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Fässer mit dem Radioaktivität-Warnhinweisen

"Bei 3.000 Grad ist alles geschmolzen"

Die Internationale Atomenergiebehörde geht davon aus, dass aktuell keine Kernschmelze in den Reaktoren des Kraftwerks Fukushima I im Gange ist. Mario Villa vom Atominstitut der Technischen Universität Wien erklärt, wie eine solche Schmelze abläuft und was ihre Konsequenzen sind.

Atomenergie 14.03.2011

Auch wenn es in den nächsten Tagen gelingen sollte, die Lage unter Kontrolle zu bringen - der Reaktor im AKW Fukushima I sei auf jeden Fall eine Ruine, deren strahlende Teile nach einer Wartefrist geborgen und sicher verwahrt werden müssen, schildert Villa im Interview.

Mario Villa

Mario Villa ist Leiter des Forschungsreaktors am Atominstitut der Technischen Universität Wien

science.ORF.at: Was ist eine Kernschmelze?

Mario Villa: Grob gesagt schmelzen die im Reaktor verbauten Materialien - allerdings hat jedes Material einen anderen Schmelzpunkt. Regelstäbe haben einen Schmelzpunkt von 800 bis 1.000 Grad Celsius, Hüllenmaterialien wie Zirkalloy verflüssigen sich bei rund 1.800 Grad, der Brennstoff selbst, also Urandioxid, schmilzt erst bei 2.850 Grad. Die Kernschmelze passiert also nicht auf einmal, sondern stufenweise - außer, man spricht von Temperaturen um 3.000 Grad Celsius. Dann ist alles geschmolzen.

Dringen die geschmolzenen Materialien immer in den Boden?

Nein. Beim Reaktorunfall von Three Mile Island 1979 - damals war ein ähnlicher Reaktortyp betroffen wie derzeit in Japan - ist ein Teil des Kerns geschmolzen. Die Schmelze wurde allerdings vom unteren Teil des Druckbehälters aufgefangen.

Wie ist ein Reaktor nach unten hin abgesichert?

Grundsätzlich gibt es den Druckbehälter, eine durchschnittlich 25 Zentimeter dicke Stahlschicht, der auch den Austritt von radioaktivem Material in den Boden verhindern soll. Reaktoren neuerer Bauart sehen weitere bauliche Maßnahmen für den Fall vor, dass der Kern durch den Druckbehälter nach unten schmilzt. Der European Pressurized Reactor verfügt an der Unterseite über einen "Core Catcher" und weitere Flächen, auf denen das flüssige Material abgekühlt werden kann. Der Reaktor in Japan ist ein älterer Typ, er ging schon 1971 in Betrieb. Da ist so eine weitere Schutzschicht nicht vorgesehen.

Warum gelangt Radioaktivität schon vor der Kernschmelze in die Umwelt?

Auch bei geringeren Temperaturen können beispielsweise die Brennelemente bereits beschädigt sein - etwa durch einen Riss im Hüllenmaterial, durch den radioaktive Edelgase wie Xenon und Krypton austreten können. Cäsium und Jod wurden schon in der Umgebung von Fukushima gemessen, man kann also davon ausgehen, dass die Hüllen der Brennelemente beschädigt sind.

Wie wird ein Reaktor abgeschaltet?

Ein Reaktor wird mit Kontrollstäben geregelt, die aus Materialien mit stark absorbierender Wirkung bestehen. Sie wirken wie eine Bremse, weil sie einen Teil der durch die Kernspaltung freigesetzten Neutronen aufnehmen, damit sie nicht für weitere Spaltungen zur Verfügung stehen. Bei Abweichungen vom Normalbetrieb wie etwa einer Erdbebenmeldung werden die Regelstäbe in den Kern eingefahren und verringern dort sofort die Leistung des Reaktors. In Japan waren die Kernkraftwerke schon abgeschaltet, als die Erdbebenwirkung zu spüren war. Das große Problem ist entstanden, weil das Erdbeben Teile des Kühlkreislaufes zerstört hat. Es wurde auf Notstromkühlung umgeschaltet, allerdings wurden jene Bereiche, in denen sich die Notstromdiesel befanden, durch den Tsunami überspült. Angeblich erhielt man das System dann mit Batterien noch fünf Stunden am Leben. Seitdem wird anscheinend versucht, den Reaktor durch das Einspeisen von Wasser immer wieder zu kühlen.

