
Vokale vermitteln Größe
Wie Forscher um Marcela Peña berichten, assoziieren Babys die Vokale I und E mit der Eigenschaft "klein", A und O hingegen mit "groß".
Die Studie:
"The Role of Audio-Visual Processing in Early Conceptual Development" erscheint in der kommenden Ausgabe von "Psychological Science"
Blickverhalten zeigt Assoziationen
Die Forscher arbeiteten mit 28 Babys im Alter von vier Monaten. Ihre Muttersprache war Spanisch. Sie spielten den Babys Silben vor, die aus Konsonanten und den Vokalen I, O, E oder A zusammengesetzt waren. Bedeutung hatten die Silben keine. Während die Babys eine Silbe hörten, zeigten ihnen die Forscher gleichzeitig mehrere geometrische Figuren. Die Kreise, Ovale, Quadrate und Dreiecke waren unterschiedlich groß und hatten verschiedene Farben. Mit einem sogenannten Eyetracker wurde das Blickverhalten der Babys aufgezeichnet.
Hörten die Babys Silben mit den Vokalen I und E, fiel ihr Blick als erstes auf kleinere geometrische Figuren. Sie betrachteten diese auch länger als die größeren Abbildungen. Ertönten Silben mit A und O, verhielten sich die Babys genau umgekehrt: Sie sahen die größeren Figuren zuerst und länger an.
Umwelt wird über Laute erfasst
Die Forscher schließen daraus, dass Babys Objekte in ihrer Umwelt am Klang des zugehörigen Wortes erfassen. "Das Baby lernt nicht das Wort "groß", "klein", "Ball" oder "Dreieck" an sich. Es nutzt die physikalischen Eigenschaften eines Lauts, um ein abstraktes Objekt aus seinem Umfeld einzuordnen" so Peña.
Assoziationen treten in der Grammatik auf
Die frühkindlichen Präferenzen scheinen auch ihr Gegenstück in der Grammatik zu haben: Das mit "klein" assoziierte E und I bildet häufig die Verkleinerungsform von Substantiven. Im Deutschen verwenden wir dazu beispielswiese die Silben -chen und -lein. A und O kommen oft in Endungen von Vergrößerungsformen vor. Im Portugiesischen wird zum Beispiel häufig die Nachsilbe -ão verwendet.
science.ORF.at
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