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Bunte Koralle im Ozean

Schutzgebiete stärken "Fischkinderstube"

Schutzgebiete, in denen jede Fischerei verboten ist, können Korallenriffe als wichtige Fischkinderstube bewahren. Mehr als die Hälfte der in einem solchen Gebiet aufwachsenden Fische ließen sich in angrenzenden Regionen nieder, die meisten in ein bis fünf Kilometer Entfernung.

Ökologie 13.07.2012

Das hätten Erbgutanalysen bei ausgewählten Fischarten ergeben, berichtete der australische Forscher Geoff Jones von der James Cook University im australischen Townsville bei einer Konferenz in Cairns.

Studie und Konferenz:

Die Konferenz "12th International Coral Reef Symposium" fand von 9-13. Juli 2012 statt.

Die Studie "Unique nucleocytoplasmic dsDNA and +ssRNA viruses are associated with the dinoflagellate endosymbionts of corals"
erschien im ISME Journal. (doi: 10.1038/ismej.2012.75)

Korallenriffe sind nicht nur schön anzusehen, für etliche Fischer weltweit bilden sie die Lebensgrundlage: als "Kindergärten" für Fische. Für das untersuchte Schutzgebiet am Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens sei gezeigt worden, dass die Hälfte der Jungfische in der Region von dort stammen - obwohl das Schutzgebiet nur 28 Prozent der Fläche dort einnehme.

Selbst kleine, nur einige hundert Meter bis Kilometer lange Schutzzonen seien eine effektive Möglichkeit, die Fischpopulationen wieder wachsen zu lassen - auch zum Vorteil der ansässigen Fischer, betonte Jones. Ähnliche Ergebnisse hatten vergleichbare Studien in anderen Regionen der Welt gebracht.

Korallen-Viren entdeckt

US-Forscher haben unterdessen zwei in typischen Korallenalgen vorkommende Viren entdeckt. Die Viren befallen Dinoflagellaten, die in kalkskelettbildenden Korallen leben, berichten die Wissenschaftler im "ISME Journal". Noch sei unbekannt, ob und wie sehr die Erreger das Korallenwachstum beeinträchtigen.

Derzeit seien rund 20 Korallenkrankheiten bekannt - ihre Ursache aber meist nicht. Denkbar sei, dass die Viren in den ohnehin durch den Klimawandel geschwächten Kolonien stärkere Schäden verursachten als früher.

Unverzichtbar für Korallenriffbildung

Dinoflagellaten sind unverzichtbar für die Bildung von Korallenriffen - diese sind meist ein Gemeinschaftswerk einer Tierart, die die steinernen Gebilde wachsen lässt, sowie von Dinoflagellaten der Gattung Symbiodinium. Für Unterkunft und Mineralien versorgen sie ihren Wirt mit Energie, die sie aus dem Sonnenlicht ziehen. Bei Krankheiten oder zu warmem Wasser können die Korallentiere ihre Untermieter verlieren - ein Phänomen, das als Korallenbleiche bezeichnet wird. In der Folge stirbt die Koralle.

Möglicherweise spielten bei dem Prozess auch Viren wie die nun bei Symbiodinium in der Steinkoralle Montastraea cavernosa entdeckten eine Rolle, schreiben die Wissenschaftler um Adrienne Correa von der Oregon State University in Corvallis. Eines beinhalte die Erbsubstanz RNA, es sei das erste aus Korallen isolierte RNA-Virus überhaupt. Das zweite sei ein DNA-Virus. Montastraea cavernosa ist eine der wichtigsten riffbauenden Korallen weltweit.

Korallenbänke schwer geschädigt

Mehr als drei Viertel der Korallen in der Karibik sind in den vergangenen 35 Jahren schwer geschädigt worden oder bereits abgestorben, hieß es beim 12. Internationalen Korallenriffsymposium in Cairns, das am Freitag zu Ende ging. Die Erderwärmung könne dazu führen, dass fast alle Korallenriffe Wassertemperaturen über ihrer derzeitigen Toleranzgrenze erleiden, sagte Terry Hughes von der James Cook University. Weltweit seien ein Viertel bis ein Drittel der weltweiten Korallenbänke schwer beschädigt.

science.ORF.at/dpa

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