Sendungshinweise:

Die Informationssendungen des ORF berichten laufend über die Ereignisse nach dem Beben in Japan.

Ist das Wasser radioaktiv verseucht, wenn es den Reaktor verlässt?

Das durch den Kern gepumpte Wasser ist natürlich radioaktiv verseucht. Derzeit kann man allerdings nicht beurteilen, ob und wie viel solches Wasser tatsächlich entsteht, denn es könnte sein, dass der innere Kühlkreislauf noch intakt ist. Wie genau die Betreiberfirma des AKW die Kühlung bewerkstelligt, kann momentan nicht gesagt werden.

Was passiert mit dem Reaktor, wenn die Situation entschärft ist? Kann man ihn noch einmal "reparieren"?

Der Reaktor ist nicht mehr einsetzbar. Sollte es gelingen, den Kern abzukühlen und die Kettenreaktion zu stoppen, muss nach einer Abklingphase das geschmolzene Material aus dem Reaktor geholt und sicher verwahrt werden.

Das heißt, der Reaktor wird zu einer Ruine, die man entsorgen muss?

Richtig. Beim Unfall in Three Mile Island wurde fünf Jahre gewartet, bis der Reaktor erstmals geöffnet wurde. Man lässt die kurzlebigen radioaktiven Materialien abklingen, nach einer gewissen Zeit bringt das Warten aber nichts mehr, weil die anderen Elemente ohnehin viel zu lange zum Zerfallen brauchen. Dann wird der Rest herausgeholt und sicher gelagert.

Elke Ziegler, science.ORF.at

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Forum

 
  • Bitte um Nachhilfeunterricht

    alpenfreund57, vor 795 Tagen, 14 Stunden, 45 Minuten

    Also, wenn bei den unterschiedlichen Schmelzpunkten von Stabhülle, Urandioxid und Moderator eine Kernschmelze entsteht, wie sieht es mit der Durchmischung aus? Könnte es sein, dass der Moderator so ungleichmäßig verteilt vorliegt, dass es zumindest lokal wieder zu einer Kettenreaktion in der Kernschmelze kommt? Und wie ungebremst wäre diese im worst case? In Wikepedia steht irgend etwas von "unkalkulierbar". Können wir wenigstens davon ausgehen, dass eine totale Kernschmelze eine "unterkritische Masse" bleibt oder ist Fukushima eine potentielle A-Bombe, oder wegen dem Wasserstoff sogar eine H-Bombe?

    • funkelfels, vor 795 Tagen, 13 Stunden, 57 Minuten

      Bei aller Vorsicht und Gefahren, ist es unmöglich, dass da "zufällig" eine A-Bombe entsteht. Erstens ist die Materialzusammensetzung schon eine andere (In erster Linie Plutonium statt Uran) - zweitens muss eine A-Bombe entsprechend konstruiert sein, d.h. das Plutonium mittels einer herkömmlichen Explosion zuerst verdichtet.

      Der berüchtigte größt anzunehmende Unfall (GAU), ist, dass sich der Kern aus den Manteln schmilzt oder gasförmig hoch giftige und/oder radioaktive Stoffe frei setzt. Das allein ist schon schlimm genug.

    • Wasserstoffbombe

      karl273, vor 795 Tagen, 4 Stunden, 57 Minuten

      Eine Wasserstoffbombe kann ganz bestimmt nicht durch Zufälle entstehen.

      Siehe das Teller-Ulam-Design:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffbombe#Teller-Ulam-Design

      Humor zu diesem Thema:

      Das Doomsday Device:

      http://www.e-stories.de/view-kurzgeschichten.phtml?25551

      Ein kurzes Video dazu:

      Underwater nuclear test:

      http://www.youtube.com/watch?v=Gu_z4PMN11k

    • thedarktower, vor 795 Tagen, 4 Stunden, 16 Minuten

      GAU bezeichnet eigentlich den größten Unfall den ein Atomkraftwerk noch "aushält". (Wird für die Konstruktion "angenommen")

      Eine Kernschmelze geht über diesen Punkt schon hinaus, da nicht mehr kalkulierbar und beherrschbar. So nach dem Motto was nicht sein darf nicht sein kann.
      Daher bezeichnet man eine Kernschmelze dann gern als Super-GAU.

