wird wohl nur eine Elektroschocktherapie Abhilfe verschaffen.

    Was ist jedoch mit den anderen Straftaten, die kleinen und die großen, die z.B. wegen Gier begangen werden. Ich denke da an Bestechung, Korruption usw. Sind dann diese nicht verwerflicher als sexuelle Straftaten, da man da ja im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte begeht.

    Obwohl, letztendlich: jede Straf- oder auch Nichttat spricht in irgend einer Weise einen Bereich im Gehirn an, was mich daher in meiner Meinung bekräftigt, dass es den berühmten freien Willen nicht gibt.

    Weil sonst bräuchte man sich ja z.B. nicht immer an die Gesetze halten. Und, 140 auf der Autobahn sind ja ein Kavaliersdelikt, gell?

    • halbfabrikat, vor 1202 Tagen, 10 Stunden, 58 Minuten

      Nachtrag: den freien Willen könnte es nur dann geben, wenn eine Entscheidung auf das externes Umfeld keine Auswirkung hat.

      Aber gewisse Geisteskrankheiten wie z.B. die Schizophrenie habe gezeigt, das man selbst im Kopf genug Party machen kann, um auch dort den freien Willen komplett abzuschaffen.

      Also doch. Kein freier Wille.

    • nochmals nein (tut mir schon leid ;-) ):

      xx13, vor 1202 Tagen, 10 Stunden, 54 Minuten

      nur weil nicht jeder zu jeder zeit freie entscheidungen treffen kann, ist nicht dadurch die möglichkeit eines freien willens verunmöglicht.

      nur weil es optische täuschungen gibt, ist nicht jede tatsachentreue wahrnehmung unmöglich...

    • halbfabrikat, vor 1202 Tagen, 10 Stunden, 43 Minuten

      Wahrnehmung hat IMHO nichts mit dem Willen zu tun. Ja, man kann aufgrund falscher Tatsachen eine Entscheidung treffen, und die kann sogar zufällig richtig sein ...

      Ja, du hast recht. Man kann schon den freien Willen erreichen. Wenn man sich, wie die indischen Swamis, von allem befreit. Dann hat man auf Erden einen Zustand erreicht, der der Willensfreiheit nahe kommt, weil man von nichts und niemanden mehr abhängig ist.

      Ich sehe das aber nicht als erstrebenswert an, weil mein esoterisches Weltbild eher dualistisch ausgelegt ist.

      D.h. solange ich mich in die Abhängigkeiten von anderen begebe, und das bin ich definitiv im Kollektiv, gibt es den freien Willen nicht.

      Selbst wenn ich im Geschäft stehe und zwischen einer DVD um 14 Euro und einer um 20 Euro auswählen kann, und 30 Euro Budget habe, ist meine Entscheidung keine des freien Willens.

    • Ah!

      halbfabrikat, vor 1202 Tagen, 9 Stunden, 41 Minuten

      Schlussfolgerung: gibt es keinen freien Willen, gibt es keinen biblischen Gott.

      Deswegen haben also alle ein Problem damit.

  • Bewusstsein

    karl273, vor 1203 Tagen, 5 Minuten

    Jene Verhaltensweisen, die schnell und automatisch ablaufen, wurden viel früher langsam und mühsam vom Bewusstsein eingerichtet.

    Je nach dem Ergebnis dieser schnellen Verhaltensweisen, kann dann das Bewusstsein mehr oder weniger große Veränderungen an diesen Verhaltensweisen vornehmen.

    Das Bewusstsein steuert nicht die schnellen Verhaltensweisen, sondern es programmiert sie, denn zum Steuern wäre es zu langsam.

    -----

    Die Bestrafung unerwünschter Verhaltensweisen dient nicht zur Rache, sondern dazu, die Motivation potentieller Täter zu beeinflussen.

    -----

    Wenn man zwei Objekte auf die zwei Waagschalen einer alten Balkenwaage legt, dann ist das Verhalten der Waage durch den Masseunterschied der beiden Objekte determiniert.

    Aber nur dann, wenn die Balkenwaage frei schwingen kann, findet das determinierte Ereignis auch statt.

    Der freie Wille entspricht der frei schwingenden Balkenwaage, wenn er zwischen zwei Bedürfnissen abwägt.

    Ohne diese freie Willensentscheidung würde das durch die Bedürfnisse determinierte Verhalten nicht stattfinden.

