Studie widerlegt: Doch keine neue Lebensform
Entgegen dem Forschungsbericht aus dem Jahr 2010 könne das Bakterium GFAJ-1 nicht Phosphor durch Arsen ersetzen, um zu überleben, hieß es am Sonntag (Ortszeit) in der Fachzeitschrift "Science".
Die Studien:
Zwei Forscherteams haben am 8. Juli 2012 in "Science" ihre die ursprüngliche Studie widerlegenden Ergebnisse publiziert, die Abstracts sind zu lesen unter DOI:10.1126/science.1218455 und DOI:10.1126/science.1219861.
Doch nicht Arsen statt Phosphor
Der Fund des Bakteriums in den arsenreichen Sedimenten des Salzwassersees Mono Lake in Kalifornien hatte eine erregte Debatte in der Fachwelt entfacht. Die NASA hatte die Studie seinerzeit gefeiert als "astrobiologische Entdeckung, die Auswirkungen auf die Suche nach Beweisen für außerirdisches Leben haben wird". Auch science.ORF.at berichtete von der Entdeckung.
Ö1 Sendungshinweis:
Über die Studien berichtet auch "Wissen Aktuell" am 9. Juil 2012 um 13.55 Uhr.
Bisher gehen Biowissenschaftler davon aus, dass organisches Leben von den sechs chemischen Bausteinen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff Phosphor und Schwefel abhängig ist. In ihrer 2010 veröffentlichten Studie hatten die Forscher dagegen erklärt, das Bakterium könne statt Phosphor Arsen in seine DNA und seine Zellmembranen einbauen.
Die Forscher kamen bei der Überprüfung der Studie nun zu dem Schluss, dass das Bakterium GFAJ-1 in Wirklichkeit doch auf geringe Mengen Phosphor angewiesen sei, um zu überleben. Diesen könne es nicht vollständig durch Arsen ersetzen. "Science" resümierte, statt um eine neue, von Arsen lebende Lebensform handele es sich bei dem Bakterium um einen Organismus, der sich einer extremen Umwelt mit hohem Arsengehalt angepasst habe.
science.ORF.at/APA/AFP