      Und jeder Reaktorunfall bestätig auf eindrucksvolle Weise Murphys Law.

    • alpenfreund57, vor 795 Tagen, 1 Stunde, 50 Minuten

      Vielen Dank für die weiter führenden Antworten! Ja, "das gute alte" Murphy-Gesetz: Alles was schief gehen kann, geht auch schief. Informatikern ist das vertraut, AKW-Befürwortern offenbar nicht. Die reden lieber von Statistik, oder von dem was sie für Statistik halten.

  • Hi-Tec

    alexm, vor 796 Tagen, 36 Minuten

    Ich konstruiere eine Herdplatte ohne Aus-Schalter, die nur durch Wasserkühlung zum Stillstand gebracht werden kann. Wenn's kurzzeitig an Wasser fehlt, dann erhitzt sie sich leider so stark, dass die folgenden Versuche von einer Knallgasexplosion begleitet werden und ich muss es halt so lange knallen lassen bis es zu irgend einem Ende kommt und sei's, dass mir die Platte um die Ohren fliegt. Solange ein Topf mit Wasser auf der Platte steht hab ich aber Super-Wasserdampf. Es ist ein Hi-Tec Produkt und die Zukunft unseres Planeten.
    Der Titel I.d.i.o.t of the Year wär mir sicher. Denselben verleih ich hiermit an die Konstrukteure und Sicherheitsexperten der Kernkraftindustrie.

    • funkelfels, vor 795 Tagen, 22 Stunden, 17 Minuten

      Das liegt aber nicht an den dummen Konstrukteueren, sondern ist technologiebedingt wie angereichertes Uran sich nunmal verhält/zerfällt. Daher, zusammen mit der Abfallproblematik, ist diese Technologie zur Stromerzeugung an sich abzulehnen. Aber in Ö rennt man damit eh offene Türen ein.

  • Ein Hasardeur als Leiter des Forschungsreaktors in Wien?

    emacs, vor 796 Tagen, 44 Minuten

    Die Berichterstattung des ORF und die Meinung eines Großteils der sog. Experten die der ORF zum Thema Fukushima interviewt ist absolut erbärmlich:

    - Noch am Samstag haben Ö1-Redakteure Begriffe wie "Atomkern" und "Reaktorkern" bunt durcheinandergewürfelt

    - Der am Samstag abend in ORF-Fernsehen referierende Strahlenmediziner vergleicht die Gefahr die von Fukushima ausgeht mit der zellschädigenden Wirkung von UV-Strahlung: Hallo Herr Experte es geht hier nicht um die Gamma-Strahlung, denen die Liquidatoren ausgesetzt sind, es geht um strahlende Partikel die durch Luft- und Wasserströmungen verteilt werden. Fast gleichlautend der Strahlenmediziner am Montag: "Es kommt auf die Entfernunge an". Das ist einerseits wohlfeiles No-Na-Wissen, andererseit völlig irreführend, weil es suggeriert, dass, wenn man von Fukushima nur weit genung entfernt ist, die Sache kein Problem darstellt. Wieder ist die Verteilung der radioaktiven Partikel durch Luft und Wasser ausschlaggeben.

    - Die einhellig im ORF wiedergegebene Behauptung lautet, dass wenn die radioaktiven Partikel auf den Pazifik geweht werden, eh alles in Butter ist. Habe ich irgend einen der Redakteure des ORF schon nachfragen gehört, wie die Meeresströmung dort verlaufen, welche Fischgründe betroffen sind? Man sehe sich nur die Packerl von Tiefkühlfisch an, da gibts (d.h. wahrscheinlich...