    • Meine Visitenkarte ist jetzt hier:

      karl273, vor 1203 Tagen, 3 Minuten

      http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Karl_Bednarik

    • halbfabrikat, vor 1202 Tagen, 10 Stunden, 24 Minuten

      Zum Nutzerprofil: was mich in der Eröffungsvorlesung vom Feynmann total deprimiert hat war die Aussage bei der Reflexion "its particles, not rays". Wie auch immer. Wenn mir dann einer erklären kann, was Energie genau ist (aber bitte nicht sagen, es sei bewegte Masse), dann bin ich einen Schritt weiter ...

      Die Strafe ist es heutzutage nicht, was davon abhält. Es ist die gesellschaftliche Erniedrigung des Straftäters, die andere abschrecken läßt. Man braucht sich momentan nur den Fall Grasser ansehen, und man weiß Bescheid.

    • Energie

      karl273, vor 1202 Tagen, 2 Stunden, 22 Minuten

      Bei den Photonen ist die Energie in Bezug auf ihre Frequenz quantisiert.

      Die Energie des Photons ist Plancksches Wirkungsquantum mal Frequenz.

      Photonen bestehen aus elektromagnetischer Schwingungs-Energie im leeren Raum.

      Deshalb konnte sich Richard P. Feynmann nicht mit einer kontinuierlichen Deutung der Strahlung anfreunden.

      Natürlich hindert einem nichts daran, die Frequenz der Photonen kontinuierlich zu verändern, und damit ihre Energie.

      Aus Photonen ausreichend hoher Energie kann man durch Paarbildung auch Materie und Antimaterie in gleichen Mengen erzeugen.

      Dieser Vorgang ist natürlich auch umkehrbar.

      Für ein Elektron-Positron-Paar benötigt man ein Photon mit mindestens 1,022 MeV.

      Bild:

      http://members.chello.at/karl.bednarik/FEMADI-3.jpg

      In Feynman-Diagrammen haben Photonen keinen Zeitpfeil, hat Materie einen positiven Zeitpfeil, und hat Antimaterie einen negativen Zeitpfeil.

      Positronen verhalten sich genau so, wie Elektronen, die in der Zeit zurück laufen.

      Das regt natürlich zu heiteren Science-Fiction-Geschichten an:

      http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?23786

  • stuss

    xx13, vor 1203 Tagen, 46 Minuten

    Sind Verbrecher letztlich willenlose Opfer ihrer Neuronen?

    verbrecher sind personen. personen sind durch ihre geistigen und körperlichen fähigkeiten definiert. durch den oben stehenden satz, wird die person zweigeteilt. auf der einen seite steht das geistige vermögen in einem körper welches auf der anderen seite opfer seiner neuronen (wieder körper) sein soll. erklärt mir jetzt bitte, was dann der geist ist?

    nachdem jetzt langsam durchgesickert ist, dass es keinen genetischen determinismus gibt, kommt der neurobiologische. der spuk wird in 20 jahren wieder vorbei sein, dann beginnen wir wieder woanders.

    zu haynes: er konnte zu 65% vorhersagen auf welcher seite der knopf gedrückt werden würde. 50% ist zufall: so stell ich mit determinismus vor!

    ich sag nur
    http://www.wired.com/wiredscience/2009/09/fmrisalmon/

    • kurz zur erklärung haynes' ergebnisse:

      xx13, vor 1203 Tagen, 22 Minuten

      personen lagen mit dem auftrag entweder links oder rechts einen knopf zu drücken in der fMRI röhre.

      natürlich produziert das gehirn für diese einfache, moralisch unbedenkliche, ungefährliche aufgabe einen wunsch/drang den knopf auf einer seite zu drücken - und manchmal hat der proband diesem dann nachgegeben, manchmal scheinbar nicht.

      wo hier der freie wille getestet wurde und wo dieser determiniert war erschließt sich mir nicht ganz. der freie wille war gefragt, als die probanden diesem experiment zugestimmt hatten, und nicht in einer einfach automatisierten entweder links oder rechts 'entscheidung'...

    • halbfabrikat, vor 1202 Tagen, 11 Stunden, 21 Minuten

      Moral und Ethik haben nichts mit dem freien Willen zu tun. Ethik ist was menschliches, Moral haben IMHO sogar Tiere.

    • dreimal nein:

      xx13, vor 1202 Tagen, 10 Stunden, 58 Minuten

      1. dein posting hat nichts mit meinem zu tun.
      2. moral gibt es NUR mit freiem willen.
      3. tiere haben daher keine moral.