
Ein Klebstoff für die RNA
Von der DNA zum Protein
Die Übersetzung von DNA-Information in konkrete Genprodukte, also Eiweißstoffe (Proteine), ist eine der grundlegenden Leistungen in der Zelle. Trotz aller Anstrengungen sind immer noch Fragen rund um die zellulären Maschinen ungeklärt. Forscher um Johannes Popow und Javier Martinez vom Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) in Wien haben nun eine derartige Lücke geschlossen - und sich damit wohl auch einen Eintrag in die Lehrbücher gesichert.
Die Studie
"HSPC117 Is the Essential Subunit of a Human tRNA Splicing Ligase Complex" ist im Fachblatt "Science" erschienen (Bd. 331, S. 760).
Die Forscher befassten sich mit sogenannter tRNA. RNA-Moleküle sind kurze Verwandte der Erbsubstanz (DNA), die verschiedenste Aufgaben innerhalb der Zelle erledigen. Unter anderem wird die von der DNA abgelesene Information über RNA zu den Proteinfabriken (Ribosomen) der Zellen transportiert. Ursprünglich abgenommen wird die Erbinformation über mRNA-Moleküle, in den Ribosomen sorgen dann tRNA-Moleküle für die korrekte Abfolge der Aminosäuren als Bausteine des entstehenden Proteins.
Enzym fügt Bauteile zusammen
"tRNA können in einer aktiven und einer inaktiven Form vorliegen, wie der Übergang von der inaktiven in die aktive Form abläuft, war für Hefen und Pflanzen, nicht aber für Tiere geklärt", so Martinez gegenüber der APA. Bekannt war, dass aus dem inaktiven Molekül ein Stück herausgeschnitten und dann die Enden wieder zusammengefügt werden müssen, damit es in den funktionierenden Zustand übergeht. Unter nicht weniger als 91 Kandidaten haben die Forscher jenes Enzym herausgefunden, das diese Aufgabe übernimmt.
"HSPC117", so die Bezeichnung des Enzyms, kommt kurioserweise auch in Bakterien vor, obwohl die tRNA-Aktivierung in den Bakterien nachweislich anderes funktioniert. Nun wollen die Wissenschaftler klären, welche andere Aufgabe "HSPC117" in den Mikroben hat.
science.ORF.at/APA
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