    • ...

      emacs, vor 796 Tagen, 43 Minuten

      (d.h. wahrscheinlich ab nun "gabs") kleine Landkarten, wo man sehen konnte, wo der Fisch gefangen wurde: Und siehe da, gar nicht so wenig Fisch der in Europa verkauft wird kommt aus dem Pazifik.

      - Dem ganzen wird durch den Herrn Mario Villa die Krone aufgesetzt, der noch Montag abends sich im ORF-Fernsehen nicht entblödet hat im selbstbewußten Brustton des Experten zu behaupten, er würde sich nicht scheuen sich nach Fukushima zu begeben. Ist jemand der eine nukleare Gefahrensitutation dermaßen schlecht einschätzen kann als Leiter eines Forschungsreaktors mitten in Wien tragbar? Autoraser gefährden bekanntlich nicht nur sich selbst sondern auch die Allgemeinheit, Hasardeure als Reakorleiter sind um "1000-er Potenzen" gemeingefährlicher. Ein sofortige Abberufung dieses Herrn von der Position des Reaktorleiters durch die verantworltichen Gremien der TU bzw. die politisch Verantwortlichen (ich weiß ein Widerspruch in sich selbst) scheint daher unumgänglich.

    • spannend

      summentier, vor 795 Tagen, 18 Stunden, 32 Minuten

      Runter vom Gas, lieber emacs, das sind Journalisten und keine Physiker. Und "Atomkern" mit "Reaktorkern" zu verwechseln ist nun wirklich ein verzeihlicher Versprecher bzw. Verschreiber. Jeder weiß, was gemeint ist, eine "Kernschmelze" im subatomaren Bereich ist schließlich eher selten.

      Und auch beim letzten Punkt scheint mir schleierhaft, wie du auf die vermeintlich "schlechte" Einschätzung kommst und dich dann noch zu diesem Gemeingefährlichkeits-Sing-Sang erdreistest? Bist du Reaktorphysiker? Überhaupt Physiker? Die Verwendung von 1000er-Potenzen suggieriert nun eher das Gegenteil...

  • Subduktion

    karl273, vor 796 Tagen, 1 Stunde, 59 Minuten

    Ich frage mich, ob man die ozeanische Kruste so anbohren kann, dass ein Endlager für nuklearen Abfall sicher in eine Subduktionszone gezogen wird, und in die Richtung zum Erdinneren verschwindet?

    Die Geschwindigkeit der Subduktion soll etwa 2 bis 8 Zentimeter pro Jahr betragen.

    Das wären dann etwa 2 bis 8 Kilometer in 100.000 Jahren.

    Bis der in der ozeanischen Kruste gebundene Wasserdampf wieder bei den Vulkanen heraus kommt, ist die Strahlung längst abgeklungen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Subduktion

    • nein...., ein kleiner Meteorit dringt dann bis dorthin vor

      borekk, vor 796 Tagen, 1 Stunde, 28 Minuten

      und verstreut das Ganze über den Erdball....

      OK, ganz im Ernst, die Menscheit sollte es als Fehler eingestehen, Atomenergie zur breiten Energieversorgung herangezogen zu haben, sowohl ökologisch als auch ökonomisch sollte es spätestens jetzt auch den Dümmsten klar sein, daß sich der Atomwahnsinn nicht "rechnet". Von den zigtausenden, welchen der Unsinn das Leben gekostet hat und noch kosten wird ganz zu schweigen !

  • es ist doch unheimlich nett

    sowas11, vor 796 Tagen, 13 Stunden, 58 Minuten

    das diese "pseudo"wissenschaftler absolut KEINE ahnung haben von dem, was passiert ist. und die welt von japan schamlos belogen wird.

    • funkelfels, vor 796 Tagen, 13 Stunden, 12 Minuten

      wieso pseudo? und naja um den halben erdball kann er auch nur an aktuellen daten auch nur vermuten, was japan erlogen hat. sehe kein "überwissenschaftler" der es anders machen könne.

    • summentier, vor 796 Tagen, 11 Stunden, 14 Minuten

      Also aus seinen Vorlesungen und Praktika kenne ich Mario Villa als äußerst kompetenten Reaktorphysiker und schon gar keinen "Pseudo-Wissenschaftler".

