
2011 war Jahr der extremen Wetterphänomene
"2011 wird in Erinnerung bleiben als ein Jahr der extremen Wetterphänomene in den USA wie im Rest der Welt", sagte die Vizechefin der US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA), Kathryn Sullivan, am Dienstag bei der Vorstellung des Berichts in Washington.
Ein Zusammenhang des extremen Wetters mit dem Klimawandel könne nicht bewiesen werden, heißt es in dem Bericht. Doch zeigten die Untersuchungen, dass die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterphänomene mit dem Anstieg der Temperaturen größer werde. Vor allem aber führten die Forscher das Wetter auf das Klimaphänomen "La Nina" zurück.
Die Studie:
"State of the Climate in 2011" ist online auf der NOAA-Website erschienen, gedruckt wird sie in der Juli-Ausgabe der Fachzeitschrift "Bulletin of the American Meteorological Society".
Links:
- Einfluss von "La Nina" im Jahr 2011
- Weltweite Wetterextreme 2011
- NOAA
Ö1 Sendungshinweis:
Über das Thema berichteten auch die Ö1-Journale, 11.7., 8.00 Uhr.
Eine Folge von "La Nina"
Eine Hitzewelle, wie es sie etwa 2011 im US-Bundesstaat Texas gab, sei heute 20-mal wahrscheinlicher während eines "La Nina"-Zyklus als vor 50 Jahren, heißt es in dem Bericht. Als weitere Wetterextreme in Zusammenhang mit "La Nina" wurden die Dürreperioden in Ostafrika, im Südwesten der USA und im Norden Mexikos genannt.
"La Nina" beschreibt ein Wetterphänomen, bei dem im Pazifik auf Höhe des Äquators ungewöhnlich niedrige Temperaturen herrschen. Es war 2011 unter anderem mitverantwortlich für eine ungewöhnlich heftige Tropensturmsaison im Nordatlantik. Außerdem verursachte das Phänomen im vergangenen Jahr Rekordregenfälle in Australien, die zu katastrophalen Überschwemmungen führten. "La Nina" kommt alle vier bis fünf Jahre vor und dauert ein bis zwei Jahre an.
Stärkste Auswirkungen in der Arktis
Dem Bericht zufolge waren die Klimaveränderungen 2011 wie bereits in den Vorjahren besonders deutlich in der Arktis sichtbar. Das arktische Packeis sei im Sommer auf die zweitkleinste Größe, die dort jemals im Sommer gemessen wurde, geschmolzen. Weltweit schmolzen die Gletscher der Studie zufolge im Jahr 2011 weiter. Die Antarktis erlebte am 25. Dezember 2011 mit einer Minustemperatur von zwölf Grad ihren bisher wärmsten Tag seit Beginn der Messungen. Insgesamt war 2011 eines der 15 wärmsten Jahre seit Beginn der Messungen Ende des 19. Jahrhunderts.
Bei ihrer Suche nach Hinweisen auf den Klimawandel betrachteten die Autoren 43 Indikatoren, darunter die Konzentration von Treibhausgasen, den Salzwassergehalt in den Ozeanen und die Schneedecke. Den Forschern zufolge stieg die Konzentration der wichtigsten Treibhausgase in der Atmosphäre weiter an. An dem Bericht, dem die NOAA zwei in Zusammenarbeit mit der US-Gesellschaft für Meteorologie verfasste Studien zugrundelegte, waren 378 Wissenschaftler aus 48 Ländern beteiligt.
science.ORF.at/APA/AFP


