Exilforscherin Siglinde Bolbecher gestorben
In den vergangenen 35 Jahren hatte sie "unablässig dafür gearbeitet und gekämpft, dass die vergessene Literatur der von den Nazis vertriebenen österreichischen SchriftstellerInnen wieder ihren Platz im Bewusstsein der Menschen bekommt".
Geschichte des Exils kennen
Am 18. Juni 1952 in Wien geboren, gründete die auch selbst als Lyrikerin tätige Bolbecher in den frühen 1980er Jahren sowohl die Theodor-Kramer-Gesellschaft als auch den Verein zur Förderung und Erforschung der Antifaschistischen Literatur. Als Herausgeberin verantwortete sie das "Lexikon der österreichischen Exilliteratur", an dem 15 Jahre lang gearbeitet worden ist, 29 Jahrgänge der "Zwischenwelt", vormals "Mit der Ziehharmonika", und die "Buchreihe antifaschistische Literatur und Exilliteratur - Studien und Texte".
Sie organisierte zahlreiche Ausstellungen und Symposien zur Literatur von Frauen im Exil und zum Frauen- und Männerbild im Nationalsozialismus und leitete seit 2002 die Frauen-Arbeitsgemeinschaft in der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung.
Erst im März 2012 war Bolbecher von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer für ihre Arbeit und dafür, "wesentlich zur Erforschung und Verbreitung österreichischer Exilliteratur beigetragen" zu haben, mit dem Goldenen Ehrenzeichen für besondere Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet worden. Sie selbst habe habe über ihre Aufklärungsarbeit oft gesagt, dass "diejenigen, die Gesetze und Verordnungen gegen Flüchtlinge dekretieren, die Geschichte des Exils kennen sollten".
science.ORF.at/APA