      Seine Ahnung/Nichtahnung kannst du beurteilen, weil du einen Physikexperimentierkasten im Regal hast? Oder hast du den Reaktor etwa mit Lego nachgebaut? Oder gefällt dir einfach sein Foto nicht?

    • Hihi

      2controller, vor 796 Tagen, 8 Stunden, 46 Minuten

      Praktikum in Atomphysik. Da kriegst die Brennstaebe mit nach Haus ins Studentenheim, Reaktor basteln.

    • funkelfels, vor 796 Tagen, 4 Stunden, 26 Minuten

      Nein, du stehst auf dem Reaktor in der Donauinstel und lasst das Cherenkov-Leuchten auf dich wirken.

    • leolegende, vor 796 Tagen, 3 Stunden, 35 Minuten

      Wobei der Reaktor aber nicht auf der Donauinsel ist.

  • Brennstäbe

    applejoe, vor 796 Tagen, 15 Stunden, 15 Minuten

    Mich interessiert eigentlich wie viel (Kg oder Tonnen) spaltbares Material / Brennstäbe sich in einem "durchschnittlichen" Reaktor befindet?
    Kann man eine Zahl dazu erwähnen wie viel Energie eine solche Beschickung entwickelt, um diese dann durch Kühlung (wie jetzt in Japan) abzuführen ist? (Ins Netz geht sie ja nicht mehr)

    • salai, vor 796 Tagen, 14 Stunden, 29 Minuten

      es werden wohl etwas über 100 tonnen kernbrennstoff (= Uran 235) sein. das entspricht so ca 2.000.000.000 megawattstunden.

    • ehemm...

      salai, vor 796 Tagen, 14 Stunden, 23 Minuten

      die 2.000.000.000 megawattstunden beziehen sich auf den nutzbaren energiegehalt vom uran. an nachzerfallswärme müssen so um die 1-3% der reaktorleistung weggekühlt werden. das sind etwa 1-4 megawatt

    • funkelfels, vor 796 Tagen, 13 Stunden, 11 Minuten

      Ich dachte in normalen Reaktoren kommt Uran 238 zum Einsatz nicht 235. Deswegen geht ja das 238 in ein paar Jahrzehnten sowiso aus.

    • Uran 235 und Plutonium 239

      karl273, vor 796 Tagen, 4 Stunden, 1 Minute

      Nur das Uran 235 und das Plutonium 239 sind durch Neutronenbeschuss spaltbar.

      Aus dem Uran 238 entsteht aber durch Neutroneneinfang und zweifachen Betazerfall langsam das Plutonium 239.

      Am Uran 238 besteht auf der Erde kein Mangel.

      Das Plutonium 238 dient nur durch seinen Zerfall als radiothermische Wärmequelle.

    • funkelfels, vor 795 Tagen, 21 Stunden, 55 Minuten

      Danke, ich hatte es verwechselt, es sind dann die schnellen Brüter die mit Uran 238 arbeiten können. Die sind aber viel gefählicher. Es sind derzeit drei im Einsatz: Russland, China und Japan. Man möge sich daraus schon ein Bild machen. Man stelle sich vor, was erst passiert wäre, wäre das Epizentrum in Fukui gewesen.

    • Hier ist er:

      karl273, vor 795 Tagen, 5 Stunden, 29 Minuten

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Monju

      Scherz:

      Brennendes Natrium löscht man am besten mit Benzin.

      Ernst:

      Brennendes Natrium löscht man mit trockenem Sand, Kochsalz oder Edelgasen wie zum Beispiel Argon. Vakuum würde in gasdichten Räumen auch funktionieren.

      Nicht geeignet sind unter anderem Wasser, Kohlendioxid, Stickstoff und Halogenkohlenwasserstoffe wie zum Beispiel Halon.

    • Stickstoff

      karl273, vor 795 Tagen, 5 Stunden, 11 Minuten

      Korrektur:

      Stickstoff könnte zum Löschen von Natrium geeignet sein, weil sich Natriumnitrid Na3N nicht exotherm bildet.

