
Fisch angelt sich Partnerin mit Pseudonahrung
Das Weibchen schnappt nach der vermeintlichen Lieblingsnahrung und das Männchen nutzt diesen Moment, um die Partnerin zu begatten, berichten schwedische Forscher in einer Studie. Diese ungewöhnliche Werbestrategie haben schwedische Forscher bei Zwergdrachenflossern (Corynopoma riisei) in Trinidad beobachtet.
Die Studie:
"Diversification of a food-mimicking male ornament via sensory drive" von Niclas Kolm et al. ist am 12.7. in der Fachzeitschrift "Current Biology" erschienen

Eines der falschen Köder eines männlichen Zwergdrachenflossers, das Weibchen anziehen soll.
Umwelt verändert Signale
Diese Paarungsstrategie erkläre, warum die Köder der Männchen entlang verschiedener Flussabschnitte ganz unterschiedlich aussehen können. Und sie zeige, dass Umweltbedingungen auch die Signale beeinflussen und verändern können, die Tiere innerhalb einer Art verwenden, berichten die Forscher.
"Der Anteil der Ameisen variiert dabei je nach Flussabschnitt zwischen zehn und 75 Prozent", schreiben Niclas Kolm von der schwedischen Uppsala Universität und seine Kollegen. Die einzelnen Populationen entlang des Flusses mischten sich kaum, dadurch bleibe auch das Nahrungsspektrum innerhalb einer Gruppe immer relativ gleich.
Die Forscher wiesen in Laborversuchen nach, dass an Ameisen- respektive Käferfutter gewöhnte Weibchen stets jene männlichen Köder bevorzugten, die ihrer Hauptnahrung entsprachen.
Partnerin als "Beute"
"Das ist ein natürliches Beispiel für einen Fischköder, der auf maximalen Erfolg abgestimmt ist", erklärt Kolm. Er gleiche immer der Nahrung, die im Fanggebiet gerade besonders häufig sei. In diesem Fall allerdings sei die geköderte Beute keine Nahrung, sondern eine Partnerin.
Im Tierreich kommt es häufiger vor, dass Männchen ihre Weibchen anlocken, indem sie Nahrung imitieren. Männliche Prachtbienen nach nektarreichen Blüten, Wassermilben ahmen die Bewegungen von ins Wasser gefallenen Insekten nach. Der Zwergdrachenflosser sei aber das erste Beispiel, bei dem diese Werbestrategie innerhalb einer Art an die jeweilige lokale Vorzugsnahrung angepasst werden kann, berichten die Forscher.
Der etwa sechs Zentimeter lange Zwergdrachenflosser lebt in den Flüssen Trinidads und Venezuelas. Je nach Flussbreite und Uferbewuchs ernährt er sich entweder vorwiegend von Baumameisen, die von überhängenden Ästen ins Wasser stürzen, oder aber von Käfern und Insektenlarven.
science.ORF.at/APA/sda
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