
3.500 Hautkrebsfälle durch Solarien
Demnach steige das Risiko für Hautkrebs durch den Besuch in einem Solarium um 20 Prozent. Besonders gefährdet seien junge Menschen: Beginne jemand schon vor dem 35. Lebensjahr damit, sich den UV-Strahlen der Sonnenbank auszusetzen, steige sein Risiko sogar um das Doppelte.
Gefahr unterschätzt
Die Studie im "British Medical Journal":
"Cutaneous melanoma attributable to sunbed use: systematic review and meta-analysis" von Mathieu Boniol et al., erschienen am 24.7.2012
Frühere Studien hätten die mit Solarien verbundene Gefahr deutlich unterschätzt. "Leistungsstarke Bräunungsliegen können zehn bis 15 Mal mehr ultraviolette Strahlung abgeben als die Mittagssonne am Mittelmeer", erklärten Mathieu Boniol vom International Prevention Research Institute im französischen Lyon und seine Kollegen.
Entgegen früheren Annahmen sei das gesamte Spektrum der UV-Strahlung potenziell krebserregend, nicht nur der UV-B-Anteil. Der durch das UV-Licht ausgelöste Hautkrebs mache sich aber teilweise erst nach Jahren bemerkbar. "Deshalb könnten die von Sonnenbänken ausgelösten Hautkrebsfälle in den nächsten 20 Jahren sogar noch weiter ansteigen", schreiben die Forscher. Denn in vielen Ländern sei die Solariennutzung unverändert hoch, auch unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
Ö1 Sendungshinweis:
Über die Studie berichtet auch Wissen Aktuell am 25.7.2012 um 13:55.
"Von den 63.942 Hautkrebsfällen, die jedes Jahr in Europa neu diagnostiziert werden, sind hochgerechnet 3.438 auf Sonnenbanknutzung zurückzuführen", sagten die Forscher. Frauen seien deutlich häufiger betroffen als Männer.
Regelungen nötig
Melanome und andere Hautkrebsarten, die durch Solariennutzung entstehen, seien vermeidbare Krankheiten, betonten Boniol und seine Kollegen. Dennoch habe die Solarienbranche nichts dazu getan, um ihre Kunden adäquat über die Risiken aufzuklären. "Stattdessen behauptet die Branche noch immer, dass kontrolliertes Bräunen sicher sei und sogar zur Gesundheit beitrage", kritisieren die Forscher. Das zeige, dass klare Regelungen nötig seien.
Die Studie umfasste 27 Studien aus Europa, USA, Australien und Kanada, die zwischen 1981 bis 2011 durchgeführt worden waren, und hat insgesamt 11.428 Hautkrebsfälle analysiert Die ermittelten Risikowerte seien für alle Europäer und die hellhäutigen Bewohner Nordamerikas und Australiens gültig, so die Forscher. Das Ergebnis zeige, dass das Hautkrebsrisiko mit jedem zusätzlichen Besuch im Solarium im Jahr um 1,8 Prozent ansteige, berichten die Forscher. Menschen, die sehr häufig eine Sonnenbank nutzten, erkrankten bis zu 42 Prozent häufiger an Hautkrebs als Nichtnutzer.
science.ORF.at/APA/sda