  • ...ja hallo,

    wolfibacherl, vor 796 Tagen, 16 Stunden, 24 Minuten

    ...was soll die Aussage:
    "Dann wird der Rest herausgeholt und sicher gelagert."

    ...seit wann kann so etwas "SICHER" gelagert werden ?

    • richtig

      rainerzoufal, vor 796 Tagen, 14 Stunden, 54 Minuten

      .. es gibt keine Endlager nirgendwo, nur Zwischenlager. Deshalb ist es für mich unverständlich, dass von Befürwortern selbst nach jahrzentelangem Einsatz dieser Energienutzung noch keine passende Lösung erzielt wurde. Und dann noch den Ausbau vorantreiben und von einer "sauberen" Energie sprechen.

  • Reaktor abschalten:

    yeti59, vor 796 Tagen, 18 Stunden, 37 Minuten

    Durch das Einfahren der Steuerstäbe wird die Kettenreaktion, also die Uranspaltung durch Neutronen, gestoppt. Bei der Kernspaltung entsteht allerdings stets eine Reihe hochradioaktiver Zerfallsprodukte, strahlende Isotope mit kurzer Halbwertszeit, und deren Strahlung (= Energie!) kann durch nichts in der Welt gestoppt werden - da hilft nur Kühlen und Warten, bis diese Isotope zu einem Gutteil weiter zerfallen sind. Das geht zwar recht schnell, dauert aber doch etliche Tage.

  • na gut, aber...

    co2goodforlife, vor 796 Tagen, 19 Stunden, 8 Minuten

    wenn die Regelstäbe nun automatisch und rasch ausfahren und die Kernspaltung unterbinden, warum erhitzt sich dann der Kern so stark?
    Es müssen also trotz Eindämmung der geregelten Spaltung weitere Prozesse im Kern ablaufen, welche viel Wärme erzeugen. Nur welche sind das?

    Das wäre wohl der wichtigste Teil an dem Interview gewesen, denn so ist es wieder nur ORF Papalapap!

    • ?

      co2goodforlife, vor 796 Tagen, 19 Stunden, 7 Minuten

    • schlag nach unter "nachzerfallswärme"

      neonlicht, vor 796 Tagen, 18 Stunden, 54 Minuten

    • Das kannst Du Dir wie einen Koksofen vorstellen....

      mahindra, vor 796 Tagen, 18 Stunden, 51 Minuten

      Durch das Einfahren der Regelstäbe wird der Reaktor nur gedrosselt - die Reaktion ist aber nicht ganz aus, sondern es "glost" noch weiter - wie bei einem Ofen, den man die Luftzufuhr abdreht.
      Nun ist der Reaktor aber geschlossen (d.h. die entstehende Wärme der abklingenden Reaktion kann nur über die Kühlung abgeführt werden)., fällt die Kühlung weg, wird es im Reaktor wieder heißer - solange, bis die Regelstäbe und Halterungen schmelzen.
      Durch die Temperatur kommt die Reaktion zusätzlich in fahrt - "es zieht also stark vereinfacht bei den Regelstäben vorbei"
      Schmelzen die Brennstäbe und das Reaktormaterial bildet sich eine Schmelze - diese Suppe ist dann nicht mehr kontrollierbar, bis sie ausgebrannt ist.

    • @co2goodforlife

      hefeweissbier, vor 796 Tagen, 18 Stunden, 38 Minuten

      Einige Zerfallsprodukte aus der Kernreaktion sind stark radioaktiv. Beim Zerfall wird immer noch viel Energie frei.

    • funkelfels, vor 796 Tagen, 13 Stunden, 7 Minuten

      Die Neuteronenbeschleunigte Uranspaltung ist (voerst) durch die Kontrollstäbe ausgeschalten.

      Uran spaltet sich aber in mehreren Schritten, das Uran das gerade erst im ersten Schritt gespalten wurde, braucht noch einige Schritte bis es in stabile Elemente zerfallen ist, oder die instabilen nicht mehr aktiv genug sind, um übermäßig Wärme zu erzeugen.

  • Er muss daran glauben

    ohjagibsmirbaby, vor 796 Tagen, 19 Stunden, 20 Minuten

    dafür wird er entschädigt!