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Eine Frau schleckt an einer Eistüte

Warum das Erstbeste oft das Beste ist

Schokolade- oder Vanilleeis? Wenn wir vor einer Entscheidung zwischen zwei gleich guten Möglichkeiten stehen, wählen wir oft unbewusst die erste von beiden. Dieser Hang zur buchstäblich "erstbesten" Option könnte evolutionäre Ursachen haben. Dass er existiert, haben nun US-Forscher in einer Reihe von Experimenten bestätigt.

Psychologie 04.07.2012

"Gleichgültig, ob die Reihenfolge bei einem Gesangswettbewerb oder bei den Aktientipps eines Börsenmaklers: Erstgereihte sind privilegiert", sagt die Wirtschaftspsychologin Dana Carney von der University of California.

Die Studie:

"First Is Best" ist am 27. 6. in der Fachzeitschrift "PLoS One" erschienen.

Vertrauenswürdiger und angenehmer

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Mahzarin Banaji hat sie mehrere Experimente durchgeführt. So mussten die Teilnehmer der ersten Studie zwischen zwei Autoverkäufern wählen, die sich durch nichts unterschieden als durch ihre Namen und die Reihenfolge, in der sie vorgestellt wurden.

Die Vorliebe für den einen oder anderen Verkäufer wurde dann auf zwei Arten ermittelt: Zum einen gaben die Studienteilnehmer ihre bewusste Entscheidung bekannt, zum anderen verriet ein Test ("Implicit Association Test") ihre unbewussten Einstellungen gegenüber den Autoverkäufern.

Es zeigte sich, dass - gleichgültig, wie sich die Probanden bewusst entschieden hatten -, die zuerst vorgestellten Verkäufer unbewusst viel vertrauenswürdiger und angenehmer wahrgenommen wurden als die zweiten.

Gilt auch für Kaugummi und Verbrecher

Zu dem gleichen Ergebnis führte eine zweite Studie, in der Versuchspersonen zwischen zwei identen Kaugummisorten zu entscheiden hatten. Wurde ihnen keine Bedenkzeit für ihre Wahl gegeben, so entschieden sich 62 Prozent spontan für jenen Kaugummi, der ihnen als erster präsentiert wurde. Wurde ihnen hingegen ausreichend Zeit zum Nachdenken gegeben, verteilten sich die Entscheidungen nahezu gleich häufig.

Um zu überprüfen, ob die Neigung zur erstbesten Option auch bei negativen Inhalten vorherrscht, führten Dana Carney und ihr Kollege noch ein drittes Experiment durch. Dabei zeigten sie Studienteilnehmern Bilderpaare von verurteilten Verbrechern, die sich genau der gleichen Delikte schuldig gemacht hatten. Ziel war es zu entscheiden, wer von den beiden eher "im Gefängnis bleiben" oder aber "gegen Ehrenwort entlassen" werden solle.

Da sich die Fotos im Gesichtsausdruck und anderen Eigenschaften sehr ähnlich waren, erwies sich auch diesmal die Reihenfolge als entscheidend: Den erstgezeigten Verbrechern trauten die Studienteilnehmer eher Ehrlichkeit zu, weshalb sie auch eher das Recht hätten, entlassen zu werden.

Eine evolutionäre Anpassung?

Woher aber kommt diese Tendenz zum Erstbesten? "Es kann gut sein, dass sie ihre Ursprünge in einer evolutionären Anpassung hat, die erste Dinge bevorzugt", schreiben die Forscher in ihrer Studie.

Phänomene wie die Prägung im Tierreich würden die Wichtigkeit erster Bezugsobjekte für die Entwicklung von Verhalten unterstreichen. Auch beim Menschen gebe es handfeste Argumente, dem "Ersten" zu vertrauen, das zumeist in Form der Mutter auftritt, in weiterer Folge aber auch als Familie oder soziale Gruppe.

Aus den - im besten Fall: guten - Erfahrungen mit der ersten eigenen Lebensumwelt könnte die spätere Neigung zum Erstbesten resultieren - speziell da, wo eine Entscheidung schnell, unbewusst und ohne Abwägung möglicher Vor- und Nachteile von Alternativen zu erfolgen hat.

Lukas Wieselberg, science.ORF.at

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Forum

 
  • Ist ja witzig!

    pepperbird, vor 325 Tagen, 10 Stunden, 18 Minuten

    Da testen ein paar Psychologerln einen doch recht sinnfreien Sachverhalt, finden einen signifikanten Unterschied (wow, wenn wir nicht nachdenken können, wählen wir öfter den ersten als den zweiten).
    Als Erklärung fällt ihnen dann nichts näher liegendes ein als - die Evolution!

    --Und haben damit immer recht: Nachdem die Menschheit nicht ausgestorben ist, obwohl sie oft das erstbeste wählt, muss es wohl einen genetischen Vorteil haben, dass wir nicht auf den fünften Ausweg warten, wenn wir vor einem Säbelzahntiger flüchten. Bravo! Bitte noch ein wenig Geld für eine weitere bahnbrechende Studie dieser Art!

    • :)

      ccctecxx, vor 325 Tagen, 9 Stunden, 46 Minuten

      nice post

  • So mussten die Teilnehmer der ersten Studie zwischen zwei Autoverkäufern...

    albundyfan, vor 325 Tagen, 16 Stunden, 39 Minuten

    ...wählen, die sich durch nich

    die suche nach 2 autoverkäufern, die genau gleich aussehen, genau die gleichen charaktereigenschaften haben,genau die gleichen dinge erlebt haben in ihrem leben, genau dieselbe redeart und gestenart haben usw. hat sicher sehr lange gedauert......;-)

    • funkelfels, vor 325 Tagen, 14 Stunden, 54 Minuten

      und sich dann nur durch das Geschlecht unterscheiden, wie die absolut leere Floskel das bei absolut sonstiger Gleichbeurteilung, die Frau den Vorzug bekommt.

  • funkelfels, vor 325 Tagen, 23 Stunden, 20 Minuten

    Schön, dass das jetzt systematisch nachgewiesen wurde. Jedoch ist es eine Tatsache, die *alle* politisch Aktiven hierzulande schon längst wussten. Der erste Listenplatz bringt schon dadurch ein paar Prozente, als erster auf dem Wahlzettel zu stehen.