
Pest-Erreger eindeutig bestimmt
Zweifel bestanden vor allem deshalb, weil sich die aktuelle Form der Pest deutlich langsamer ausbreitet und - auch ohne Behandlung - viel seltener tödlich endet. Jährlich sterben rund 2.000 Menschen an der Pest. Es gab daher immer wieder Vermutungen, dass andere Erreger - etwa das Milzbrand-Bakterium oder das Ebola-Virus, die Krankheit im Mittelalter ausgelöst haben könnten. Nun wurde "Yersinia pestis" in mittelalterlichen Skeletten nachgewiesen - in einer Variante, die heute ausgestorben scheint.
Die Studie:
"Fishing for ancient pathogens: Y. pestis confirmed in victims of the Black Death via high-throughput se-quencing of the pPCP1 plasmid" ist in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen (doi:10.1073/pnas.1105107108).
Zwei Unterschiede
Das Forscherteam um Verena Schünemann von der Universität Tübingen verglich 109 Skelette aus einem Londoner Massengrab, die in den Jahren von 1347 bis 1351 begraben wurden, mit zehn Skeletten, die vor der Epidemie beerdigt wurden. Aus Knochen und Zähnen isolierten die Forscher die DNA des Bakteriums "Yersinia pestis".
Allerdings unterscheidet sie sich an zwei Stellen von modernen Pest-Bakterien, was auch die verminderte Gefährlichkeit der aktuellen Variante erklären könnte. Die Wissenschaftler hoffen, durch ihre Analyse die Verbreitung von Epidemien und die Veränderlichkeit von Erregern besser nachvollziehen zu können.
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