
Studie: Räumliches Sehen wird erlernt
Das Gehirn sei dafür auf visuelle Reize angewiesen, folgern die Wissenschaftler.
Die Studie:
"Early onset binocularity in preterm infants reveals experience-dependent visual development in humans" ist in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" erschienen (DOI: 10.1073/pnas.1203096109).
Babys "verdrahtet"
Beim räumlichen Sehen wirken beide Augen mit, um eine Tiefenwahrnehmung der Umgebung zu erreichen. Das Team um Ilona Kovacs von der Universität für Technologie und Wirtschaft in Budapest hatte das Sehvermögen von 30 Säuglingen getestet. Die 15 frühgeborenen Babys waren im Durchschnitt nach 31 Wochen auf die Welt gekommen, die 15 voll ausgereiften Neugeborenen nach 39 Wochen.
Die Wissenschaftler benutzten zwei Sehtests, bei denen die Babys Muster auf einem Bildschirm ansahen. Mithilfe von Elektroden auf dem Schädel wurden Veränderungen in den elektrischen Ladungen der Nervenzellen gemessen. Sie geben Aufschluss darüber, ob alle am Sehen beteiligten Strukturen wie Netzhaut und Sehbahn im Gehirn gesund sind. Einer der beiden Tests funktionierte nur, wenn das beidäugige Sehen schon ausgereift war.
Unterschied
Die Frühchen waren gesundheitlich nicht zu stark beeinträchtigt, so dass die Forscher von intakten Sehfähigkeiten ausgingen. Elf bis zwölf Wochen nach der Geburt machten die Wissenschafter die ersten Versuche, diese wurden monatlich wiederholt. Die Experimente endeten, wenn räumliches Sehen nachgewiesen werden konnte. Bei den Frühgeborenen hatte sich diese Fähigkeit im Schnitt nach 4,07 Monaten entwickelt, bei den anderen Säuglingen nach 3,78 Monaten.
science.ORF.at/APA/dpa


