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Auge eines Leistenkrokodils

Vassil/gemeinfrei

Duell: Urkrokodil gegen T-Rex

Vor zwei Wochen haben britische Forscher berichtet, der Tyrannosaurus Rex habe den kräftigsten Biss aller Landtiere besessen. US-Biologen widersprechen: Ihnen zufolge gebührt einem Urkrokodil der Titel "Bester Beißer der Naturgeschichte".

Biomechanik 15.03.2012

Forscher um Gregory Erickson von der Florida State University maßen die Stärke des Bisses bei allen 23 heute lebenden Krokodilarten, darunter auch die der Alligatoren.

Die Studie

"Insights into the Ecology and Evolutionary Success of Crocodilians Revealed through Bite-Force and Tooth-Pressure Experimentation", PLoS ONE (doi: 10.1371/journal.pone.00317819).

Dabei fanden die Biologen extreme Kräfte: Das Nilkrokodil beißt mit 13,5 Kilonewton (ca. 1,3 Tonnen) zu, amerikanische Alligatoren mit 22 und Leisten- oder Salzwasserkrokodile sogar mit knapp 40 Kilonewton. Das seien absolute Spitzenwerte im heutigen Tierreich, betont Erickson.

Entgegen seiner ersten Vermutungen hänge die Beißkraft nicht von der Form der Schädel oder der Gebisse ab. Sie steige viel mehr linear mit der Masse der untersuchten Tiere an.

Kampf der Modelle

Ausgehend von diesem Verhältnis schätzt Erickson, dass das ausgestorbene bis zu elf Meter lange Urkrokodil Deinusuchus riograndensis eine Beißkraft von bis zu 102 Kilonewton (ca. 10 Tonnen) gehabt haben könnte. Erst kürzlich hatten Forscher um Karl Bates von der University of London durch Computersimulationen die entsprechende Kraft der Kiefer von Tyrannosaurus rex geschätzt. Obwohl diese mit bis zu 57 Kilonewton deutlich höher war als bisher vermutet, belegt der berühmte Schrecken der Urzeit demnach nur den zweiten Platz.

Endgültig geklärt scheint die Rangliste der besten Beißer allerdings nicht zu sein. Bates und Kollegen hatten in ihrer Studie nämlich Alligatoren rechnerisch auf T-Rex-Dimensionen vergrößert um zu sehen, wie sich das auf deren Kieferkraft auswirken würde. Das Resultat: Der Alligator wäre Tyrannosaurus demnach auch mit sechs Tonnen Körpermasse unterlegen gewesen - wohl ein Widerspruch zur vorliegenden Studie von Erickson und Co.

science.ORF.at/dpa

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