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Stilisierte DNA-Stränge

Humangenom vor zehn Jahren entziffert

Zehn Jahre Humangenom: Am 12. Februar 2001 haben die führenden internationalen Wissenschaftszeitschriften "Nature" und "Science" die Sequenz der menschlichen Erbsubstanz publiziert.

Biologie 10.02.2011

Die Publikationen füllen Hunderte Seiten samt der Darstellung in Datenbanken. Gleichzeitig fanden Pressekonferenzen in Washington, London, Paris, Tokio und Berlin statt. Dem Erfolg war ein jahrelanger Wettlauf zwischen akademischer und privater Forschung vorausgegangen.

Die Daten in "Science" stammten damals vom US-Gen-Entschlüsseler Craig Venter mit seinem Unternehmen Celera. "Nature" publizierte die Informationen aus dem mit öffentlichen Geldern finanzierten weltweiten Human Genome Project (HGP) des "International Human Genome Sequencing Consortium" mit der Human Genome Organisation (HUGO) als Träger.

Konkurrenz als Forschungsmotor

Literaturhinweise

Sowohl "Nature" als auch "Science" haben dem Jubiläum einen Schwerpunkt gewidmet:

Es war ein Kampf auf Biegen und Brechen zwischen den Kontrahenten gewesen: Zwischen dem US-Pionier Craig Venter (Celera) und dem internationalen HUGO-Konsortium herrschte von Anfang an beinharte Konkurrenz. Selbst noch knapp vor der Sequenzierung von 90 Prozent der menschlichen DNA wollten die beiden Mitbewerber um den Ruhm nicht kooperieren. Es ging um die Verwertungsrechte. Sogar der damalige US-Präsident Bill Clinton, Großbritanniens Premierminister Tony Blair und die deutsche Regierung setzten sich für die Freigabe der Sequenzierdaten der menschlichen DNA ein.

Eine Art von Zusammenarbeit aber gab es zum Schluss der Affäre doch noch: "Nature" und "Science" - die beiden wichtigsten Wissenschaftspublikationen der Welt - einigten sich wenigstens auf die gleichzeitige Veröffentlichung der Daten der beiden Genom-Projekte. So kam es zur parallelen Publikation von Venters Ergebnissen in "Science" und der HGP/HUGO-Informationen in "Nature".

Nur 23.000 Gene

Der Meilenstein in der Erforschung des genetischen "Bauplans" des Menschen mit der Abfolge von drei Milliarden der Basen Adenin (A), Cytosin (C), Guanin (G) und Thymin (T) bildete den vorläufigen Abschluss der seit 1990 laufenden Bemühungen zur Sequenzierung des menschlichen Erbguts. Allein beim öffentlichen HGP-Projekt arbeiteten 20 Wissenschaftlergruppen aus den USA, Großbritannien, Japan, Frankreich, Deutschland und China zusammen.

Die ersten Erkenntnisse, welche die Wissenschaftler damals aus den Sequenzdaten zogen: Der Mensch hat offenbar deutlich weniger Gene als bis dahin angenommen. Die Forscher gingen von 30.000 bis 40.000 aus, es sind aber - wie mittlerweile bestätigt - überhaupt nur rund 23.000; Jeder Mensch teilt 99,9 Prozent seiner Erbsubstanz mit allen anderen Menschen, die auf der Erde leben; Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft können einander genetisch näher sein als Individuen innerhalb einer ethnischen Gruppe.

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