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Gewitterwolken im Abendrot

Crutzen: Geo-Engineering "nur letztes Mittel"

Geo-Engineering, technische Eingriffe in die Chemie der Atmosphäre zur Lösung der Klimaerwärmung, sind für den niederländischen Meteorologen Paul Crutzen nur "als letztes Mittel" zulässig.

Gespräch 25.03.2011

Zuvor müssten alle anderen Möglichkeiten ausgelotet und mögliche Nebeneffekte erforscht werden, sagte der für die Entdeckung des Ozonlochs 1995 mit den Nobelpreis für Chemie ausgezeichnete Wissenschaftler.

Heftige Kritik nach Vorschlag

Ö1-Sendungshinweis

Radiokolleg:
Gut für alle, Vom Wert und Nutzen der Gemeingüter.
Donnerstag, 24. März 2011, 09:05 Uhr

Crutzen hatte 2006 vorgeschlagen, Schwefel oder Schwefelwasserstoff in die Atmosphäre zu bringen. Diese Teilchen würden Sonnenstrahlen reflektieren und so den Treibhaus-Effekt bremsen - ein Effekt, wie er auch nach Vulkanausbrüchen als natürliches Phänomen beobachtet wird. Er sei für diesen Vorschlag "heftig von Kollegen angegriffen worden", sagte Crutzen gegenüber der APA heute in Wien, "aber ich habe immer gesagt, das ist das letzte Mittel". Es sei aber "keine Lösung, zuerst müssen wir sparsamer leben und den CO2-Ausstoß senken".

Aber wenn nichts unternommen werde und die Konzentration von Kohlendioxid (CO2) weiter steige "kann man in eine Situation geraten, wo die Folgen für das Klima so enorm werden, dass man zu anderen Mittel greifen muss". Crutzen ist bewusst, dass es durch den Schwefel in der Atmosphäre auch zu einem weiteren Abbau der schützenden Ozonschicht kommen kann. "Aber wenn das CO2 weiter ein Problem wird, wird es irgendwann die Wahl geben zwischen weniger Ozon oder weniger CO2."

Ozonloch: Widersprüchliche Berichte

Zu widersprüchlichen Meldungen über den Zustand der Ozonschicht in den vergangenen Wochen kann Crutzen nicht viel sagen. Während Neuseeländische Wissenschaftler vor kurzem festgestellt hatten, dass das Ozonloch über der Antarktis so klein ist wie seit fünf Jahren nicht mehr, haben Wissenschaftler des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts vor einem massiven Rückgang des Ozons in arktischen Regionen gewarnt.

Man müsse solche Variationen erwarten, der Grund dafür liege vor allem in der Dynamik der Atmosphäre. Knapp 25 Jahre nach Verbot der Ozon-schädlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) werde die Situation aber allmählich besser. Dennoch dauere es rund 100 Jahre, bis das Ozonloch endgültig verschwunden sein wird, so Crutzen.

Biosprit aus Mais "Quatsch"

Bei seiner vor drei Jahren geäußerten Kritik an der Erzeugung von Biosprit aus Getreidesorten wie Mais oder Raps bleibt der Wissenschafter, "das ist Quatsch". Durch die notwendige Düngung würde wesentlich mehr des gefährlichen Treibhausgases Lachgas frei als gedacht. Biosprit der zweiten Generation, also aus zellulosehaltigen Rohstoffen wie Holz oder Gräser, sei dagegen deutlich besser, weil nicht mit Stickstoff gedüngt werden müsse.

Bei den verschiedenen Alternativenergien sieht Crutzen in der Nutzung der Sonnen- und Windenergie das größte Potenzial, "das ist die einzige Lösung". Trotz des Atomunfalls in Japan ist für Crutzen "die Kernenergie nicht tot". Deutschland wolle zwar aussteigen, aber andere Länder wie China würden die Atomkraft ausbauen. Die Entscheidung in Deutschland sei "rein politisch. Was hier abgebaut wird, wird durch Energie aus Atomanlagen aus Frankreich ergänzt - was ist das für eine Lösung?", so Crutzen.

science.ORF.at/APA

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Forum

 
  • global warming

    iggi, vor 787 Tagen, 4 Stunden, 6 Minuten

    ist nun seit bald 30 jahren kein wirkliches problem ausser fuer den steuerzahler der die milliarden fuer subventionen, trivialforschung und ausufernden beamtenapparat aufzubringen hat.
    europaer leben mit einer klimavariabilitaet von ca. 50C pro jahr, was soll die rechenmodellierte angst vor anstieg um ein paar grad, auf 100 jahre verteilt. aehnlich beim meeresspiegelanstieg: hafenstaedte verkraften 8 meter differenzen zweimal am tag, was soll das theater um ein paar dezimeter, wenn ueberhaupt.
    das 'ozonloch' gab es schon bevor die fluorokohlenwasserstoffe erzeugt wurden.
    und anstieg von schwefel in der atmospaere waere auch durch algenanstieg im meer mittels eisenstaub zu erreichen, was mehrere andere vorteile auch haette. co2 ist kein umweltgift, die luft westlicher staedte ist dank verzicht auf kohleheizung heute so sauber wie nie zuvor. befragen wir doch die pflanzen ob sie mehr oder weniger co2 wollen, und den ganzen rest der natur die darauf aufbaut.

    • holdudiladio, vor 784 Tagen, 22 Stunden, 39 Minuten

      Wirtshauskommentar...

    • hospitierendesfossil, vor 784 Tagen, 20 Stunden, 1 Minute

      Interessant dabei die pseudointellektuelle Schreibweise.
      Man muss "Wirtshauskommentare" als Phänomen "ernst nehmen", auch das gehört zur menschlichen Existenz.

  • Und die geothermische Energie

    karl273, vor 787 Tagen, 15 Stunden, 41 Minuten

    Japan hat günstige geologische Voraussetzungen für geothermische Kraftwerke.

    Später könnte es dann Solarkraftwerke im Weltraum bauen.

    Admiral Graf Frederik von Hombug sagt:

    "Kommt zur geothermischen Energie, bevor die geothermische Energie zu euch kommt."