
Macbeth-Effekt bei Videospielern
Ausgangsfrage der Arbeit von André Melzer von der Universität Luxemburg und Mario Gollwitzer von der Philipps-Universität Marburg war, ob es bei Computerspielern einen Zusammenhang zwischen Sauberkeit und Moral gibt.
Die Probanden wurden nach dem Spielen eines gewalthaltigen Videospiels dazu aufgefordert, ein Geschenk auszuwählen. Unerfahrene Videospieler entschieden sich häufiger für Hygieneartikel wie Duschgel, Zahnpasta und Deodorants als erfahrene.
Die Studie:
Die Forschungsergebnisse sollen im "Journal of Experimental Social Psychology" veröffentlicht werden und wurden beim diesjährigen Weltkongress der Internationalen Society for Research on Aggression (ISRA) an der Universität Luxemburg präsentiert.
"Macbeth-Effekt"
Die Forscher fanden diesen "Macbeth-Effekt bei der Untersuchung von 76 Versuchspersonen. Bei diesem psychologischen Phänomen handelt es sich um das Bedürfnis, sich körperlich zu reinigen, um die moralische Reinheit wiederherstellen zu können - ganz wie es Lady Macbeth in der Tragödie von Shakespeare nach ihrem Beitrag zur Bluttat wollte ("Fort, verdammter Fleck, fort, sag ich!").
"Durch Reinigung versucht eine Person, mit Gefühlen eigener moralischer Verfehlungen umzugehen", heißt es in der Aussendung der Universität Luxemburg.
"Wir fanden heraus, dass das Spielen gewaltsamer Videospiele den Macbeth-Effekt auslösen kann, insbesondere, wenn im Spiel gewaltsam gegen Menschen vorgegangen wird," erklärt André Melzer und unterstreicht, dass erfahrene Spieler scheinbar andere Strategien verwenden, um mit Gewalt in Spielen umzugehen.
science.ORF.at


