
Stärkster Sonnensturm seit 2003 erreicht Erde
Der Sonnensturm hat nach Angaben der NOAA die Stärke S3 auf einer fünfteiligen Skala, er sei der gewaltigste seit 2003.
Gefahr nur für Astronauten
Für Natur und Menschen auf der Erde ist der Sonnensturm ungefährlich, da er nicht durch das natürliche Magnetfeld und die Atmosphäre dringt. Bei Stärke S3 können jedoch Passagiere und Crew von sehr hoch fliegenden Flugzeugen eventuell einem erhöhten Strahlenrisiko ausgesetzt sein. Insbesondere in Polnähe werden möglicherweise Navigationssysteme von Flugzeugen gestört. Beides lässt sich umgehen, indem Flugrouten geändert werden.
Größere Gefahr besteht für Astronauten, die sich außerhalb eines Raumschiffs befinden. Es kann zudem zu kleineren Störungen von Satelliten kommen, daher werden die Solarsegel bei Sturmwarnung im All oftmals eingezogen und bestimmte Instrumente abgeschaltet.
Die Plasmawolke hatte sich am Montag von der Sonne gelöst. Sie hatte nach NOAA-Angaben eine Anfangsgeschwindigkeit von mehr als 2.000 Kilometern pro Sekunde - das sind über 7,2 Millionen Kilometer pro Stunde.
Mehr Sonnenstürme
Unsere Sonne schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren zwischen ruhigen und besonders aktiven Phasen mit vielen Sonnenflecken, Gasausbrüchen und Strahlungsstürmen. Grund für die Aktivitätsschwankungen ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne. Seit 2010 steigt die Aktivität der Sonne wieder an.
Während einer aktiven Phase treten vermehrt Sonnenflecken auf. Die damit verbundenen starken Magnetfelder können große Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne ins All schleudern. Diese sind elektrisch geladen und stören daher das Erdmagnetfeld, wenn sie die Erde kreuzen. Der resultierende geomagnetische Sturm kann unterschiedlich stark ausfallen.
Ein besonders starker Sonnensturm hatte am 1. und 2. September 1859 die gerade eingeführten Telegrafenleitungen lahmgelegt und Polarlichter erzeugt, die noch in Rom und Havanna sichtbar waren.
science.ORF.at/APA/dpa


