
Pokerbluff lässt sich per Gehirnscan vorhersagen
Wenn die Probanden aber gegen einen Computer antraten, gelang diese Prognose nicht, wie ein Team um Scott Huettel von der amerikanischen Duke-University in Durham in einer Studie berichtet. Nur bei einem menschlichen Gegner zeigten sich verräterische Aktivitäten in einem bestimmten Gehirnareal, die die Vorhersage ermöglichten.
Die Studie:
"A Distinct Role of the Temporal-Parietal Junction in Predicting Socially Guided Decisions" ist am 6.7. in "Science" erschienen.
Unterschied zwischen sozialen …
Um den Einfluss der sozialen Umgebung messen zu können, zeigten die Wissenschaftler den Probanden vor dem Spiel zunächst ein Foto ihrer menschlichen Gegner oder des Computers. Dem Menschen sollten sie zudem die Hand schütteln. Die Aktivität von 55 Gehirnregionen wurde mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) erfasst, mit der sich aktivierte Hirnbereiche in hoher räumlicher Auflösung darstellen lassen.
Die Teilnehmer erhielten dann eine gute oder eine schlechte Karte und sollten entscheiden, ob sie setzen oder aussteigen wollten. Dafür hatten sie sechs Sekunden Zeit. Bei den menschlichen Gegnern konnten die Forscher die Entscheidung der Spieler vorhersehen - insbesondere dann, wenn der Gegner als besonders stark eingeschätzt wurde.
In diesen Fällen zeigten sich Aktivitäten am sogenannten temporoparietalen Übergang, einem Gehirnbereich zwischen Schläfen- und Scheitellappen.
… und nicht-sozialen Situationen
Der Bereich sei etwa dafür zuständig, das Gegenüber als Mensch zu identifizieren, erklärte McKell Carter von der Duke-University in einer Mitteilung zur Studie. Überraschend war für die Wissenschaftler, dass sie keine Rückschlüsse aus Aktivitäten in Gehirnregionen ziehen konnten, die typischerweise in sozialen Situationen aktiv sind. Carter hält dies für den Ausdruck der "beachtlichen Flexibilität und Effizienz unserer Gehirne".
Grundsätzlich stellten die Wissenschaftler fest, dass die Teilnehmer bei einem menschlichen Gegner aufmerksamer spielten - ein Hinweis auf den sozialen Charakters des Menschen.
"Es gibt grundlegende neuronale Unterschiede zwischen Entscheidungen in sozialen und nicht-sozialen Situationen", erklärt Scott Huettel. "Soziale Informationen könnten unser Gehirn unterschiedliche Regeln befolgen lassen als nicht-soziale."
science.ORF.at/AFP/APA
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