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Heuschrecke der Art Oedaleus asiaticus

Überweidung begünstigt Heuschreckenplagen

Eine intensive Beweidung von Landflächen scheint das Auftreten von Heuschreckenplagen zu begünstigen. Wie Wissenschaftler zeigten, bevorzugen Heuschrecken der Art Oedaleus asiaticus als Nahrungsquelle Pflanzen mit einem geringen Proteingehalt, wie sie auf stark beweideten, stickstoffarmen Böden wachsen.

Ökologie 27.01.2012

Mit Stickstoff-Düngung ließe sich die massenhafte Vermehrung der Heuschrecken möglicherweise verhindern.

Lebensbedrohliche Plagen

Heuschrecken-Plagen sind den meisten Europäern oder Amerikanern eher als biblisches Unheil bekannt. In Teilen Afrikas und Asiens stellt das massenhafte Auftreten der Insekten aber eine reale Bedrohung für die Bevölkerung dar, weil die Schwärme die Ernte eines Jahres in kurzer Zeit vernichten können.

Experten waren ursprünglich davon ausgegangen, dass Heuschrecken am ehesten zum Schwärmen neigen, wenn ihre Nahrungsquellen versiegen oder eine schlechte Qualität besitzen. Ist zum Beispiel der Stickstoff-Gehalt - und damit der Proteingehalt - der Futterpflanzen gering, nehmen die Insekten weniger Proteine auf, die sie für ihr Wachstum und ihre Vermehrung benötigen, so die Annahme. Untersuchungen im Labor und im Freiland zeigten nun, dass zumindest bei Oedaleus asiaticus genau das Gegenteil der Fall ist.

Heuschrecken bevorzugen Kohlenhydrate

Arianne Cease von der Arizona State University in Tempe und ihre Mitarbeiter hatten zunächst Versuchsflächen in der Inneren Mongolei gedüngt, um den Stickstoff-Gehalt in den darauf wachsenden Pflanzen zu erhöhen. Die Heuschrecken, die diese Pflanzen fraßen, wuchsen anders als erwartet deutlich langsamer und vermehrten sich schlechter, viele Tiere starben.

Anschließend fütterten die Wissenschaftler Heuschrecken im Labor mit Futtersorten, die sich im Anteil von Proteinen und Kohlenhydraten unterschieden. Hatten die Heuschrecken die Wahl, wählten sie Futter, dessen Kohlenhydratanteil doppelt so hoch war wie der Protein-Gehalt. Bekamen sie ausschließlich Futter, in dem der Protein- und Kohlenhydrat-Anteil gleich war, wuchsen die Tiere wiederum schlechter und vermehrten sich weniger stark. Die Versuche bestätigten somit das Ergebnis der Freilandversuche: Ein hoher Protein-Gehalt bei Pflanzen schadet den Heuschrecken eher. Warum dies so ist, sei noch unklar.

Erosion durch Überweidung

Weniger überraschend war für die Forscher die Beobachtung, dass sie die meisten Heuschrecken auf stark beweideten Flächen fanden: Andere Wissenschaftler hatten bereits beobachtet, dass Heuschrecken-Plagen sich vor allem auf solchen Flächen bilden. Deren Böden erodieren sehr viel stärker und verlieren so den Stickstoff, der in den oberen Bodenschichten gebunden ist.

Für die Farmer in den Steppenregionen der Inneren Mongolei bedeute eine Überweidung ihrer Weideflächen somit zweierlei, schreiben die Forscher: Sie müssten mit den Folgen der Bodenerosion sowie nachlassender Bodenqualität fertig werden - und mit der steigenden Gefahr von Heuschrecken-Plagen.

science.ORF.at/APA/dpa

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